Psycho-Horror Chernobylite schickt dich in das „echte“ Chernobyl

Marina Hänsel

Wo ist deine Gasmaske? Du wirst sie für den neuen Horrortrip der Get Even-Macher TheFarm51 brauchen – Chernobylite schickt dich, wie der Name demütig anregt, nach Chernobyl. Jenes Chernobyl, das die Entwickler mühselig vor Ort aufgenommen und in ihrer 3D-Datenbank speicherten, ehe sie es mit horrenden Fieberträumen und grünäugigen Puppen füllten. Bereit?

Stell dir einfach vor, du krabbelst mit Gasmaske und Jacke durch einen kaputten, elendigen virtuellen Ort, von dem du weißt, dass es sich um Chernobyl handelt. Das echte Chernobyl, übertragen in jene virtuelle 3D-Form, die du gerade spielst. Dann siehst du Dinge, die nicht hier sein sollten – und deine Gasmaske splittert, jemand ruft nach dir, „GIGA GAMES Leser … GIGA GAMES Leser … du wirst diesen Ort nie wieder verlassen können …“ – Ist das dort jemand, der dich durch ein gesplittertes Fenster anschaut?

(Das war ein Witz, da ist niemand im Fenster. Glaube ich.) Die Verrückten hinter dem Psychotrip Get Even wollen erneut mehrere Genres und Ideen im Horrorspiel Chernobylite mischen: Vor Chernobylite bastelten sie Chernobyl VR, ein dokumentarischer Rundgang durch das heute verfallene Chernobyl. Auf dem 3D-Material aufbauend entfernen sie sich mit Chernobylite von der Dokumentation und kriechen in die Genres Horror, Survival und Science-Fiction. Du steigst in den Kontaminationsschutzanzug eines Physikers, der einst im Kernkraftwerk von Chernobyl arbeitete und während der Katastrophe seine Freundin Tantyana verlor.

30 Jahre nach dem Atomunglück kehrt er in das verseuchte Gebiet zurück, auf der Suche nach Antworten. Wie wäre es möglich, dort nach all der Zeit noch Hinweise auf seine – eigentlich verstorben – Frau zu finden? Das sollst du noch Ende diesen Jahres herausfinden; vorausgesetzt, TheFarm51 kann den auf Steam angesetzten Release-Zeitraum einhalten. Bis jetzt gibt es zwei Trailer zum Spiel; einen kurzen Teaser und einen Story-Trailer, die beide vielversprechend gruselig und absonderlich sind:

Chernobylite – Erster Teaser.

Mehr, mehr, mehr! Hier der längere Story-Trailer zum Spiel:

Stell dich deinen Ängsten im Chernobylite Story-Trailer.

In Chernobylite wirst du durch die Sperrzone Chernobyl streifen und versuchen, dort zu überleben. Es soll eine offene – wenn auch sicher nicht extrem große – Welt sein, in der du auf andere Stalker treffen wirst und dein eigenes Camp aufbaust. Über das Crafting-System hinweg gibt es Werkzeuge, um bestimmte Substanzen und Gegenstände zu analysieren; du wirst also nicht nur Besucher, sondern auch Forscher sein. Interessant ist auch, dass damit keine lineare Rätsel-Schrägstrich-Horror-Story erzählt wird – TheFarm51 versuchen sich hier vielmehr an einer zerbröckelte Singleplayer-Geschichte, die du nach und nach aufdeckst, während du tiefer in das Herz des atomverseuchten Gebiets dringst.

Oh – sie haben auch eine Kickstarter-Seite, falls du vorbeischauen möchtest. Dort findest du weitere Details zum Spiel, ebenso wie du über die Besuche der Entwickler im echten Chernobyl auf dem Laufenden gehalten wirst. Sie haben angekündigt, noch tiefer in die Sperrzone für das Spiel zu dringen – und dort so viele Gebäude, Räume und Gegenständen wie möglich zu scannen, um sie detailgetreu ins Spiel implementieren zu können. Lasst uns nur hoffen, dass sie sich für Chernobylite nicht hoffnungslos verstrahlen.

Stell dir hier bitte eine junge Stimme vor, die ein gruseliges Kinderlied – wie in fast allen guten 90er-Horrorfilmen – singt.

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Chernobylite soll im Herbst 2019 auf Steam erscheinen, wenngleich auf der Kickstarter-Seite noch kein Release-Datum genannt wird. Falls du einen ersten Einblick ins Spiel willst, kannst du es auf Kickstarter unterstützen und als Belohnung eine ein- bis zweistündige Demo spielen. Oder du schaust dir direkt Chernobyl VR an, das im PS4-Store gerade 9,99 Euro kostet.

Vor Chernobylite und Chernobyl VR hat TheFarm51 Get Even entwickelt, was ein Mindfuck-iger Psychotrip ohnegleichen gewesen ist. Ich weiß das, ich war da – und wenn du ein originelles Horrorspiel für deinen nächsten Gruselabend suchst, kann ich dir den Titel nur wärmstens (und ein wenig sadistisch) empfehlen.

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