Verzweiflung bei Intel? Chiphersteller greift zu fragwürdigen Mitteln

Robert Kohlick

Dass Intel gerade mit einigen Problemen zu kämpfen hat, ist inzwischen kein Geheimnis mehr. Neben Lieferengpässen sieht sich der Chiphersteller auch mit einem absteigenden Beliebtheitsgrad konfrontiert. Nun versucht das Unternehmen, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, und greift zu fragwürdigen Mitteln. 

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Intel steckt gerade in der Klemme. Während AMD mit den neuen Ryzen-Prozessoren einen echten Leistungszuwachs verbuchen konnte, scheint die Entwicklung neuer CPUs und Fertigungsverfahren bei Intel nur schleppend voranzukommen – auch wenn sich das bald ändern soll. Selbst in Intels Paradedisziplin, der Single-Core-Performance, kann AMD dem Branchenprimus inzwischen beinahe Parole bieten. Kein Wunder also, dass immer mehr Leute inzwischen zu einem Chip von AMD greifen würden.

Das Marketing-Team von Intel scheint genau diesen Umstand in Asien ändern zu wollen. Laut einem Bericht von wccftech gaben die Mitarbeiter während eines Events bekannt, dass die hauseigenen i3- und i5-Prozessoren es problemlos mit AMDs Ryzen-3000-Prozessoren aufnehmen können. Genauer gesagt soll der i5-9600KF dem Ryzen 7 3800X überlegen sein, der i3-9350KF die Ryzen-5-Prozessoren ausstechen – und selbst der i3-9100F sei dem Ryzen 5 3500X voraus.

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Doch wie kommt Intel auf dieses Ergebnis? Das Unternehmen gibt an, dass dies vorrangig an der hohen Taktrate der Chips liegen würde. Schließlich würden die Prozessoren Taktraten von bis zu 4,6 GHz erreichen und könnten sogar mit Leichtigkeit auf 5 GHz übertaktet werden. Dieser Vorteil macht sich vor allem beim Gaming bezahlt.

Trotz des leichten Vorteils im Gaming-Segment hat es Intel hierzulande gerade schwer, wie unsere Top 10 zeigt:

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Doch das sei nicht alles: Auf einer der Präsentationsfolien gab Intel an, dass sich der i3-9350KF auch für Content-Creation-Programme eignet und in diesem Bereich den Ryzen 5 3600X ausstechen würde. Eine steile These, wenn man sich überlegt, dass es sich beim i3-9350 um einen Vierkernprozessor ohne Hyperthreading handelt, während der Ryzen 5 3600X sechs Kerne und 12 Threads bietet. Dabei profitieren Programme wie Adobe Premiere oder Blender bis zu einem gewissen Grad sehr von einer zusätzlichen Anzahl an Kernen und Threads.

Wie Intel zu diesen Testergebnissen kommt, und ob sie auch stimmen, bleibt fraglich. Es wäre jedoch nicht das erste Mal, dass das Unternehmen wichtige Informationen in einem direkten Vergleich außen vor lässt.

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