Wie sah das macOS der 90er-Jahre aus? Das kann man nun selbst erkunden: Mit einer neuen App, die Mac OS 8 auf modernen Computern emuliert. Also nicht nur auf Macs, sondern auch Windows- und Linux-PCs. Sogar Spiele sind schon vorinstalliert. 

 

macOS 10.15

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Mac OS 8 kehrt zurück: Retro-Mac-System zum Selbstausprobieren

Slack-Entwickler Felix Rieseberg packt Mac OS 8 in eine App, die man auf modernen Computern installieren kann. Seine Software gibt sich dabei als Macintosh Quadra aus dem Jahr 1991 aus, auf dem neben Mac OS 8.1 auch gleich ein paar Retro-Spiele zu finden sind. Seine App hat Rieseberg mit der Programmiersprache JavaScript geschrieben und nutzt die Entwicklerschnittstelle Electron – daher lässt sich das Retro-Mac-System „macintosh.js“ nicht nur auf modernen Macs, sondern auch auf Geräten mit Windows und Linux installieren. Die Links zum Download findet man auf Riesebergs Seite bei GitHub.

Kurz vor Apples nächstem Prozessorwechsel von Intel hin zu eigenen Chip-Designs kann man mit dem Programm noch einmal nachspüren, wie sich ein Mac noch vor der PowerPC-Ära angefühlt haben muss. Im Macintosh Quadra war nämlich noch ein Chip von Motorola verbaut. Mitte der 90er hatte sich Apple von Motorola-Prozessoren der 68000-Serie verabschiedet, verbaute danach für rund 10 Jahre PowerPC-Prozessoren. Die ersten Macs mit Intel-Prozessoren stellte Steve Jobs Anfang 2006 vor.

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Photoshop läuft, aber Einschränkungen gibt es

Mac OS 8 lässt sich mit Riesebergs App nahezu vollumfänglich verwenden. Sogar Dateien lassen sich in der Software öffnen. Mehrere Apps sind vorinstalliert, darunter Photoshop 3, Premiere 4, Illustrator 5.5, StuffIt Expander und das „Apple Web Page Construction Kit“.

Sogar Gaming ist möglich: Vorinstalliert sind die Spiele Oregon Trail, Duke Nukem 3D, Civilization II, Alley 19 Bowling, Damage Incorporated und Dungeons & Dragons. Sie stammen offenbar von einer Demo-CD des Printmagazins Macworld aus dem Jahre 1997.

Es gibt aber Einschränkungen: Mit dem Internet lässt sich das virtuelle System, das Rieseberg selbst als „Spielzeug“ bezeichnet, nicht verbinden. Das würde sich laut dem Entwickler auch nicht lohnen: Nicht einmal Google könne man damit mehr öffnen. Die Webbrowser Internet Explorer und Netscape sind zum „Herumspielen“ dennoch installiert.

Thomas Konrad
Thomas Konrad, GIGA-Experte für macOS, iOS und Apple-Hardware.

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