Wer aktuell eine besonders leistungsstarke Grafikkarte sucht, kommt nicht an Nvidia vorbei. Das Problem an der Sache: Die Top-Hardware verkommt innerhalb kurzer Zeit zum alten Eisen. Bei AMD hingegen sieht das etwas anders aus, wie sich jetzt herausstellt. 

AMD vs. Nvidia: Wer holt mehr aus seinen alten Grafikkarten raus?

Vor Kurzem erschien mit Doom Eternal ein neuer Shooter von id Software, der nicht nur phänomenal aussieht, sondern sich auch fantastisch spielt, wie unser Test zeigt. Dank der neuen „id Tech 7“-Engine läuft die muntere Dämonenschießbude auch auf Mittelklasse-Systemen butterweich.

Doch wie sieht es mit uralter Hardware aus? Die Entwickler selbst geben als minimale Systemanforderungen eine Nvidia GTX 1050 Ti (Ende 2016) und eine AMD Radeon R9 280 (Sommer 2014) an. Der Technik-YouTuber Hardware Unboxed wollte es jedoch wissen und hat allerlei alte Karten aus dem Schrank gekramt und in Doom Eternal einigen Benchmarks unterzogen. Dabei entschied er sich auch für die Nvidia GeForce GTX 680 und die AMD Radeon HD 7970 GHz – beides waren im Jahr 2012 absolute Spitzenmodelle. Doch wie unterschiedlich schnell die beiden Grafikkarten gealtert sind, zeigt das Ergebnis:

Die Leistung der getesteten Grafikkarten in der Übersicht (Bild: YouTube / Hardware Unboxed)

Gerade einmal 29 FPS kann die GeForce GTX 680 heute noch in Doom Eternal liefern – und das in Full-HD-Auflösung mit niedrigen Einstellungen. Wirklich flüssig fühlt sich das nicht an. Ganz anders sieht es da bei AMDs Radeon HD 7970 GHz aus. Die betagte GPU spuckt auch heute noch rund 65 FPS aus – ein echter Spitzenwert für AMDs alte Grafikkarte.

AMDs nächste Grafikkartengeneration wird auch Raytracing unterstützen. Wie das aussehen kann, zeigt ein erstes Video:

Raytracing auf AMD-Grafikkarten – die neue RDNA-Architektur machts möglich

AMDs „Fine Wine“-Strategie: Darum ist die alte AMD-Karte noch so leistungsstark

Doch wie kommt es, dass die beiden Top-Karten aus dem Jahr 2012 so unterschiedliche Leistungswerte aufzeigen? Zum Marktstart befanden sich doch schließlich beide etwa auf einem Level. Laut Hardware Unboxed liegt das vor allem daran, dass Nvidia bei der Entwicklung von Treibern nur noch wenig Rücksicht auf alte Grafikkarten nimmt. AMD hingegen versorgt seine GPUs deutlich länger mit neuen Treibern – ein Vorgang, den man innerhalb der AMD-Community gerne als „Fine Wine“-Strategie bezeichnet. Die Software-Updates sorgen auch immer mal wieder für eine Steigerung der Performance – AMDs Karten werden mit dem Alter immer besser.

Hier findet ihr das komplette Video von Hardware Unboxed:

Zudem sei angemerkt, dass Doom Eternal als Grafikschnittstelle auf Vulkan setzt. Hier schneiden AMD-Karten oftmals generell deutlich besser als die Konkurrenz von Nvidia. Dem Erfolg tut das jedoch keinen Abbruch.