Von wegen Öko: Kritik an Apples Aluminium-Recycling des MacBook Air

Holger Eilhard 7

Apple kündigte im Rahmen seines Oktober-Events vor einigen Tagen unter anderem an, dass das MacBook Air zu 100 Prozent aus recycelten Aluminium gefertigt wird. Ein neuer Bericht bezeichnet dies jedoch primär als PR-Masche und nicht als echten Fortschritt.

Von wegen Öko: Kritik an Apples Aluminium-Recycling des MacBook Air
Bildquelle: Apple.

Apples Aluminium-Recycling des MacBook Air: PR-Masche oder Fortschritt?

Laut Apple wird das Gehäuse des neuen MacBook Air aus wieder­gewonnenen Aluminiumspänen gefertigt. Neues Aluminium muss also nicht für die Produktion abgebaut werden. Diese Ankündigung sorgte für großen Applaus im Publikum des vergangenen Oktober-Events. Auch wenn dies ein Schritt in die richtige Richtung ist, sei es „mehr eine PR-Masche als ein Fortschritt für unsere Welt“, so ein aktueller Bericht.

Als Grund dafür nennt Autor Casey Williams unter anderem, dass Aluminium sehr einfach zu recyceln sei. Ein Großteil des von Apple genutzten Alu stamme bereits vor dieser Ankündigung aus recycelten Quellen.

Apple habe außerdem gesagt, dass Teile des recycelten Aluminiums aus Spänen stammen, die etwa bei der Produktion des iPad anfallen. Es sei aber keineswegs die Rede davon, dass das Material der neuen MacBook-Air-Gehäuse vollständig aus eigenen „Abfällen“ stammt. Es ist also wahrscheinlich, dass Teile der Gehäuse auch aus alten Cola-Dosen oder Flugzeugrümpfen bestehen. Gleichzeitig wäre das Metall vermutlich von anderen Unternehmen gekauft worden, wenn es Apple nicht selbst verwenden würde.

Kyle Wiens, CEO von iFixit, sagte des Weiteren, dass das Recycling von Aluminium finanziell eine gute Idee sei, da es günstiger ist als der Abbau von Bauxit. Aluminium werde immer recycelt, so Wiens. Der Kauf von recyceltem Aluminium ist einfach und günstig, sagte der iFixit-Chef.

Das recycelte Gehäuse des neuen MacBook Air ist nicht der einzige Unterschied zu anderen MacBooks:

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Besser für die Umwelt: Erleichterung von Reparaturen

Der Artikel hält aber auch einige Stimmen parat, wie Apple — und andere Unternehmen — mehr für die Umwelt tun könnten. In Anbetracht von vielen Millionen Geräten, die aufgrund von Defekten im Müll landen, könnte Apple etwa durch vereinfachte Reparaturen größere, positive Auswirkungen auf die Umwelt haben. Stattdessen wirft man Apple vor, sich gegen das Recht zur Reparatur auszusprechen. Dieses würde es Drittanbietern erlauben Reparaturen an Apples Hardware durchzuführen, was in längeren Lebenszeiten resultieren würde.

Gleichzeitig schicken aber auch die jährlich erscheinenden Updates immer wieder alte Hardware aufs Abstellgleis. Eine positive Ausnahme war iOS 12, das weiterhin auf denselben Geräten funktioniert wie zuvor iOS 11. Der Autor schreibt aber auch, dass Apple vermutlich weniger Elektroschrott verursacht als die Konkurrenz. Der Grund ist einfach: Apples Kunden behalten ihre Geräte in der Regel länger und können diese auch für höhere Preise wiederverkaufen.

Quelle: Casey Williams

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