So viel kostet die Apple Card wirklich: Lohnt sich das für die Bank?

Holger Eilhard 1

Die Kooperation zwischen Apple und Goldman Sachs brachte den ersten iPhone-Besitzern in den vergangenen Tagen die Apple Card. Ein aktueller Bericht zeigt, was die Bank, die hinter der Kreditkarte steht, investieren muss und welche Risiken dies birgt.

So viel kostet die Apple Card wirklich: Lohnt sich das für die Bank?
Bildquelle: Apple.

Apple Card: Kreditkarte könnte für Verluste sorgen

In dem Report von CNBC (via 9to5Mac) beschreibt Bill Carcache, Analyst bei Nomura, einige Details zu Hintergründen der Apple Card. So könnte die Apple Card aufgrund der fehlenden Gebühren und geringen Zinsen zum Problem für Goldman Sachs, der Bank hinter der Kreditkarte, werden. Laut den Nachforschungen von Carcache bezahlt die Bank für jeden neuen Nutzer 350 US-Dollar, was bedeuten soll, dass man erst nach vier Jahren Gewinne bei einem Kunden einfahren kann.

Genau dieser lange Zeitraum könnte der Bank aber zum Verhängnis werden, da der Analyst Anzeichen für eine Rezession in den USA sieht. Hinzu kommt, dass Banken normalerweise zwei Jahre nach der Herausgabe einer Kreditkarte die höchsten Verluste sehen. Frühere Berichte besagen außerdem, dass Goldman Sachs auch vielen Personen eine Apple Card gibt, die keine gute Kreditwürdigkeit besitzen.

Andere Banken sollen bei den Gesprächen mit Apple von einer Partnerschaft abgesehen haben, da sie Befürchtungen aufgrund des Erfolgs hatten. So soll Citigroup beispielsweise in den fortgeschrittenen Verhandlungen mit dem iPhone-Hersteller am Ende auf eine Kooperation verzichtet haben.

Die erste Kreditkarte aus Cupertino zeigt sich Apple-typisch in einem schlichten Design:

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Apple Card: So ausgeklügelt ist das Design der Kreditkarte.

Apple Card: Goldman Sachs erwartet keine schnellen Gewinne

Goldman Sachs sieht die Apple Card hingegen als langfristige Investition. Ähnlich sieht es am Ende auch der Analyst von Nomura, der schon weitere Produkte von Apple sieht, die man in Zusammenarbeit mit der Bank anbieten könnte. Als konkretes Beispiel nennt der Analyst eine Debitkarte. Die Einnahmen in diesem Bereich sollen im vergangenen Jahr 15 Milliarden US-Dollar betragen haben.

Ob und wann die Apple Card auch außerhalb der USA verfügbar sein wird, ist bislang jedoch weiterhin unbekannt. Der CEO von Goldman Sachs macht in einem Interview jedoch Hinweise, dass ein Europa- und Deutschlandstart der nächste Schritt sein werde. In den USA hat Apple in den vergangenen Wochen die ersten Einladungen zur Nutzung der Apple Card verschickt.

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