Geheime Produktentwicklung bei Apple: FBI-Bericht verrät Insiderwissen

Holger Eilhard 3

Apple legt extremen Wert darauf, die Entwicklung von neuen Produkten möglichst lange geheim zu halten. Ein aktueller FBI-Bericht gibt nun Einblicke, wie Apple diese Geheimhaltung am Beispiel des „Project Titan“, Apples Automobilprojekt, realisiert.

Geheime Produktentwicklung bei Apple: FBI-Bericht verrät Insiderwissen
Bildquelle: Holger Eilhard/GIGA — Apple Park Visitor Center, Cupertino.

Apples Project Titan: Industriespionage durch interne Mitarbeiter

Eine aktuelle Klage wegen Industriespionage in Apples Project Titan gelangte in den vergangenen Tagen ins Rampenlicht und offenbart Blicke, in das Vorgehen des iPhone-Herstellers, um interne Informationen zu schützen. Hintergrund: Dem ehemaligen Apple-Mitarbeiter und chinesischem Staatsbürger Jizhong Chen wird vorgeworfen wertvolle Details zu dem Automobilprojekt gestohlen zu haben.

Chen soll von seinen Kollegen dabei beobachtet worden sein, Fotos seines Arbeitsplatzes aufzunehmen. So machte er Apples Global Security (Apples interner Sicherheitsdienst) auf sich aufmerksam. Bei der Durchsuchung seines Computers wurden daraufhin mehrere Tausend Dateien mit internen Informationen gefunden. Das Sicherheitspersonal soll des Weiteren auch rund hundert Fotos gefunden haben, die in einem Gebäude von Apple aufgenommen wurden.

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Apple fand außerdem heraus, dass sich Chen bei einem chinesischen Unternehmen beworben haben soll, das als direkte Konkurrenz zu Apples Automobilprojekt bezeichnet wird. Ein Foto, welches auf Chens Computer gefunden wurde, soll eine Zeichnung eines von Apple entwickelten Kabelbaums zeigen, welcher wiederum für ein selbstfahrendes Auto genutzt werden soll. Laut Business Insider zeigen die Bilder auch Zeichnungen, auf denen Sensoren und andere Bauteile zu sehen waren, die es einem Auto ermöglichen, festzustellen, wo es sich befindet.

Auch diese neuen Produkte unterliegen der Geheimhaltung:

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Chen wurde nur einen Tag vor seinem geplanten Flug nach China festgenommen. Es ist schon das zweite Mal in sechs Monaten, dass einem Apple-Ingenieur vorgeworfen wird, geheime Daten an chinesische Konkurrenten weiterzuleiten.

Apples Project Titan: FBI-Bericht offenbart einige Betriebsgeheimnisse

Durch die Klage sind aber noch weitere Details zu Project Titan ans Tageslicht gekommen. So sollen alle Apple-Mitarbeiter, die über das Projekt informiert sind, an einem persönlichen Sicherheitstraining teilgenommen haben. Dies betrifft 5.000 der insgesamt 140.000 Mitarbeiter.

Intern werden diese Mitarbeiter als „disclosed“ bezeichnet; sie hatten Einblick auf gewisse Informationen des Projekts. Aber selbst wenn man in die Riege dieser informierten Mitarbeiter aufgestiegen ist, bedeutet dies natürlich nicht, dass man vollen Zugang zu den Details des Projekts hat. So hatten etwa nur 1.200 der 5.000 Mitarbeiter auch Zugang zu dem Gebäude, in dem an dem Projekt gearbeitet wird.

Das Training hat in Chens Beispiel offensichtlich zum Erfolg geführt, da seine Kollegen auf ihn aufmerksam wurden und ihn daraufhin bei Apples Global Security gemeldet haben.

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