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Marvel’s Spider-Man 2 im Test: Insomniac Games liefert das nächste Brett

Wir verraten euch, wie gut Marvel’s Spider-Man 2 wirklich ist. (© Screenshot GIGA)
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Mit Marvel’s Spider-Man 2 führen die Entwickler von Insomniac Games die Geschichte der beiden Spinnen fort. Dieses Mal könnt ihr jedoch Peter Parker und Miles Morales im selben Abenteuer spielen und seid nicht nur an einen Superhelden gebunden. Wir verraten euch in unserem Test, ob Insomniac Games die Qualität der ersten beiden Spiele nochmal anheben kann oder ob ihr dieses Mal besser nicht durch NYC schwingen solltet.

Wichtiger Hinweis: Wir beschränken uns auf die wesentlichen Punkte der Story. Unser Test beinhaltet keine Spoiler. Wir gehen aber davon aus, dass ihr Spider-Man und Spider-Man: Miles Morales gespielt habt. Ihr werdet in unserem Test Infos finden, die Bezug auf die vorherigen Spiele und das im Vorfeld bekannte Promomaterial zu Spider-Man 2 nehmen.
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Mehr als nur Superhelden

Die Geschichte von Spider-Man 2 ist auf der Oberfläche die typische „Gut gegen Böse“-Geschichte, die jedoch jeden Spieler an der Stange hält und mitreißt. In diesem Bereich macht das Spiel alles richtig und liefert knallharte Action, mitreißende Kämpfe und Szenen, die im Gedächtnis bleiben. Außerdem werden die wiederkehrenden und neuen Bösewichte sinnvoll in die Geschichte eingeführt. Keine Sorge: Wen ihr alles auf dem Bildschirm sehen werdet, verraten wir nicht.

Was das Spiel allerdings von den Spielen abhebt, die Superhelden im Fokus haben, ist der Umstand, dass es die Menschlichkeit der Protagonisten und Antagonisten genauso in Szene setzt. Peter und Miles haben in ihrem Privatleben Probleme, die jeder von uns hat, beide gehen jedoch anders mit ihnen um.

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Miles müsste eigentlich das Essay für seine Collegeaufnahme schreiben. (Bildquelle: Screenshot GIGA)

Miles flüchtet sich hinter seine Spider-Man-Maske und rennt vor seinen Problemen weg. Er kümmert sich nicht um seinen Aufsatz für seine College-Zulassung und ist von seiner Jagd auf Mr. Negative, der am Tod seines Vaters Schuld hat, fast schon besessen. Sie nimmt ihn so ein, dass der Spieler aufgrund seiner Handlungen und Äußerungen in der einen oder anderen Situation sogar seine Superheldenrolle hinterfragt.

Zudem setzt es Miles zu, dass all seine Freunde im Privatleben aufblühen, was er von sich selbst nicht behaupten kann. Da er aber als Spider-Man gute Arbeit macht und immer besser wird, sucht er Zuflucht in seiner zweiten Identität. Miles steht im Privatleben unter Druck und das werdet ihr ihm anmerken. Sein Verhalten hat auch zur Folge, dass er den Tod seines geliebten Vaters noch nicht verarbeitet hat. Was aufmerksamen Spielern auffällt, da seine Gesichtsanimationen besser als in den Vorgängern sind.

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Peter hat aber ebenfalls seine Probleme im Privatleben. Zwar ist er als Spider-Man besser als je zuvor, allerdings häufen sich die Rechnungen seit dem Tod von Tante May. Zudem möchte MJ nicht bei ihm einziehen, was ihn deutlich belastet. Außerdem ist da noch die Krankheit seines besten Freundes Harry Osborn, die ihn dazu verleitet, alles andere liegenzulassen, um ihn zu heilen.

Miles Freunde blühen auf und er fühlt sich im Privatleben überfordert. (Bildquelle: Screenshot GIGA)

Kraven wird zu Beginn als der große neue Bösewicht eingeführt. Er stellt sich als Widersacher heraus, der durchaus in der Lage ist, mit den beiden Spinnen mitzuhalten. Wenn ihr schon einen Trailer zum Spiel im Vorfeld gesehen habt, wisst ihr bereits, dass Kraven ab einem bestimmten Zeitpunkt von Venom abgelöst wird. Was Kraven jedoch hervorstechen lässt: Er macht selbst vor anderen Bösewichten nicht Halt. Er sieht jeden Helden und Schurken als Herausforderung wie Beute.

Da gefühlt jeder PlayStation-Fan bereits weiß, dass Peter sich mit dem Symbionten infiziert, schlagen ein bis zwei emotionale Momente nicht so stark ein, wie die Entwickler es sich vielleicht erhoffen. Allerdings wird ein nachvollziehbarer Grund aufgebaut, wie es zu Peters Infektion kommt.

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Nachdem Peter sich infiziert hat, geht es vor allem darum, wie sie Harry wieder heilen, Kraven besiegen können und wie sich der Symbiont auf Peter auswirkt. Denn Peter wird immer kälter, unempathischer und egoistischer, wovon er selbst aber nichts mitbekommt. Seine Wesensveränderung ist zwar nur schleichend, aber ab einem gewissen Punkt deutlich spürbar.

