Obliteracers ist ein neuer Fun Racer für den PC. Kann das Spiel euch und eure Freunde genauso an den Bildschirm fesseln wie das Vorbild Mario Kart? Diese Frage beantworten wir euch!

 
Obliteracers
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Obliteracers

Schaut euch hier den Steam-Trailer zu Obliteracers an:

Obliteracers - Steam Trailer

Wer nur ein paar Minuten durch die mit „Indie“ getaggten Veröffentlichungen auf Steam scrollt, stellt schnell einen Trend fest: Couch-Multiplayer macht bei Indie-Entwicklern derzeit ein Comeback, immer mehr Indie-Games wollen uns mit ein paar Freunden vor einem Bildschirm versammeln wie zu besten N64-Zeiten. Und wenn zehn Gamer das Wort „Couch-Multiplayer“ hören, denken wahrscheinlich neun von ihnen sofort an Mario Kart – es liegt also nahe, dass der ein oder andere Entwickler sich auf der Suche nach einem guten Couch-Multiplayer-Konzept vom nach wie vor unumstrittenen König der Fun-Racer inspirieren lässt.

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Bessere Battles als Mario Kart

Obliteracers (ursprünglich als „Space Dust Racers“ angekündigt) vom Studio Varkian Empire ist eindeutig inspiriert von Mario Kart (selbst einzelne Strecken haben teils offensichtlich ein direktes Mario-Kart-Vorbild), als Klon sollte man das Spiel allerdings nicht bezeichnen, ändert es die Mario-Kart-Formel doch in einigen entscheidenden Punkten ab: Zunächst einmal ist Obliteracers nur im weitesten Sinne ein Rennspiel, denn hier geht es nicht darum, als erster durchs Ziel zu fahren, sondern darum, die anderen Fahrer mittels riskanter Fahrmanöver und natürlich der auf den Strecken verteilten Waffen zu vernichten. Im Grunde konzentriert sich das Spiel also ausschließlich auf den beliebten Battle-Modus von Mario Kart, was gar keine schlechte Idee ist, denn die Entwickler haben hier die Chance, eine Lücke zu füllen: Der Battle-Modus im aktuellen Mario Kart 8 ist leider schmerzhaft langweilig.

Der Fehler des Battle Modus aus Mario Kart 8 besteht darin, die Gefechte nicht wie früher in eigens für diesen Modus designten Arenen, sondern auf den normalen Strecken stattfinden zu lassen, was die einst rasante Item-Schlacht eher zu einem zähen Versteckspiel macht. Obliteracers begeht nur scheinbar den gleichen Fehler – auch hier fährt man über klassische Rennstrecken statt durch Arenen -, löst das Problem allerdings mit einem cleveren Designkniff: Statt einem Split-Screen teilen sich hier alle Spieler – bis zu 16(!) – einen einzigen Bildschirm und wer seitlich aus dem Bild fährt oder zu weit zurückhängt, scheidet für die aktuelle Runde aus (oder, je nach Spielmodus, überlässt den gegnerischen Fahrern wichtige Punkte). Alle Fahrer müssen also eng zusammenbleiben, was konstante Action, an der stets alle noch verbleibenden Spieler beteiligt sind, garantiert.

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Immer genügend Controller zur Hand

Die andere tolle Idee des Spiels: Wer sich mit seinem Smartphone, Tablet oder Laptop ins lokale Netzwerk einklinkt und im Browser eine bestimmte IP-Adresse ansteuert, kann sein Gerät als Controller benutzen (und so sogar in ein schon laufendes Spiel einsteigen). Das ist perfekt für ein Partyspiel, denn so ist beinahe garantiert, dass immer genügend Controller vorhanden sind. Intuitiv ist die Touchscreen-Steuerung zwar nicht gerade, sie funktionierte allerdings zumindest mit meinem iPhone zuverlässig und einwandfrei.

Dazu kommen eine schön anzusehende, farbenfrohe Grafik, cartooniges Charakter- und solides Streckendesign, ein Karriere- und ein Online-Modus sowie die Option, zusätzlich zu den vier Spielmodi (alles Varianten von „zerstöre deine Gegner bevor sie dich zerstören“) eine Reihe von Modifizierungen (Start-Waffen für alle Fahrer, Handicaps etc.) zu aktivieren, die weitere Abwechslung hinzufügen – klingt nach einem perfekten Partyspiel, oder?

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Naja, nicht ganz. Denn bei einem der wichtigsten Aspekte eines Rennspiels enttäuscht Obliteracers: Dem Fahrgefühl. Es mag ein Zugeständnis an die Smartphone-Steuerung sein, jedenfalls fühlt es sich in der aktuellen Phase einfach noch nicht richtig gut an, Obliteracers zu spielen. Das Handling der Karts ist zu floaty, sie haben kein Gewicht. Und wichtiger noch: Es kommt einfach kein Gefühl von Geschwindigkeit auf. Gegen die trägen Rennen von Obliteracers fühlt sich selbst die 50cc-Klasse, die langsamste Stufe bei Mario Kart, noch an wie F-Zero.

Das ist eine nicht zu vernachlässigende Schwäche, aber wenn genügend Spieler zusammen sind, ist man mit der chaotischen Action auf dem Bildschirm und dem verzweifelten Versuch, die Smartphone-Steuerung zu meistern, wahrscheinlich so beschäftigt, dass einem das schwache Fahrgefühl kaum auffällt. Wer regelmäßig mit Freunden spielt, kann also wohl beruhigt zugreifen, wenn Obliteracers am 23. Februar auf Steam und später für Xbox One und PS4 erscheint. Wer Lust auf Solo-Fun-Racing hat, naja...we'll always have Mario Kart.

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Obliteracers

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Entwickler: Varkian Empire

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