Grafikkarten von Nvidia oder AMD, beliebte Konsolen wie die PlayStation 5 oder Xbox Series X sind trotz langer Wartezeit immer noch nicht normal zu bekommen. Der Krypto-Boom aber auch die allgemein große Nachfrage in der aktuellen Situation sorgen dafür, dass wir nicht einfach mehr so Sachen kaufen können, die wir kaufen wollen. Jetzt kündigt sich schon die nächste knappe Ressource an.

 

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Chia: Festplatten und SSDs werden knapp und teuer

Der Chia-Boom sorgt dafür, dass die Preise für Festplatten, aber auch SSD in die Höhe geschossen sind. Während man vor einem Monat noch deutlich unter 20 Euro pro Terabyte für normalen Festplattenspeicher bezahlt hat, sind die Preise mittlerweile utopisch hoch und man kann einige Modelle gar nicht mehr kaufen. Hat man bisher für eine externe 8-TB-Festplatte um die 130 Euro bezahlt, sind es mittlerweile 165 Euro, falls man noch eine bekommt. Amazon importiert teilweise sogar aus England, um den Bedarf zu decken. 8 TB sind dabei nicht einmal optimal für Chia. Da empfehlen sich eher ab 12 TB und die sind zum Großteil ausverkauft oder unbezahlbar geworden. Mit Glück bekommt man eine für 379 Euro bei Amazon. Dabei sind es nur 4 TB mehr, man zahlt aber 163 Euro mehr. Für den Preis hätte man bis vor Kurzem noch deutlich mehr Speicherplatz bekommen. Eine interne 12-TB-Festplatte kostet mittlerweile über 500 Euro. Die Lieferzeit beträgt aber auch mindestens einen Monat.

Preisverlauf bei großen Festplatten. (Bild: Idealo)

Bei SSDs ist der Preis auch massiv gestiegen. Bei Chia müssen die „Lose“ geplottet werden. Damit das schnell funktioniert, nutzen die meisten Nutzer und Nutzerinnen NVMe-SSDs dafür. Während man bisher eine 2-TB-SSD für um die 250 bis 300 Euro bekommen hat, sind schnelle SSDs mit einer hohen TBW (Total Bytes Written) massiv im Preis gestiegen. Mittlerweile muss man über 400 Euro zahlen und teilweise lange warten. Meine Corsair Force Series MP600 mit 2 TB, die ich vor einiger Zeit für 300 Euro bestellt hatte, wurde einfach nicht ausgeliefert und immer wieder verschoben. Mittlerweile hab ich storniert. Große SSDs sind deswegen so beliebt, weil man dann mehrere Plots gleichzeitig erstellen kann. Wie das alles funktioniert, habe ich in diesem Chia-Artikel zusammengefasst.

Der Hype um Chia sorgt aktuell also dafür, dass man große Festplatte und schnelle SSDs nur sehr schwer bekommt und dann deutlich mehr bezahlen muss. Das Plotten im Pool wurde verschoben, sodass der Trend zunächst einmal noch anhalten dürfte bis Ende Mai. Was danach kommt, wird sich zeigen müssen.

Erste Insider steigen zum Plotten auf SAS-Serverfestplatten um

Wer mit einer normalen Consumer-SSD schnell viele Plots erstellt, zerstört den Speicher in kürzester Zeit. Deswegen beobachte ich aktuell einen Wechsel zu gebrauchten SAS-Serverfestplatten. Es werden kleinere Modelle gebraucht bei eBay gekauft und auf jeder Platte mit weniger Speicher parallel mehrere Plots erstellt. Dafür muss man nur einen SAS-auf-SATA-Adapter holen und die Festplatten an seinen normalen PC anschließen. Dauert mit bis zu 12 Stunden pro Plot zwar länger, doch man macht nichts kaputt. Auf Dauer sicher die sinnvollere Lösung.

Ich werde das Chia-Thema weiter begleiten und mache da mit den Ressourcen, die mir zur Verfügung stehen, aktuell auch mit. Geld investieren, bis auf die SSD, die ich eh kaufen wollte, werde ich aber nicht.