Längst ist Cloud-Gaming in aller Munde. Doch was genau ist das überhaupt und was unterscheidet die verschiedenen Anbieter wie Google Stadia oder PS Now voneinander? GIGA erklärt, welche Cloud-Gaming-Services es aktuell gibt, wie sie im Vergleich abschneiden und worauf man bei den verschiedenen Abos achten muss – so trefft ihr garantiert die richtige Wahl.

 

Kaufberatung

Facts 

Euer Gaming-PC ist nicht mehr der neueste und kommt bereits beim bloßen Anblick von bevorstehenden AAA-Releases wie Cyberpunk 2077 ins Schwitzen? Ihr habt nun zwei Möglichkeiten: Entweder ihr verpasst eurem Rechner ein kostspieliges Upgrade – beispielsweise in Form einer neuen Grafikkarte. Oder ihr entscheidet euch für einen der zahlreichen Cloud-Gaming-Dienste und macht damit die Anschaffung eines neuen, teuren Rechners obsolet.

Derartige Dienste kosten euch monatlich oftmals nur den Bruchteil eines leistungsstarken Gaming-Rechners und erlauben es dennoch, alle erdenklichen Spiele zu zocken. Das ist aber längst nicht der einzige Grund, warum sich ein Abo bei einem der zahlreichen Anbieter lohnen könnte. Wir haben uns einige der beliebtesten Cloud-Services näher angeschaut und gehen im Detail auf die jeweiligen Leistungen, Möglichkeiten sowie Kosten ein.

Cloud-Gaming-Dienste 2020: Alle Anbieter im Überblick

Verfügbare SpielePreis (monatlich)PlattformKaufen
Shadowab 12,99 EuroPC, Mac, Android, iOSBei Shadow
PlayStation Now800+9,99 EuroPC, PS4Im PS Store
Google Stadia40+kostenlos/9,99 EuroPC, AndroidIm Google Store
GeForce Now1.000+kostenlos/5,49 EuroPC, Mac, Android, Shield TVBei Nvidia

Der absolute Alleskönner: Shadow

Das ist Shadow

Wer auf der Suche nach einem wahren Multitalent unter den Cloud-Gaming-Diensten ist, der ist bei Shadow absolut an der richtigen Adresse. Hier erhaltet ihr nämlich Zugriff auf euren eigenen virtuellen Windows-PC. Somit könnt ihr jedes Spiel, das sich in eurem Besitz befindet, aus der Cloud streamen. Darüber hinaus können Nutzer diesen virtuellen Rechner ebenso für zahlreiche Dinge abseits von Gaming verwenden. Fotobearbeitung oder Videoschnitt? Alles kein Problem.

Zukünftig sollen euch außerdem verschiedene Abonnements zur Verfügung stehen. Wer also bereit ist, etwas tiefer in die Tasche zu greifen, erhält Zugriff auf umso potentere Hardware und kann sogar von 4K-Grafik sowie Raytracing profitieren. Dabei soll gesagt sein, dass selbst das günstigste Abo mehr als ausreichend ist, um so gut wie jeden gängigen Titel in bester Qualität und Full-HD-Auflösung zu spielen. Es ist also für jeden etwas dabei, zumal Shadow auf so gut wie jeder Plattform funktioniert.

Hinweis: Die Konfigurationen Shadow Ultra für 24,99 Euro sowie Infinite für 39,99 Euro pro Monat sind aktuell noch nicht verfügbar. Neukunden steht momentan daher nur das Standard-Abonnement Shadow Boost ab 12,99 Euro zur Verfügung.

Shadow Boost jetzt vorbestellen

Vorteile

  • Zahlreiche Einsatzmöglichkeiten abseits von Gaming
  • Unterstützt Raytracing
  • Unbegrenzte Spielmöglichkeiten
  • Für PC, Mac, iOS und Android verfügbar

Nachteile

  • Hoher Preis
  • Bedienung teils mit mehr Aufwand verbunden

Das Beste für Konsolenspieler: PlayStation Now

Sonys Abo-Service erfordert nicht einmal eine Konsole. Denn PlayStation Now funktioniert nicht nur auf PS4, sondern auch auf Windows-PCs (optional mit Dualshock-Controller). Der Dienst ist für 9,99 Euro im Monat, 24,99 Euro für drei Monate oder 59,99 Euro für ein Jahr verfügbar. Im reichhaltigen Programm finden sich über 800 Spiele aus allen Genres, die ursprünglich auf der PS2, PS3 oder PS4 erschienen sind. Hineinschnuppern in den Service könnt ihr dank einer siebentägigen Probephase.