Kraven befindet sich mit den Spinnen auf Augenhöhe. (Bildquelle: Screenshot GIGA)

Je mehr der Symbiont die Oberhand gewinnt, desto mehr ändert sich Peters Stimme, vor allem, wenn er mit sich selbst redet. Sie wird blecherner, mit einem leichten Hall-Effekt. Wie subtil und gleichzeitig eindeutig die Entwickler dies dem Spieler übermitteln, ist Weltklasse!

Obwohl durch das Promomaterial bereits einiges bekannt war, gelingt es Insomniac Games nichtsdestotrotz, die eine oder andere Überraschung zu kreieren, was wirklich beachtlich ist. Zudem kann nicht nur der Soundtrack überzeugen, auch die neuen Gesichtsanimationen der Charaktere sind beeindruckend. Wobei hier festzuhalten ist, dass nicht allen Figuren im Spiel das selbe Maß an Animationsdetails verliehen wurde.

Unter der Oberfläche stecken tiefgehende Themen

Insomniac Games haben bereits mit Ratchet & Clank: Rift Apart bewiesen, dass sie Themen wie Selbstzweifel, Aufopferung und Vertrauen nachvollziehbar in einen Spiele-Kontext verpacken können. In Spider-Man 2 beleuchtet das Studio weitere psychologische Themen.

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Viele intime Momente lassen hinter die Maske der beiden Helden blicken. (Bildquelle: Screenshot GIGA)

Es werden nicht nur einige Bösewichte hinter ihrer Maske gezeigt, sondern vor allem Peter und Miles in einem Licht beleuchtet, mit dem ich vorher nicht gerechnet habe. Ich verrate nicht zu viel, nur Folgendes: Die Geschichte handelt auch davon, dass jeder von uns sein Päckchen zu tragen hat, jedoch Menschen höchst unterschiedlich mit ihren Problemen umgehen. Selbst wenn das Umfeld einer Person von einem inneren Kampf nichts mitbekommt, heißt das nicht, dass diese Person glücklich ist und keine Probleme in ihrem Leben hat. Ein Lächeln kann auch eine Fassade sein.

Spider-Man 2 schafft es, dass ich mich in manchen Aspekten selbst reflektiere und überlegt habe, ob ich genug mit meinen Freunden spreche und nachfrage, ob es ihnen wirklich gut geht. Zudem geht es in einem Handlungsstrang tiefgehend um das Thema Vergebung und wie schwer es fällt, jemandem eine zweite Chance zu geben. Dieser Erzählstrang hat übrigens starke Vibes, die an den Pain-Arc aus Naruto Shippuden erinnern.

Auch neben der Hauptstory gibt es herzzerreißende Geschichten. (Bildquelle: Screenshot GIGA)

Wenn ihr allerdings keine Lust auf solche sensiblen und auch schwer verdaulichen Themen habt, kann ich euch beruhigen: Die oberflächliche Superheldengeschichte von Gut gegen Böse kann auch alleinstehend mitreißen und unterhalten.

Das Gameplay bietet mehr Möglichkeiten als zuvor

Schauplatz ist weiterhin New York. Der Open World haben die Entwickler nun die Bezirke Queens und Brooklyn hinzugefügt. Dadurch ist die Welt fast doppelt so groß wie zuvor. Einige Nebenaktivitäten sind hinzugekommen, andere aus den Vorgängern übernommen.

In den Nebenmissionen habt ihr die Wahl, mit welcher Spinne ihr spielt und könnt zwischen den beiden hin und her wechseln. Der Wechsel geschieht fast nahtlos und zeigt die Leistung, die in der PS5 steckt. Spezifische Haupt- und Nebenmissionen verlangen mitunter auch nach einem bestimmten Spider-Man – dann könnt ihr nicht aussuchen, welchen der beiden ihr spielen wollt.

Ich habe aufgrund der vergrößerten Open World damit gerechnet, dass ich die Schnellreiseoption weitaus häufiger als zuvor benutzen würde, aber ich lag falsch. Das Schwingen durch New York City ist nicht nur genauso fantastisch wie in den vorherigen beiden Spielen, sondern ist dieses Mal sogar besser. Neben den altbekannten Schwingtechniken kommen noch neue hinzu und vor allem die Netzflügel stechen dabei positiv hervor.

Die neuen Netzflügel lassen euch noch schneller durch NYC gleiten. (Bildquelle: Screenshot GIGA)

Diese könnt ihr aufspreizen, ähnlich wie bei einem Flughörnchen, um durch NYC zu fliegen und somit noch schneller voranzukommen. Das Kombinieren von Schwingen, Fliegen und Heranziehen geht intuitiv von der Hand und greift harmonisch ineinander. Die geschmeidige und füssige Fortbewegung ist ein wesentlicher Aspekt in diesem Spiel, das durch die Superkräfte und Agilität ihrer Hauptfiguren definiert wird.

