Die Telekom will an der Glasfaser festhalten – und das aus gutem Grund. Festnetzanschlüsse per Glasfaser sollen Geschwindigkeiten von 10 GBit/s erreichen, sogar noch mehr will man ermöglichen. Noch ist das aber Zukunftsmusik.

 
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50 GBit/s per Glasfaser: Telekom zeigt, wo es hingeht

Die Telekom will bei ihren Glasfaseranschlüssen ranklotzen. Derzeit arbeitet man daran, die Grenze von 10 GBit/s zu knacken. Und damit sollen die Grenzen des Möglichen noch nicht ausgereizt sein.

Die Telekom schreibt stolz vom „Internet ohne Tempolimit“ – eine Ansage mit viel Luft nach oben. Doch sie kommt offenbar nicht von ungefähr. Im Testlabor des „Network Innovation Center“ in Darmstadt schaffe man aktuell schon „deutlich über 8 Gigabit pro Sekunde“ (Quelle: Telekom). Das nächste Ziel ist die Grenze von 10 GBit/s – und zwar in beide Richtungen, also im Down- und im Upstream.

Der große Vorteil: Die Geschwindigkeitssprünge, die die Telekom plant, basieren auf der bisherigen Glasfaser-Technik. Wo die schnellen Leitungen bereits verlegt wurden, sind keine weiteren Arbeiten nötig. Was es braucht, ist die nötige technische Ausrüstung – auf Anbieter- wie auf Kundenseite.

Für die möglichen 10 GBit/s arbeitet man mit einem sogenannten XGS-PON. Die Bezeichnung setzt sich aus dem Lateinischen X für 10 zusammen, GS sind die GB pro Sekunde in beide Richtungen, die über ein passives optisches Netzwerk verschickt werden. „Um 10G-Produkte für die Kunden anbieten zu können, müssen wir die Datenrate weiter erhöhen. Die nächste Generation ist 25G. Und am Horizont sind auch schon 50G-PON-Systeme sichtbar“, erklärt Ralph Leppla vom Innovation Center der Telekom.

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Aktuell arbeitet man im Glasfasernetz der Telekom mit maximal 2,5 GBit/s. Die Geschwindigkeit verteilt sich auf höchstens 32 Kundenanschlüsse, die aber nie alle gleichzeitig auf Volllast genutzt würden. So ließen sich Raten von 1 GBit/s im Download und bis zu 200 MBit/s im Upload erreichen.

10, 25, 50 GBit/s – wann es soweit ist, ist noch völlig offen

Bleibt die grundlegende Netzstruktur gleich, könnten in der bisher maximalen Ausbaustufe bei 50 GBit/s im Netz für die Kundinnen und Kunden über 20 GBit/s verfügbar sein – eine echte Ansage. Nur kommt die ohne einen Zeitrahmen. Am Horizont sichtbar – bis dahin kann noch einige Zeit vergehen. Die Frage, wer das braucht, ist auch noch offen.