Für die neue Generation seines Model 3 will Tesla mehr Leistung bei der Elektronik. Damit setzt der E-Auto-Bauer einen ganz neuen Maßstab für sein Erfolgsmodell. Offenbar geht bei Elektroautos von Tesla in Zukunft Komfort vor Reichweite.

 
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Seit Tesla die Revolution hin zu mehr reiner Elektromobilität vor fast einem Jahrzehnt so richtig losgetreten hat, gilt der E-Auto-Pionier als einer der wenigen Hersteller, die schon von Anfang an die richtigen Akzente setzten: Starke Batterien, die lange Strecken schaffen können, dazu ein dicht geknüpftes Netz aus Ladestationen mit hoher Leistung.

Im Model 3: Stärkerer Prozessor kostet Tesla Kilometer

Reichweitenängste wie sie bei angehenden E-Mobilisten vor dem eigentlichen Umstieg nicht selten vorkommen, kennen Tesla-Fahrerinnen und -Fahrer kaum. Im Model 3 macht Tesla nun aber einen kleinen Rückschritt auf diesem eigentlich so erfolgreichen Weg: Leistungsstärkere Prozessoren sollen her, man verbaut bei neuen Fahrzeugen den AMD Ryzen MCU3, wendet sich ab von Intel.

Der kommt bereits beim Model X und Model S zum Einsatz und soll die Leistung des Navigationssystems anheben sowie das gesamte Infotainment-System beschleunigen. Das gelingt aber nicht, ohne dass ein Preis gezahlt wird – in diesem Fall durch höheren Energieverbrauch. Die Reichweite eines Model 3 mit AMD-Prozessor soll so um bis zu 22 km schrumpfen (Quelle: ComputerBase).

Das entspreche einem Verlust von rund 3 Prozent. Je nach Ausstattungsvariante sind bei neueren AMD-Versionen des Model zwischen 1,7 bis 3,5 Prozent weniger Reichweite möglich als beim Vorgänger. Während etwa in Australien bei Bestellung eines neuen Tesla auf diese Veränderung hingewiesen werde, hat man hierzulande eher stillschweigend die Angaben zur maximalen Reichweite nach unten angepasst, allerdings nur um 12 km.

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22 km weniger: Schade für Tesla-Käufer, aber kein Beinbruch

Ob 12 oder 22 km, es könnte im Extremfall das entscheidende bisschen ausmachen. Da aber Tesla wie oben angesprochen viel Wert auf ein gut ausgebautes Ladenetz legt und zuverlässig die Routenplanung auf den Akkustand abstimmt, ist es sehr unwahrscheinlich, dass künftig reihenweise neue Model 3 liegen bleiben.

Gleichzeitig zeigt diese Entscheidung auch eine leichte Verschiebung des Fokus beim E-Auto-Hersteller. Die maximale Reichweite ist nicht um jeden Preis weiter zu steigern. Komfort in der Bedienung und Zerstreuung beim Fahren oder während einer Ladepause werden hingegen wichtiger.