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Sturm bei VW: Deutschlands größter Autobauer spürt den Druck

Für VW ziehen dunkle Wolken auf. (© IMAGO / Horst Galuschka)
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VW kommt nicht zur Ruhe, in der Wolfsburger Konzernzentrale dürften gehörig die Köpfe rauchen. Denn bei Europas größtem Autobauer steht es nicht zum Besten. Besonders die Kernmarke VW Pkw hat einen harten Sparkurs verdonnert bekommen, der jetzt nicht mehr nur seine Schatten vorauswirft, sondern bereits erste Opfer fordert. Das dürfte erst der Anfang sein.

Bei VW kommen die Einschläge aus den eigenen Reihen näher: Kritik am Vorgehen rund um den verordneten Sparkurs der Kernmarke wird intern laut, dazu kommen die ersten offensichtlichen Folgen der neuen Politik aus der Konzernspitze. VW muss dringend zulegen, eine Marge von mindestens 6,5 Prozent ist das Ziel. Zuletzt erreichten die Wolfsburger mit ihren Pkw etwa 3,6 Prozent.

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Geplant ist damit eine Verdopplung – und das will was heißen. Mit bisher noch völlig unklaren Maßnahmen müssen in den kommenden Jahren Milliarden eingespart werden. Wobei, völlig unklar sind die inzwischen nicht mehr.

VW fährt E-Auto-Produktion runter

Einer der Schritte ist bereits gestartet: VW fährt die Produktion seiner E-Autos im Zwickauer Werk runter. Zeitarbeiter, die dort eigentlich den Hochlauf der E-Mobilität unterstützen sollten und extra dafür eingestellt wurden, lässt man in Kürze nach Ablauf ihrer Einjahresverträge wieder gehen. Hunderte Menschen sind betroffen.

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In Zwickau fertigt VW Modelle der Eigenmarke wie ID.3, ID.4 und ID.5, aber auch der Cupra Born und Elektroautos von Audi werden dort gebaut. In den Umbau des Werks zur E-Auto-Schmiede hat VW Millionen gesteckt.

Jetzt steht neben dem Ende für die Zeitarbeiter wohl auch ein neuer Schichtplan an, eine Schicht könnte gestrichen werden. Bedeutet: VW senkt die Taktung für neue Stromer, es wird weniger Nachschub gebaut. Der Konzern würde nicht so handeln, wenn von Nachfrage-Seite gute Zeichen zu erwarten wären. Ob weitere Maßnahmen für die Belegschaft geplant sind, ist bisher nicht klar.

Verwirrung um ID.3 in Dresden: Wie geht es in der Gläsernen Manufaktur weiter?

Zuletzt machten außerdem Berichte die Runde, wonach VW die Produktion des ID.3 in der Gläsernen Manufaktur stoppen wird. Die prestigeträchtige Fertigung in Dresden gilt seit Jahren als Aushängeschild des Autobauers. Die Herstellung der E-Autos ist dort zur Besichtigung zugänglich, außerdem können Kunden ihre Elektroautos direkt im Werk selbst abholen – ähnlich wie in der Autostadt am Stammsitz in Wolfsburg.

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Zwar sollen laut Informationen aus Unternehmenskreisen keine Angestellten in Dresden gehen müssen. Dafür wolle VW offenbar den Standort komplett neu ausrichten. Statt E-Auto-Bau sollen die rund 300 Angestellten sich unter anderem um innovative Fertigungsprozesse kümmern, hieß es zunächst.

Mit dem Konzept zum ID.GTI hat VW auf der IAA 2023 noch ein gutes Bild abgegeben:

ID.GTI: VW wird auch in der Sportversion elektrisch

Inzwischen hat sich Volkswagen offiziell zu Wort gemeldet: „Die Fahrzeugproduktion des ID.3 in Dresden läuft nach wie vor weiter, es sind keine kurzfristigen Anpassungen geplant“, so ein Sprecher. VW prüfe derzeit, wie der Dresdener Standort „nachhaltig und zukunftssicher ausgerichtet werden kann“.

Veränderungen in Dresden stehen also an, das ist klar. Nur ob deswegen die ID.3-Fertigung gleich aufgegeben wird, ist offenbar noch in der Schwebe. Zuvor hatte VW bereits in Emden die Produktion runtergefahren.

Mobilität – da tut sich was: E-Autos, elektrische Fahrräder, E-Scooter, das Deutschlandticket für 49 Euro in Bus und Bahn – all das bewegt uns im doppelten Sinn. Und was hat sich in Sachen Mobilität sonst so getan?

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VW-Chef muss Klartext sprechen

VW befindet sich, das zeigen die beiden Beispiele deutlich, in einer schwierigen Situation, in der es viel Unsicherheit gibt. Genau das hatte auch die Betriebsratschefin Daniela Cavallo in diesen Tagen kritisiert (Quelle: Wirtschaftswoche). Während die Einschläge sichtbar von allen Seiten näher kommen, erste Maßnahmen offenbar bereits getroffen werden, lasse die Geschäftsführung die Belegschaft bisher weitgehend im Dunkeln.

Abgesehen vom vagen Ziel, die Marge stark anzuheben und Geld zu sparen, würden konkrete Maßnahmen viel zu wenig kommuniziert. VW-Markenchef Thomas Schäfer hat sich dafür, auch in Antwort auf das Drängen Cavallos, die geplante Zeitspanne ausgebeten. Bis zum Herbst wolle man mehr Klarheit schaffen, hatte der Manager zuvor angekündigt – und nun, tief im September, noch einmal bekräftigt. Viel Zeit bleibt ihm nicht mehr.

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