Dockin D Fine im Test

Stefan Bubeck 4

Als der Dockin D Fine bei uns in der Redaktion eintraf, war klar: Dieser Lautsprecher gehört in den großen Vergleichstest. Er passt genau zwischen die kleinen Speaker (Anker, Bose) und den „Riesen“ Teufel Boomster. Was kann die mittelgroße Box von Dockin leisten?

Design und Verarbeitung

Mittelgroß bedeutet: Abmessungen von 28,5 x 10 x 10,3 Zentimetern und ein Gewicht von 2,6 Kilogramm. Das ist durchaus noch als „portabel“, jedenfalls eher als der wuchtige Teufel Boomster. Als Dreingabe befindet sich ein Netz in Turnbeutel-Format im Lieferumfang, da passt der D Fine exakt hinein und kann transportiert werden.

Der Lautsprecher besteht aus verschiedenen Materialien, die makellos miteinander kombiniert werden. Das Abdeckgitter (Front und Rückseite) besteht aus Metall. Ober- und Unterseite sind aus glattem Kunststoff. Das oben angebrachte Bedienfeld stellt die wichtigsten Funktionen dar und ist in Form runder Metallbuttons ausgeführt – sehr guter Druckpunkt, diese Art der Bedienung gefällt. Die seitlichen Gehäuseflächen sind gummiert. Auf der linken Seite befindet sich eine Abdeckkappe, unter der wir die Klinkenbuchse, einen Micro-USB Service Port, einen 15-Volt Ladeanschluss und einen USB-Anschluss finden – letzterer eignet sich zum Aufladen anderer Geräte , der Dockin D Fine ist also auch eine Powerbank (6.600 mAh).

Die maximale Laufzeit des D Fine beträgt ungefähr 10 Stunden. Dieser Wert ist – wie immer – von der Lautstärke während des Betriebs abhängig. Ein Vorteil für alle, die mit dem Bluetooth-Lautsprecher auch mal in der Natur unterwegs sind: Er ist spritzwasser- und staubgeschützt nach IP55. Ein echtes Outdoor-Modell ist er allerdings nicht, dafür müsste das Gehäuse besser gegen Stöße gewappnet sein.

Insgesamt ist die Gestaltung des Dockin D Fine etwas bieder geraten, eine besondere Ausstrahlung oder Wertigkeit wird nicht vermittelt. Was wir ein wenig vermissen, ist ein Tragegriff oder eine Mulde, die das Tragen erleichtern könnte. Das dürfte zwar nicht jeden stören, aber für den schnellen Griff mit einer Hand ist der Lautsprecher schon einen Tick zu schwer und könnte abrutschen.

Soundqualität

Nach vielen Stunden in der Küchenecke und mehreren Abenden im Wohnzimmer wollen wir den Dockin D Fine nicht mehr missen. Der Klang ist unauffällig-neutral, dabei aber feinzeichnend und bassstark genug, um echten Musikgenuss zu ermöglichen. Ein 15 Quadratmeter großer Raum lässt sich gut ausfüllen, verzerrungsfrei auch bei hohen Pegeln. Wie zu erwarten, macht sich das zusätzliche Volumen im Vergleich zu den kleineren Boxen positiv bemerkbar. Mit dem Begriff „Stereopanorama“ sollte man dennoch zurückhaltend umgehen, das fällt dann doch eher bescheiden aus – wie bei den Mitbewerbern auch.

Thelonious Monk und Band spielen den Klassiker und die lockere Wiedergabe aus dem D Fine wird der Aufnahme gerecht. Schöne Durchzeichnung und Kontrolle über die Songs, keine künstlich wirkenden Tricks: Das klingt wunderbar natürlich. Die Höhen zeigen hier und da etwas mehr Glanz als vielleicht notwendig, beim Trap-Meisterwerk treten die Hi-Hats einen Schritt zu weit nach vorne, wirken dominanter als beabsichtigt. Aber das lässt sich per Equalizer in der App leicht anpassen, ohne dass es dabei zu Einbußen in der Transparenz kommt.

Generell reagiert der Dockin gut auf Veränderungen der Klangeinstellung seitens der Musikapp – das ist ein gutes Zeichen. Dieser Lautsprecher ist flexibel und kann vom Hintergrundgedudel, über den Lieblings-Popsong, bis hin zum Trance-Brett alles zu unserer Zufriedenheit wiedergeben. Am besten klingt die Box bei mittlerer bis gehobener Lautstärke, da geben die Passivmembrane die richtige Prise Bass mit dazu.

Technische Daten

  • Bluetooth-Version: 4.0 + EDR (Enhanced Data Rate)
  • IP55-Schutz vor Staub und Spritzwasser, 10h Wiedergabezeit, Powerbank-Funktion (USB-Ausgang: USB-A, 5V, 1A)
  • Abmessungen (H × B × T): 100 × 285 × 103 mm, Gewicht: 1.930 g

Fazit und Wertung

Dockin hat mit dem D Fine genau die Mitte zwischen „schön kompakt“ (Bose Soundlink Mini 2) und „eigentlich schon zu groß“ (Teufel Boomster) besetzt und nebenbei mit einem sehr günstigen Preis versehen. Ein Alleinstellungsmerkmal ist der IP55-Schutz vor Staub und Spritzwasser, diese Box kann auch am Pool oder auf der Stranddecke liegen, ohne dass man sich Sorgen machen müsste.

Entscheidend ist aber der Klang und da haben die Entwickler dieses Lautsprechers ganze Arbeit geleistet: Druckvoll und transparent, wenn‘s sein muss auch sehr laut. Das großzügiger bemessene Gehäuse macht sich im Vergleich zum Anker und zum Bose definitiv bemerkbar. Meckern kann man allenfalls an Details: Die Höhen sind etwas zu präsent, da mussten wir gelegentlich per Equalizer nachregeln.

Am Design der Box scheiden sich die Geister: Lieblos-langweilig oder sachlich-zweckgemäß? Schwer zu sagen – zumindest wirken die Kandidaten von Bose und Teufel optisch hochwertiger und eleganter. Dafür muss man für die beiden aber auch tiefer ins Portemonnaie greifen. Der Dockin D Fine ist eher mit einem guten Werkzeug zu vergleichen: Ein robuster Begleiter, der ok aussieht und seinen Job super macht.

Klang Sprache/TV: 90 Prozent
Klang Musik: 90 Prozent
Ausstattung: 85 Prozent
Praxis: 75 Prozent
Gesamt: 85 Prozent

Dockin-D-Fine-Wertung

Vorteile

  • Klarer Klang mit einer schönen Portion Bass
  • Staub- und Spritzwasserschutz

Nachteile

  • biederes Gehäusedesign

Auf der nächsten Seite geht es weiter mit dem Teufel Boomster.

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