Die Titel lassen sich entweder herunterladen (nicht bei PS3-Spielen) oder direkt streamen – je nachdem ob ihr genug Festplattenplatz oder eine gute Internetleitung besitzt. Vorsicht: Einige Spiele sind nur ein paar Monate im Programm, weshalb man diese als erstes in Angriff nehmen sollte. Spielstände verbleiben lokal oder in der Cloud und können mit Erwerb der Kaufversionen weiter genutzt werden.

Die Auswahl an Games ist vorzüglich: Es finden sich Must-Haves wie GTA 5, Uncharted 4, The Last of Us und Persona 5. Auch PS3-Klassiker wie Red Dead Redemption, Metal Gear Solid 4, Bioshock oder Fallout New Vegas überzeugen. Über PS Now sind übrigens auch Mehrspieler-Partien (z. B. in GTA Online oder Elder Scrolls Online) möglich. Ebenso lassen sich Trophäen einheimsen. Sony empfiehlt eine Bandbreite von mindestens 5 MBit/s für das Streaming. In der Praxis sind jedoch 25 MBit/s sowie der Anschluss über LAN-Kabel ratsam. Sonst kann es hin und wieder zu Aussetzern und Stotterern kommen. Kurzum bietet PlayStation Now ein reichhaltiges Angebot zum fairen Preis.

PlayStation Now Jahresabo sichern

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PlayStation Now: Alle Spiele, die du streamen kannst + Liste

Vorteile

  • Große Auswahl an PS2-, PS3- und PS4-Spielen
  • Zahlreiche Titel auch offline spielbar
  • PS4-Exklusivtitel auf dem PC spielbar

Nachteile

  • PS4 Controller notwendig (auch am PC)
  • Viele Spiele nur kurzfristig verfügbar
  • Spiele-Streaming auf 720p und 30 FPS beschränkt

Kostengünstige Alternative: Google Stadia

Google fährt mit ihrem Cloud-Gaming-Angebot Stadia derzeit ein gänzlich anderes Konzept. Bei Stadia handelt es sich nämlich um eine eigenständige Plattform, so wie beispielsweise den PC oder die PS4. Somit können nur Spiele per Stadia gestreamt werden, die ihr separat für die Plattform erworben habt oder die im Stadia Pro Abo für knapp 10 Euro im Monat enthalten sind. Was Online-Titel wie Destiny 2 anbelangt, ist nach momentanem Stand außerdem kein Crossplay mit anderen Plattformen geplant. Das sollte bei einer Kaufentscheidung also berücksichtigt werden.

Löblich ist dafür die nahtlose Integration von Stadia in ihr bisheriges Ökosystem. Entscheidet ihr euch beispielsweise für die Premiere Edition, so erhaltet ihr zusätzlich zum Pro Abo den Stadia Controller samt Google Chromecast. Letzteres ist für das Zocken auf dem Fernseher auch notwendig, während der Controller rein optionaler Natur ist. Durch dedizierte Buttons für Screenshots und den Google Assistant ist dieser aber deutlich smarter als gewöhnliche Controller.
So vielversprechend Google Stadia insgesamt auch klingt, fühlt es sich stellenweise dennoch eher wie eine unfertige Beta an. Viele grundlegende Funktionen fehlen nach wie vor und sollen laut Aussagen von Google erst durch spätere Updates nachgereicht werden. Die fehlende Integration von Crossplay ist ebenso fragwürdig. Dafür könnt ihr Stadia in der Basisversion völlig kostenlos zu nutzen. Also die ideale Gelegenheit, um den Dienst bedenkenlos auszuprobieren, um sich hinterher ein eigenes Urteil zu bilden.

