Huawei zieht die Daumenschrauben an: Eine bestimmte App ist ab sofort verpflichtend. Wearables von Huawei können sonst nicht mehr vollständig genutzt werden. Die Änderung betrifft dabei aber nicht nur Huawei-Smartphones, wie sich zeigt.

Huawei: AppGallery muss installiert sein

Wer einen Fitness-Tracker oder andere Wearables von Huawei besitzt, der wird nun vom Hersteller gezwungen, den App-Store AppGallery auf seinem Smartphone zu installieren. Ist das nicht der Fall, dann kann die Health-App von Huawei nicht mehr weiter benutzt werden. Diese wiederum wird aber benötigt, um ein Huawei-Wearable mit einem Handy eines anderen Herstellers verbinden zu können. Huawei zwingt also Besitzer von Samsung-, Xiaomi- und OnePlus-Handys, die AppGallery auf ihren Smartphones einzusetzen.

Viele Nutzer beschweren sich gerade in den offiziellen Foren über dieses Vorgehen, wie Gizmochina berichtet. Bislang reichte es völlig aus, die Health-App des Herstellers über den Play Store von Google zu beziehen, um auch Smartphones von Drittanbietern mit Wearables von Huawei verbinden zu können. Damit ist nun allem Anschein nach Schluss, die App muss zwingend über die AppGallery installiert werden. Ein Workaround ist bisher noch nicht bekannt.

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Huaweis AppGallery ist die hauseigene Lösung in direkter Konkurrenz zum Play Store von Google. Zwar lassen sich heute schon viele Apps über Huaweis App-Store beziehen, doch gerade die größten Anbieter haben bislang die Finger von der AppGallery gelassen. Apps von Google wie Gmail oder Google Maps sind dort nicht in offizieller Version zu finden. Was für den chinesischen Markt vielleicht keine Rolle spielen mag, ist für Huawei-Kunden außerhalb Chinas ein K.O-Kriterium.

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Huawei: Soll die AppGallery künstlich bekannter werden?

Warum der Hersteller die AppGallery nun zur Pflicht macht, wurde offiziell nicht kommuniziert. Spekulationen über die Begründung laufen derzeit in die Richtung, dass Huawei den eigenen App-Store künstlich bekannter machen und auch den Weg auf Handys von anderen Anbietern finden möchte.

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Amerikanischen Unternehmen – wie zum Beispiel Google – ist es wegen eines Embargos der USA seit einem Jahr nicht mehr erlaubt, mit Huawei Geschäfte zu betreiben. Das betrifft unter anderem auch den Play Store, der seitdem auf neuen Handys von Huawei nicht mehr zur Verfügung steht, aber mit Mühen nachinstalliert werden kann. Huawei präsentiert die AppGallery als Alternative.

Simon Stich
Simon Stich, GIGA-Experte für Smartphones, Mobilfunk und die Gerüchteküche.

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