Beide Charaktere teilen sich einen Talentbaum, zusätzlich hat jeder der beiden noch einen eigenen Fertigkeitenbaum. Außerdem teilen sich Peter und Miles die Anzug-Technologien und die Geräte, die ihr freischalten könnt. Ihr erhaltet zwar alle wichtigen Skills durch die Hauptmissionen, allerdings kann es vorkommen, dass eure Spinnen unterschiedlich gelevelt sind. Wenn ihr also in Peters Skilltree mehr Punkte investiert, habt ihr wesentlich mehr Möglichkeiten mit ihm als mit Miles – und andersherum. Achtet also drauf, dass ihr beide möglichst gleichermaßen auflevelt, da es ansonsten zu einer Spinne mit mehr Kampfoptionen und einer mit weniger Kampftechniken kommen könnte.

Neben den jeweiligen Fertigkeiten und über 60 Anzügen könnt ihr euren Spielstil mit der jeweiligen Spinne noch weiter individualisieren. Zusätzlich zu den Tech-Geräten, die ihr bereits aus den Vorgängern kennt, gibt es auch neue „slotted abilities“ (kurzum: Fähigkeiten), von denen ihr insgesamt 4 Stück gleichzeitig aktiviert haben könnt. Jede dieser Fähigkeiten besitzt jedoch eine Abklingzeit, ihr könnt die kraftvollen Angriffe also nicht konstant spammen.

Quick Time Events kehren übrigens auch zurück. (Bildquelle: Screenshot GIGA)

Manche Gegner können einige eurer Fähigkeiten unterdrücken. Je nach Kampf verlangt das Spiel also von euch, dass ihr im Eifer des Gefechts auch einmal spezielle Feinde priorisiert und diese zuerst ausschaltet, damit ihr das Gefecht besser in den Griff bekommt und ihr selbst den Verlauf bestimmt, nicht die Gegner.

Neben den neuen Fähigkeiten erhaltet ihr dieses Mal auch eine Parry-Funktion im Kampf. Endlich müsst ihr nicht mehr nur ausweichen, sondern könnt die feindlichen Angriffe auch parieren. Manche Attacken verlangen sogar danach, da ihr ihnen nicht ausweichen könnt.

Hierbei gibt es nur ein Problem: Diese Attacken werden mit einem gelben Kreis, der sich zu einem roten Kreis weiterentwickelt, angekündigt. In den vorherigen Teilen und auch jetzt kündigen Feinde ihre Angriffe mit einem weißen Kreis an. Wenn dieser jedoch rot wird, müsst ihr ausweichen. Die rote Farbe war also eigentlich schon vergeben. Warum wird dieselbe Farbe für die unterschiedlichen Angriffe verwendet? Es wäre weitaus leichter, wenn sich der gelbe Kreis zu einem lilafarbenen - oder welche Farbe auch immer – entwickeln würde. Stellt euch darauf ein, dass ihr des Öfteren getroffen werdet, weil ihr anstelle einer Parade ein Ausweichmanöver vollzieht.

Zudem erhaltet ihr dieses Mal durch die neue Netzleine eine weitere Stealth-Option. Die ist jedoch ab und zu viel zu mächtig. Mit ihr könnt ihr in den Schleich-Sektionen über den Köpfen der Feinde neue Leinen spannen, auf denen ihr euch bewegen und eure Widersacher lautlos ausschalten könnt. Auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad hat keiner eurer Gegner Lust, in die Luft zu schauen. Die Räume von Feinden zu säubern, ohne Alarm auszulösen, ist so keine Herausforderung.

Marvel’s Spider-Man 2
Marvel’s Spider-Man 2
Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 21.06.2024 19:44 Uhr

Insgesamt macht das Gameplay dennoch fast alles richtig und erweitert die bekannte Formel um sinnvolle und nützliche Komponenten. Nicht nur die Fortbewegung fühlt sich noch besser an als in den vorherigen Spielen, sondern auch die Action. In manchen Bosskämpfen hat die Kamera jedoch manchmal Probleme. Innerhalb einer Bossarena solltet ihr euch am besten in der Mitte aufhalten, denn wenn ihr zu nah am Rand steht, kann es vorkommen, dass die Kamera hinter der Wand verschwindet und ihr den Boss nicht mehr sehen könnt. Kein Weltuntergang, aber sicherlich nervig.

Und eines noch zum Gameplay: Auch dieses Mal enthält es Sektionen in denen ihr MJ spielt. Aber auch MJ hat ein Upgrade bekommen und lässt sich weitaus besser als zuvor steuern. Zudem ist sie nicht mehr so wehrlos wie früher.

Test-Fazit

Insomniac Games sind anscheinend in den Baumarkt gegangen, denn sie liefern das nächste Brett. Marvel’s Spider-Man 2 funktioniert auf allen Ebenen und kann mehr als überzeugen. Das Spiel besitzt Tiefgang, geballte Action, eine sinnvolle Story, die nicht nur Spider-Man-Fans mitreißt, und ein gekonnt weiterentwickeltes Gameplay.

Wertung
9.4/10
“Insomniac Games beweist erneut, dass sie in der gesamten Spieleindustrie zu den Top-Entwicklerstudios gehören. Marvel’s Spider-Man 2 ist ein Must-Play für jeden PS5-Inhaber!”
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