HDR der iPhone-Kamera: Wieso, weshalb, warum?

Sebastian Trepesch

Die iPhone-Kamera bietet HDR. Doch – was ist eigentlich HDR, braucht man das und wo schaltet man es ein und aus?

HDR der iPhone-Kamera: Wieso, weshalb, warum?
Bildquelle: GIGA.

HDR ist die Abkürzung für High Dynamic Range, also hoher Kontrastumfang. Gemeint ist aber meist die Funktion, die einen großen Kontrastumfang auf einem Foto festhält.

Eine normale Aufnahmetechnik scheitert oft an sehr kontrastreichen Motiven: Die dunklen Stellen sind zu dunkel, die hellen Stellen zu hell (ausgefressen). Schuld sind schlicht und einfach die Kamerasensoren oder Darstellungsmedien (Bildschirm, Papier): Ihr Kontrastumfang ist zu beschränkt. Mit der HDR-Technik werden diese Beschränkungen umgangen.

Eine sehr gute Kamera besitzen zum Beispiel iPhone 8 und 8 Plus, hier im Video:

iPhone 8 im Test.

So funktionieren HDR-Aufnahmen

Für ein HDR-Bild werden mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungszeiten angefertigt. Somit liegen sowohl die kompletten Daten der hellen Stellen eines Motivs, als auch die der dunklen vor. Diese Aufnahmen werden dann übereinandergelegt und zusammengerechnet. Dabei sind unterschiedliche Endergebnisse möglich: Sowohl Bilder, die recht natürlich aussehen, als auch sehr surrealistisch anmutende Erzeugnisse.

Noch vor ein paar Jahren war die HDR-Fotografie nur handgemacht: Der Fotograf schoss mehrere Bilder (meist drei) mit unterschiedlichen Belichtungszeiten, möglichst ohne bewegende Objekte im Motiv und zwingend mit einem Stativ. Am Computer setzte er die Bilder dann zusammen. Mittlerweile gibt es immer mehr Kameras, die dies vollautomatisch – vielleicht mit weniger Einstellmöglichkeiten – leisten.

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HDR in der Kamera-App des iPhones

Auch die meisten Smartphones bieten eine HDR-Automatik – das iPhone zum Beispiel schon ab iPhone 4. Die iOS-Kamera-App hat Apple zwischenzeitlich mehrmals verbessert. Ist die HDR-Option in der Kamera-App aktiviert, nimmt die App fast unmerkbar drei Aufnahmen direkt hintereinander auf und setzt sie zusammen. HDR wird hier recht dezent – fast zu dezent – eingesetzt, also ohne erkennbar unnatürlichen Farbeindruck.

Der HDR-Modus sollte bei kontrastreichen Motiven – zum Beispiel heller Himmel und dunkler Vordergrund – aktiviert sein. Unbefriedigend könnte das Ergebnis aber bei Objekten sein, die sich schnell bewegen. Durch die Bewegung können sogenannte Geisterbilder entstehen. Bildteile erscheinen hierbei unscharf oder leicht doppelt, weil sie sich zwischen den Einzelfotos eben bewegen.

HDR auf dem iPhone einstellen

Um Glück müssen wir fast gar nichts tun: Das iPhone (ab iPhone 5s) besitzt eine Automatik, die HDR bei Bedarf zuschaltet. Sie kann man in den iOS-Einstellungen unter Kamera -> Auto-HDR (de)aktivieren. Seltsame Umsetzung aktuell in iOS 11: Ist in den Einstellungen die Automatik aktiviert, kann man sie leider nicht direkt in der Kamera-App spontan zu- oder abschalten:

Exaktere Einstellungen, zum Beispiel die Intensität des Effekts, können wir nicht vornehmen.

In den iOS-Einstellungen -> Kamera finden wir einen weiteren wichtigen Schalter: Normales Foto behalten. Wir empfehlen, ihn zu aktivieren. Denn erscheinen auf einem HDR-Foto die sogenannten Geisterbilder, besitzt man immer noch das normale Foto, ohne HDR-Montage. Nachteil: Man verbraucht mehr Speicherplatz auf dem Smartphone.

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