Google Stadia Premiere Edition jetzt bestellen

Vorteile

  • Stadia Base kostenlos nutzbar
  • Regelmäßig kostenlose Spiele für Besitzer von Stadia Pro
  • Optionaler Controller mit nützlichen Zusatzfunktionen

Nachteile

  • Spiele müssen separat erworben werden
  • Gekaufte Spiele sind an die Plattform gebunden
  • Kein Crossplay
  • Geringe Auswahl an Spielen

Einfachste Handhabung: GeForce Now

GeForce Now aus dem Hause Nvidia lässt sich wohl am besten als eine Mischung aus den Diensten Shadow und Google Stadia beschreiben. Es gibt einerseits eine vorgegebene Auswahl an Spielen, diese fällt mit über 400 Titeln (Tendenz steigend) jedoch deutlich umfangreicher aus als bei Stadia. Andererseits herrscht keine Plattformbindung und es steht euch offen, welches Gerät ihr zum Zocken nutzen wollt. Ein Blick auf die Liste der unterstützten Spiele wäre vorher jedoch ratsam.

Ein weiterer großer Vorteil von GeForce Now ist die einfache Handhabung. Über 200 Spiele sind vorinstalliert und solltet ihr diese bereits besitzen, könnt ihr mit nur einem Klick direkt loslegen. Alle weiteren Games können innerhalb weniger Sekunden heruntergeladen werden und sind somit ebenso leicht zugänglich. Ewige Downloadzeiten adé!

Zum aktuellen Zeitpunkt stehen euch zwei Optionen zur Verfügung: Ihr könnt den Dienst entweder kostenlos nutzen oder ihr werdet für 5,49 Euro im Monat ein Founder-Mitglied. Die erste Variante hat allerdings den Haken, dass ihr maximal eine Stunde am Stück spielen könnt. Die kostenpflichtige Version hingegen erlaubt längere Sessions und unterstützt sogar Raytracing.

 Founder-Mitglied bei GeForce Now werden

Vorteile

  • Kostenlose Version verfügbar
  • Einfache Handhabung durch zahlreiche vorinstallierte Spiele
  • Stetig wachsende Auswahl an Spielen
  • Unterstützt Raytracing

Nachteile

  • Einige Spiele werden nicht unterstützt
  • Founders Edition nur begrenzt verfügbar

So haben wir getestet

Cloud-Gaming ist inzwischen auf fast allen gängigen Plattform verfügbar. Aus diesem Grund war es uns auch wichtig, jeden dieser Bereiche mit unserer Auswahl abzudecken. So soll gewährleistet werden, dass im Idealfall für jeden ein passender Anbieter dabei ist. Um euch also den bestmöglichen Überblick verschaffen zu können, haben wir neben unseren eigenen Erfahrungen ebenso externe Meinungen in unsere Entscheidung mit einfließen lassen.

An dieser Stelle soll noch erwähnt werden, dass es sich bei Cloud-Gaming nach wie vor um ein relativ neues Konzept handelt. Gleichzeitig entwickelt sich dieses aber rasant weiter, was sich vor allem bei den einzelnen Anbietern zeigt. Diese bieten euch nämlich zunehmend mehr Features oder aber komplett neue Abo-Modelle.

Welche Dienste kommen in Zukunft?

An dieser Stelle sollen noch weitere Cloud-Gaming-Dienste genannt werden, die in absehbarer Zeit auf den Markt kommen. Aus dem Hause Microsoft kommen sogar direkt zwei Anwendungen. Die interessantere von beiden ist wohl Project xCloud. Diese ermöglicht euch das Streamen von Xbox-Titeln aus der Cloud auf euer Smartphone – sowohl über WLAN als auch über das Mobilfunknetz. Das Pendant dazu für Konsolenspieler stellt Xbox Console Streaming dar. Hier streamt ihr die Spiele von eurer eigenen Xbox One auf euer mobiles Gerät.

Für die Vorschau von Project xCloud registrieren

Medion möchte zukünftig ebenfalls im Cloud-Gaming-Sektor mitmischen und wird in absehbarer Zeit mit Medion ERAZER Cloud Gaming an den Start gehen. Ähnlich wie bei der Konkurrenz soll es auch hier eine vordefinierte Auswahl an Spielen geben. Diese beschränkt sich zu Beginn jedoch auf nur etwa 50 Titel, die dafür allesamt im Abo für monatlich 9,99 Euro enthalten sind. Es bleibt abzuwarten, welche Spiele das genau sein werden und welche zukünftig noch dazukommen.

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Cloud-Gaming: Wie funktioniert das?

In der Regel funktioniert der Großteil der Cloud-Streaming-Dienste auf die selbe Art und Weise: Euch steht ein Server mit äußerst leistungsstarker Hardware zur Verfügung, auf dem eure eigenen jeweiligen Spiele dann tatsächlich laufen. Lediglich das ausgegebene Bild wird über eine App auf euer Endgerät gestreamt. Deshalb ist es auch egal, über wie viel Leistung es verfügt. Die eigentliche Arbeit übernimmt der externe Server.

