iPhone im HiFi-Bereich: Warum die Apple-Geräte eine gute Wahl sind

Sebastian Trepesch 13

Sind die Apple-Geräte HiFi-tauglich? Bieten iPhone, Mac, Apple TV und Co. einen akzeptablen Klang? Manch Musik-Freak wird das verneinen. Und doch zeigt ein aktuelles Beispiel, wie sich selbst eine spezielle HiFi-Entwicklung gegen das iPhone schwer tut.

iPhone im HiFi-Bereich: Warum die Apple-Geräte eine gute Wahl sind

Neil Young, der bekannte Rockmusiker, sagte mit dem Musikspieler Pono und einem eigenen Downloadportal der Komprimierung von Musik den Kampf an. Über Kickstarter sammelte er im letzten Jahr das nötige Kleingeld und machte aus seinem Traum Wirklichkeit. Statt MP3 kann Young und jeder Käufer Musik nun hochaufgelöst in Studioqualität hören (bis zu 192 kHz/24 bit in 9216 kbps FLAC-Dateien).

Hörtest: Pono kann gegenüber iPhone nicht überzeugen

Ernüchternd klingen jedoch die ersten Hörtests: Ars Technica sah keine Rechtfertigung für die Kosten in der Klangqualität. Und im Blindvergleich „Pono versus iPhone“ von Yahoo Tech mit 15 Teilnehmern schnitt das Apple-Smartphone sogar leicht besser ab. 

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Ganz nebenbei kam heraus: Der Hersteller ließ die ersten Tester – namhafte Künstler – den Pono mit einem Abspielgerät der Konkurrenz vergleichen – letzteres Gerät war aber mit MP3s in niedriger Auflösung bestückt. Bei so einem Vergleich wird das Potential des anderen Players natürlich nicht ausgereizt… Kein Wunder, dass der Pono viel Lob einheimste.

Freilich, HiFi-Profis würden den Pono-Test noch etwas anders angehen – ob das Ergebnis ebenfalls anders als bei Ars Technica und Co. ausfallen würde, ist hingegen fraglich. 

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iPhone und iPod bietet gute Voraussetzungen für HiFi-Beschallung

Dass die iOS-Geräte in Sachen Audioqualität für die meisten Menschen völlig ausreichen, dürften die wenigsten bezweifeln. Die Zeitschrift Audio bescheinigte dem iPod Touch 5G und dem iPad mini 2012 eine „gute Klangqualität“ (72 Punkte). Übrigens: Mit 90 Punkten ist die iPod-Classic-Alternative Fiio X3 (ca ) jedoch besser.

Die iOS-Hardware ist bei den meisten Besitzern sicher nicht das schwächste Glied in der HiFi-Kette, und zwei potentiell qualitätsmindernde Punkte dieser Geräte lassen sich zusätzlich umschiffen: die Digital-Analog-Wandlung und die Musikkomprimierung. In welchem Format sind die Songs gespeichert? MP3s bis zu einer Bitrate von 128 kBit/s werden die meisten Hörer schnell als schlechte Qualität identifizieren können. Darüber hinaus wird es schwieriger. Ich habe vor einiger Zeit privat einen Test durchgeführt, bei dem sich die Probanden schwer taten, einen Unterschied zwischen AAC 256 kBit, MP3 320 kBit und CD (bzw. Apple Lossless) zu hören. Kein Wunder, denn die Datenreduktion läuft bei dieser Datenrate schon sehr geschickt: Es werden die Stellen gekürzt, die für das menschliche Ohr eh (fast) nicht hörbar sind – zumindest nicht bewusst. Qualitativ hochwertig sind diese Formate dennoch nicht.

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iPhone 6 Plus zusammen mit Schallplattenspieler und CD-Player für die Musikwiedergabe.

Ich vermute, dass nicht die iOS-Geräte, sondern die Beschallung und Raumakustik meistens die Schwachstellen beim Audiogenuss darstellen: Die Qualität der Lautsprecher ist mäßig (sie lösen zum Beispiel wenig fein auf), die Boxen stehen ungünstig (Entfernung zur Wand, Entfernungen zwischen linker Box, rechter Box und Hörer), und einzelne Frequenzen dröhnen durch das Zimmer. 

iPhone, iPad oder iPod touch erfüllen nicht die allerhöchsten Ansprüche. Sie lassen sich jedoch in das HiFi-Umfeld auf bezahlbarem Niveau ohne Qualitätseinbußen integrieren. Ein paar Tipps hierzu, zum Teil bereits angedeutet, liefere ich auf der nächsten Seite. Zudem erläutere ich, warum wir getrost auf AirPlay setzen können.

Nächste Seite: Tipps für das HiFi-Vergnügen mit iPhone und iPad

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