Zum endgültigen Wechsel an der Spitze der deutschen Autoverkäufe ist es noch nicht gekommen. Doch eine kleine Sensation bahnt sich an: Das meistverkaufte Auto in Deutschland, der VW Golf, ist nur knapp noch auf Platz 1. Ausgerechnet der Neuling Tesla kommt auf einmal ganz nah heran.

 
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Wer die Zulassungsstatistik der vergangenen Jahre in Erinnerung hat, weiß genau, welches der Deutschen liebstes Auto ist: der VW Golf. Doch die Zeiten ändern sich offenbar. Im September liegt der Kult-Volkswagen auf einmal nur noch minimal vor einem verhältnismäßig blutjungen Modell.

Tesla kommt an VW ran: Knapp verpasster Monatssieg bei den Neuzulassungen

Genau 58 verkaufte Wagen trennen das Aushängeschild der Wolfsburger noch vom Tesla Model 3 (Quelle: dpa via Spiegel). 6.886 Neuzulassungen entfallen auf den bisherigen Spitzenreiter von VW im September 2021. 6.828 Model 3 von Tesla wurden im gleichen Zeitraum angemeldet, wie die Zulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamtes zeigt.

Allerdings ist das nur eine Momentaufnahme, wenn auch eine außergewöhnliche. Im bisherigen Jahresverlauf kommt Tesla mit dem Model 3 gerade einmal auf 23.982 verkaufte Einheiten in Deutschland. Der Golf von VW hingegen steht bereits bei 78.814 Fahrzeugen.

Die Zahlen zeigen auch den deutlichen Einfluss der Nachschubkrise bei den für die Autoindustrie wichtigen Halbleitern. So sitzt VW derzeit auf rund 130.000 Golf-Bestellungen, die nicht gefertigt werden können. In Wolfsburg fehlt die Hardware. Auch dieser Fertigungsstau dürfte die plötzliche Nähe des Model 3 zumindest teilweise erklären.

E-Autos sind in Deutschland auf dem Vormarsch

Andererseits erkennt man den großen Erfolg der E-Autos am Markt. Tesla und Polestar sind in diesem Jahr die am stärksten wachsenden Marken in Deutschland, aus der Bundesrepublik kann Smart die besten Zahlen vorweisen. Auch die Kleinwagen-Marke bietet nur noch Elektroautos an, Stromer werden immer besser.

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Insgesamt nimmt die Zahl der Neuzulassungen im September ab. 197.000 neu angemeldete Pkw machen ein Minus von 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus. Die Chipkrise trifft derzeit vor allem die alteingesessen Hersteller. BMW und Mercedes liegen zweistellig unter Vorjahr.

Tesla hingegen konnte seine Produktion sogar in der angespannten Lage weiter hochfahren – auch weil der E-Auto-Pionier bei führenden Chipherstellern frühzeitig in Vorkasse ging. Der Start der noch immer umstrittenen Gigafactory in Grünheide dürfte Tesla noch einmal einen ordentlichen Schub geben. Dort sollen zusätzliche Produktionskapazitäten für den europäischen und weltweiten Markt entstehen.