Das bedeutet: Solange das Gerät eurer Wahl – das kann entweder ein Smartphone, Tablet oder auch ein in die Jahre gekommener PC/Laptop sein – Videos flüssig wiedergeben kann, könnt ihr vermutlich auch ohne Weiteres auf Cloud-Gaming zurückgreifen.

Gutes Internet wird benötigt: Was muss ich beachten?

Der Teufel liegt bekanntlich im Detail. Der wichtigste Faktor, wenn es darum geht, aus der Wolke zu zocken: eine schnelle sowie stabile Internetverbindung. Hier versuchen sich die zahlreichen Dienste natürlich zu unterbieten, indem sie mit möglichst geringen Mindestvoraussetzungen in Bezug auf die benötigte Internetleistung werben. Dabei bewegen sich diese Angaben zwischen 5 Mbit/s bis zu 35 Mbit/s oder mehr. Die Faustregel lautet: Je besser euer Spielerlebnis sein soll (FPS, Bildwiederholrate, Auflösung und Grafikqualität), desto leistungsfähiger muss auch euer Internet sein.

Damit ihr bei so vielen Zahlen den Überblick nicht verliert, hier ein kurzes Rechenbeispiel. Angenommen, ihr verfügt über eine 16.000er-Leitung, so würde das einer Geschwindigkeit von umgerechnet etwa 16 Mbit/s entsprechen. Die meisten Dienste erfordern jedoch mindestens 20 Mbit/s, damit ihr mindestens mit einer Auflösung von 1080p und mit flüssigen 60 FPS zocken könnt.

Unsere Empfehlung: Für das optimale Spielerlebnis solltet ihr mindestens über eine 50.000er-Leitung verfügen und euch außerdem einen zuverlässigen Provider suchen. Praktischerweise könnt ihr bei einigen Anbietern wie beispielsweise Google Stadia eure Internetgeschwindigkeit direkt auf der Webseite des Services testen lassen. Somit erfahrt ihr vorab, ob ein Upgrade des eigenen Internets überhaupt notwendig ist.

Hier geht's zum offiziellen Google-Stadia-Speedtest

Worin unterscheiden sich die Dienste?

Auf den ersten Blick mögen sich die Cloud-Gaming-Angebote allesamt sehr ähnlich sehen, dennoch unterscheiden sie sich in einigen Punkten sehr stark voneinander. Das fängt damit an, in welcher Auflösung ihr spielen wollt. Während einige Services lediglich eine Auflösung von 1080p bieten, könnt ihr bei anderen Diensten sogar in 4K oder aber mit einer erhöhten Bildwiederholrate von 144 Hz spielen. Hierbei hängt alles erneut von eurer zur Verfügung stehenden Internetleitung ab  mehr Pixel oder FPS brauchen immer auch mehr Bandbreite.

Der nächste große Punkt wären die Spiele selbst. Viele der Anbieter bieten eine vordefinierte Auswahl an Spielen. Diese wird erfahrungsgemäß zwar stetig erweitert, sollte euer absolutes Lieblingsspiel aber trotzdem nicht mit dabei sein, könnte das ein K.O.-Kriterium darstellen. Es wäre also ratsam, sich im Vorfeld über den angebotenen Spielekatalog zu informieren. Im Falle von Shadow wird euch sogar ein kompletter virtueller Windows-PC zur Verfügung gestellt. In diesem Fall habt ihr also theoretisch unbegrenzte Möglichkeiten, die sich nicht nur auf Zocken beschränkt.

Google Stadia: Alles was ihr wissen müsst - rund um die neue Gaming-Plattform

Cloud-Gaming-Abo als die Ideallösung?

Inzwischen scheinen sich die zahlreichen Abo-Strukturen auch zu vermischen und daher entstehen immer mehr Hybride – gutes Beispiel hierfür ist PlayStation Now. Diese Abo bietet euch einerseits eine Spiele-Flatrate und gleichzeitig könnt ihr Spiele sowohl auf eure Konsole als auch auf euren PC streamen. Dieses Rundumpaket erscheint als die logische Folge auf die bisherige Entwicklung und wir zukünftig wohl vermehrt in dieser Form auftauchen.