Der deutsche Autofahrer muss einiges erdulden: Die Lieferzeiten für Neuwagen sind seit Monaten hoch, an der Tankstelle wird es gerade wieder teurer. Auch die Preise, um sich einen neuen fahrbaren Untersatz zuzulegen, ziehen an. Die Experten vom Center for Automotive Research erwarten, dass es für Autokäufer noch viel schlimmer kommt.

Autopapst Dudenhöffer rechnet mit Preisexplosion bei Neuwagen

Ob an der Tankstelle, beim Wocheneinkauf oder auf der Nebenkostenabrechnung – Preise und Kosten kennen derzeit praktisch überall nur eine Richtung: nach oben. Der Automarkt ist dabei keine Ausnahme. Seit Monaten steigen die Preise immer weiter. Die Autoexperten vom Center for Automotive Research (CAR) rund um Ferdinand Dudenhöffer stellen in ihrer aktuellen Analyse fest: „Die Inflation ist im deutschen Neuwagenmarkt angekommen“ (Quelle: Welt).

Was genau das bedeutet, wird beim Blick auf die Durchschnittspreise der 30 meistverkauften Autos deutlich: Um 7,5 Prozent sind die Preise für Verbrenner im August 2022 gegenüber dem Vorjahr angestiegen. 31.913 Euro mussten Käuferinnen und Käufer im Durchschnitt bezahlen.

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Elektroautos trifft die Preissteigerung sogar noch etwas mehr: Hier kommt im Vorjahresvergleich ein Plus von 8,2 Prozent zusammen. Für die 15 meistverkauften E-Autos in Deutschland zahlten ihre neuen Besitzer durchschnittlich 42.786 Euro. Bisher sei die Preissteigerung allerdings noch nicht richtig in Fahrt gekommen. Der Hauptgrund sei laut CAR die hohe Nachfrage gewesen, die auf ein Angebot traf, das aus verschiedenen Gründen nicht mithalten konnte.

Die eigentliche Inflation kommen hingegen jetzt erst zum Tragen – und wird die Preise in noch ganz andere Höhen schrauben. Zum einen werden die hohen Energie- und Rohstoffpreise, die die Autobauer zahlen müssen, in den kommenden Monaten immer weiter bis zu den Endkundenpreisen durchschlagen.

Autos werden immer teurer, auch bei E-Autos schrumpft der Kostenvorteil mit der Zeit:

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Doppelte Inflation: Eigenes Auto bald nur noch was für Reiche

Ein zweiter Faktor macht dann für die Käufer das neue Auto nochmal teurer: Steigende Zinsen mögen sich auf dem Konto gut machen, sorgen aber auch dafür, dass die Kosten für eine Kreditfinanzierung, Leasingraten und die Preise von Abo-Modellen für Neuwagen steigen werden. „Da mehr als zwei Dritteln der Neuwagenzulassungen von Privatkunden Kreditverträge zugrunde liegen, tritt ein doppelter Inflationseffekt auf“, meint Autopapst Dudenhöffer.

Als drittes kommt hinzu, dass viele Autobauer teurere Modelle priorisiert haben. In den Monaten der Produktionseinschränkungen hat das saftige Gewinne gesichert. Die Auswahl erschwinglicher Modelle hingegen hat abgenommen. All diese Effekte sorgen jetzt dafür, dass ein Neuwagen – ebenso wie mancher Gebrauchter – für immer weniger Leute eine Option darstellt. Das Auto wird immer mehr zu einem Luxusgut, das sich längst nicht mehr alle Bundesbürger leisten können.