Vor Kurzem kündigte AMD an, dass die neuen RDNA-2-Grafikkarten ebenfalls Raytracing unterstützen werden. Ist damit Nvidias einziges Alleinstellungsmerkmal gegenüber der Konkurrenz verpufft? Mit Nichten – denn genau jetzt zieht der Grafikkartenhersteller noch einmal ein Ass aus dem Ärmel, das es in sich hat. 

DLSS 2.0: Nvidia verpasst Grafiktechnologie ein Upgrade

Der Fokus von Nvidias Marketing-Strategie lag in den letzten Monaten ganz klar bei einem Thema: Raytracing. Und das aus gutem Grund. Je nach Art der Anwendung sorgt die neue Grafiktechnologie für bessere Schattenwürfe, realistischere Reflexionen oder glaubhaftere Beleuchtung. Doch neben Raytracing hatten Nvidias RTX-Karten noch einen Vorteil in petto: DLSS. Diese Technologie sorgt dafür, dass die Performance in Spielen zunimmt, ohne dafür die Auflösung reduzieren zu müssen. Dafür setzt man unter anderem auf die Verwendung von KI-Algorithmen. In der Vergangenheit sorgte DLSS jedoch für einige Probleme und konnte mitunter nicht die Ergebnisse liefern, die man sich von der neuen Technologie versprach.

Genau das soll sich mit dem großen Update ändern. In der Version 2.0 hat Nvidia noch einmal bei DLSS Hand angelegt und einige Verbesserungen vorgenommen. So wurde etwa die Verwendung des KI-Netzwerks durch die verbauten Tensor-Cores optimiert. Laut eigener Aussage sollen die entsprechenden Berechnungen nun doppelt so schnell ausgeführt werden. Das dürfte sich auch in der Performance widerspiegeln.

Zudem bietet Nvidia mit DLSS 2.0 nun drei unterschiedliche Modi an, zwischen den die Nutzer jederzeit wechseln können: Qualität, Ausgewogenheit, Leistung. Je nach Einstellungen setzt DLSS bei der Berechnung den Schwerpunkt auf eine möglichst qualitativ hochwertige Darstellung oder eine möglichst hohe Bildrate. Wird etwa die letzte Option gewählt, skaliert DLSS ein Full-HD-Bild bis auf 4K hoch – zumindest, wenn der Monitor das hergibt.

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Nvidia DLSS 2.0 – Das ändert sich mit dem neuen Update

DLSS: Implementierung für Entwickler ab sofort deutlich einfacher

Übrigens verschwindet mit der neuen Version auch ein weiterer Nachteil von DLSS: Die umständliche Implementierung der Grafiktechnologie. Während für die erste Variante noch für jedes Spiel ein extra DLSS-Profil von Nvidia durch einen Supercomputer angefertigt werden musste, wird nun ein  spieleübergreifendes Netzwerk genutzt. Auf diese Weise soll DLSS noch schneller in neue Spiele integriert werden. Zudem wird DLSS 2.0 nun nativ von der Unreal Engine 4 unterstützt.

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DLSS 2.0 wird vorerst nur von MechWarrior 5: Mercenaries, Deliver Us The Moon und Wolfenstein: Youngblood unterstützt, im Laufe der Woche gesellt sich Control mit hinzu. Je nach Anwendungsfall erwartet Nvidia im Vergleich zur alten Version Leistungssteigerungen von bis zu 75 Prozent.