Glasfaser ist der Zukunftsstandard für schnelles Festnetz-Internet. Bis die schnellen Leitungen überall ankommen, wird es aber noch dauern. Die Telekom testet jetzt ein Kombi-System, um den langsameren DSL-Leitungen mit Hilfe von 5G Beine zu machen – mit Erfolg.

 
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Telekom hilft schwachem Festnetz auf die Beine

Wer auf dem Land lebt und eben gerade nicht in einem der Glasfaser-Ausbaugebiete, muss nicht selten noch mit eher dürftiger Geschwindigkeit im Festnetz-Internet surfen. Abhilfe schaffen will man bei der Telekom mit einer Neuauflage der Hybrid-Option. Kunden können damit bisher eine langsame DSL-Verbindung per LTE-Netz aufstocken. Jetzt probt man die 5G-Unterstützung.

Dabei sollen in Zukunft noch höhere Geschwindigkeiten im Hybrid-Betrieb erreicht werden. In der Spitze gelang es während der ersten Testphase eine 100er-Leitung auf bis zu 700 MBit/s im Download hoch zu stufen, so Telekom-Sprecherin Stephanie Halle in einem Podcast der Telekom (Quelle: Golem). Im Regelfall seien über 500 MBit/s erreicht worden.

Beim Upload steigerte man die Geschwindigkeit auf 140 Mbit/s, in der Spitze waren bis zu 176 Mbit/s möglich. Um so ein Hybrid-Angebot zu nutzen, ist eine zusätzliche 5G-fähige Außenantenne nötig, deren Signal per Kabel in einen entsprechenden Router eingespeist wird. Laut Telekom ließe sich ein solcher Aufbau einfach erledigen. Noch ist man freilich nicht bei der Marktreife. Im Dezember soll die zweite Testphase starten.

Das Telekom-Angebot hat seine Tücken

Es gibt allerdings schon jetzt offene Fragen: Richtig attraktiv wird ein 5G-Hybridsystem wohl erst, wenn das 5G-Netz überall verfügbar ist. Daran hapert es noch und das kratzt am Nutzen des Angebots. Dazu kommt: Der 5G-Boost fürs Festnetz ist eine Brückentechnologie. Je besser der Ausbau des Glasfasernetzes voranschreitet, umso obsoleter wird perspektivisch ein Hybrid-Internetanschluss.

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Entscheidend für Erfolg oder Misserfolg ist außerdem der Preis. Bisher können Kunden die LTE-Option zum Tarif MagentaZuhause L mit 100 MBit/s im Download für 4,95 Euro pro Monat hinzu buchen. So sollen bis zu 300 MBit/s möglich sein. Ein 5G-Upgrade dürfte teurer werden. In Gebieten mit langsamen Leitungen ist das nicht nur ein zusätzlicher Service für Telekom-Kunden, sondern auch eine extra Einnahmequelle für den Provider.