Im Kampf gegen AMD: Das hält Nvidia von den neuen Grafiktechnologien der Konkurrenz

Robert Kohlick 1

Während der E3-Präsentation stellte AMD drei neue Technologien vor, die für eine höhere Bildschärfe, bessere Post-Processing-Effekte und geringeren Input-Lag sorgen sollen. Statt Sorgenfalten auf die Stirn zauberte diese Ankündigung beim Erzrivalen Nvidia aber nur ein müdes Lächeln aufs Gesicht – und das hat gute Gründe. 

Im Kampf gegen AMD: Das hält Nvidia von den neuen Grafiktechnologien der Konkurrenz
Bildquelle: Nvidia / AMD / Getty Images – edhar.

Radeon Anti-Lag und Co: Das können AMDs neue Grafiktechnologien

Neben Ryzen-Prozessoren und Navi-Grafikkarten sprach AMD während der E3-Präsentation auch ein ganz anderes Thema an: neue Grafiktechnologien. Mit Radeon Image Sharpening, FidelityFX und Radeon Anti-Lag will AMD die Bildqualität und Reaktionszeiten in aktuellen Spielen verbessern, ohne dabei Abstriche in der Performance in Kauf nehmen zu müssen. Doch was genau leisten die drei neuen Technologien? Hier eine kurze Zusammenfassung:

  • FidelityFX: Ein Open-Source-Entwickler-Kit, welches Spieleentwicklern erlaubt, anspruchsvolle Post-Processing-Effekte für Spiele zu erstellen, die kaum Auswirkungen auf die Performance haben sollen. Gleichzeitig kann die Technologie dazu genutzt werden, unscharfe oder weichgezeichnete Bildbereiche kontrastadaptiv nachzuschärfen.
  • Radeon Image Sharpening: Spiele, die FidelityFX nicht unterstützen, können von Radeon Image Sharpening profitieren. Im Großen und Ganzen handelt es sich um eine Art Upscaling-Technologie, die in kontrastreichen Szenen künstlich mehr Details berechnet, ohne dadurch die Bildrate signifikant in Mitleidenschaft zu ziehen.
  • Radeon Anti-Lag: Geringere Latenzzeiten zwisschen Input und Display, ohne die Bildwiederholungsrate zu erhöhen – das verspricht Radeon Anti Lag.

Alter Wein in neuen Schläuchen? Nvidia versucht AMD bloßzustellen

Laut Nvidia erfindet AMD mit diesen neuen Technologien das Rad nicht neu. Gegenüber dem Online-Magazin Wccftech ließ der Leiter des Produktmanagements bei Nvidia, Justin Walker, verlauten, dass Besitzer einer Nvidia-Karte bereits seit geraumer Zeit ähnliche Funktionen nutzen können:

Wir unterstützen die Möglichkeit des Nachschärfens in Nvidia Freestlye schon sehr lange. Nvidia Freestyle hat eine ganze Palette an unterschiedlichen Filtern, einer erhöht auch die Bildschärfe. Also wenn du damit herumspielen willst, dann vergiss nicht, dass du nicht extra darauf warten musst.

Doch auch AMD-Nutzer können ähnliche Techniken bereits mit dem Open-Source-Tool ReShade nutzen, müssen dann jedoch, je nach gewähltem Effekt, mit hohen Leistungseinbußen rechnen. Genau diese Einschränkung soll es bei der Nutzung von Radeon Image Sharpening jedoch nicht geben.

Auch AMDs Radeon Anti-Lag hat Nvidia etwas entgegenzubieten, so Justin Walker:

Ich denke, dass das etwas ist, was wir maximale Anzahl der vorgerenderten Bilder nennen. Das bieten wir bereits seit einiger Zeit in unseren Systemeinstellungen an. Das kann, abhängig von deiner Bildrate, vielleicht 20 Millisekunden an Lag verursachen. In den Systemeinstellungen kannst du selber festlegen, wieviele Bilder maximal vorgerendert werden. Ich glaube, dass sie genau damit arbeiten: Sie setzen das Maximum der vorgerenderten Bilder auf eins. Damit gibt es keine Pufferung, was sich vielleicht negativ auf die Bildrate auswirkt, dafür aber die Verzögerung minimiert.

Im Anschluss gab Walker jedoch zu, dass er nicht genau weiß, ob AMDs Radeon Anti-Lag-Technologie nach demselben Prinzip operiert.

Nvidia vs. AMD: Am Ende gewinnt der Kunde

Hat AMD also nichts anderes gemacht, als bereits bestehende Technologien aufzugreifen und anzupassen? Um sich hier ein Urteil erlauben, gibt es bislang zu wenige Informationen. Doch selbst wenn dem so sein sollte, ist das weder ein Sieg für Nvidia, noch eine Niederlage für die Konkurrenz. Schließlich können sich die Käufer einer AMD-Karte am Ende immer noch darüber freuen, dass sie schon bald Zugriff auf Technologien erhalten, die ihre Spiele noch besser aussehen lassen und den Input-Lag reduzieren, ohne dabei einen deutlichen Abfall der Bildrate in Kauf nehmen zu müssen..

Während sich AMD im Grafikkartenbereich mit Nvidia fetzt, liefert sich das Unternehmen bei CPUs einen harten Kampf mit seinem Rivalen Intel:

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Werdet ihr AMDs neue Grafiktechnologien in Zukunft nutzen? Denkt ihr, dass AMD nur Nvidia kopiert hat? Oder sieht Team Grün nur seine Felle davonschwimmen und hofft auf diese Weise, irgendwie im Gespräch bleiben zu können? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare.

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