Dockin D Solid im Test

Stefan Bubeck 4

Aus Berlin stammt das im Vergleich zu den anderen Herstellern im Test noch recht unbekannte Unternehmen Dockin. Es schickt den ultrakompakten Dockin D Solid ins Rennen und zeigt, dass man sich diesen Namen merken sollte.

Design und Verarbeitung

Das erste was nach dem Auspacken auffällt, ist das stattliche Gewicht des Zwergs. Satte 420 Gramm bringt er auf die Waage, das fühlt sich schon mal hochwertig an. Das Design ist in seiner Grundform das eines Salzstreuers. Zahlreiche Mitbewerber verlassen sich auf dieses Konzept: Ein zylinderförmiges Gehäuse, der Sound wird nach oben hin abgestrahlt.

Der D Solid hat ziemlich genau den Durchmesser eines Kaffeebechers, ist mit 62 Millimetern allerdings nicht ganz so hoch. Dockin hat sich für eine konkave Gehäusewand entschieden, das wirkt schick und wird oben von einer schönen Kante abgeschlossen, die bei der von uns getesteten silbernen Version dezent im Licht glänzt. Dockin setzt auf ein Metallkleid statt Plastik, der Auftritt des Mini-Lautsprecher ist robust und edel.

Er sieht nicht nur „glänzend“ aus – leider verhält sich der silberne D Solid auch wie ein Spiegel. Einmal angefasst und man sieht sofort Fingerabdrücke – zum Glück liegt ein kleines Putztuch bei. Wem das zu mühsam ist, kann zur schwarzen Version greifen, die hier weniger anfällig ist und auch sehr hochwertig aussieht.

Auf der Rückseite befinden sich ein Aux-Eingang, ein USB-Anschluss und ein Mico-SD-Slot. Letzterer unterstützt die Formate MP3, WAV, WMA und FLAC.

Auf der Unterseite sind der Ein- und Ausschalter sowie Steuerelemente für die Lautstärke und die Songwahl platziert. Dieses Bedienkonzept ist nicht die beste Wahl, zumindest was den Komfort angeht. Um das Gerät zu bedienen, muss man es anheben, an der Bodenfläche herumhantieren und es danach wieder hinstellen. Und ja, das Putztuch sollte am besten stets parat sein. Das ist nun mal der Preis für das noble Erscheinungsbild mit seiner glatten Frontfläche. Der Dockin D Solid versteckt gewissermaßen seine Technik und geht mehr in Richtung Designobjekt – man stellt ihn idealerweise an eine geeignete Stelle auf den Schreibtisch und lässt ihn wirken. In der Praxis ist das glücklicherweise zu verkraften, denn Lautstärke und Trackwahl steuert man weitestgehend per Smartphone, der Griff zum Lautsprecher ist nur noch selten notwendig.

Die Verarbeitung ist tadellos, der Dockin D Solid muss sich nicht vor etablierten Marken und teureren Produkten verstecken. Ein fest verbauter Lithium-Ionen-Akku mit 800 mAh sorgt für ordentliche Laufzeiten von bis zu fünf Stunden.

Soundqualität

Ein einzelner 52-mm-Treiber ist für das gesamte Frequenzspektrum zuständig. Dockin gibt hier eine Wiedergabe von 40 bis 20.000 Hertz an. Da müssen wir schmunzeln – vor allem der untere Grenzwert ist absurd, ein Lautsprecher dieser Größenklasse kann aus physikalischen Gründen im Tiefbass keinen nennenswerten Pegel aufbauen. Er kann tiefe Frequenzen theoretisch zwar wiedergeben, aber praktisch hat man als Hörer davon nicht viel. Angaben wie diese sind weit verbreitet und sollten grundsätzlich nicht allzu ernst genommen werden. Wichtig ist bei so einem Gadget vielmehr der subjektive Klangeindruck in einem typischen Einsatzszenario. Der D Solid wird beim Nutzer wohl eher einen Bildschirmarbeitsplatz oder eine kleine Küche beschallen, als das gesamte Wohnzimmer.

Was der kleine Kraftzwerg in Sachen Klang abliefert, ist – wie der Name schon andeutet – durchweg solide. Ein handelsübliches Smartphone hat dagegen keine Chance, auch ein 2014er Macbook Pro Retina (13 Zoll) zieht mit seinen internen Lautsprechern klar den Kürzeren. Das Klangbild ist beeindruckend voll, rund und vermittelt einen realistischen Eindruck des laufenden Songs. Ja, selbst der Bass bekommt seinen Raum, wenngleich die versprochenen 40 Hertz wie zu erwarten nicht zu spüren sind. Eine Kickdrum zeigt aber durchaus einen gewissen Druck, sodass da schon Spaß aufkommt. Aber: Was Live-Musik und Konzerte angeht, darf hier kein Wunder erwartet werden. Spätestens wenn man den Pegel sehr weit nach oben setzt, schlägt die Physik mit ihren Gesetzmäßigkeiten zu. Dann neigt der Dockin dazu, etwas blechern zu klingen und der Griff an den Lautstärkeregler und die Rückkehr zu moderaten Lautstärken sind die Folge.

Wo der D Solid rundum überzeugt, sind Stimmen: Sei es die Tagesschau oder Deutschlandradio – gerade Programme mit hohem Sprecheranteil sind perfekt geeignet. Klar und deutlich sind sie zu vernehmen, kein Wort geht unter – der Dockin ist hier in seinem Revier. Er liefert genau das Fundament, das einem Smartphone im Sound fehlt und ist daher eine gute Ergänzung, die in Anbetracht des absolut gerechtfertigt ist.

Ein Kuriosum am Schluss: Wenn man den Dockin auf den Boden stellt – etwa unter den Küchentisch – dann klingt er am besten. Der Sound gewinnt an Volumen und füllt den Raum besser aus. Aber da gehört er aufgrund seines noblen Designs eigentlich nicht hin.

Technische Daten

  • FM-Radio, Freisprechfunktion, Micro-SD-Slot, Aux-Eingang, NFC, Bluetooth 4.0
  • Hochleistungstreiber mit 52 mm Durchmesser
  • Akkulaufzeit bis zu fünf Stunden
  • Abmessungen: 77 × 62 × 77 mm, Gewicht: 420 g

Fazit und Wertung

Wer seinem Smartphone einen starken Partner zur Seite stellen möchte, macht mit dem Dockin D Solid alles richtig. Musik kann er ganz gut, zumindest wenn es nicht brachial laut sein soll. Bei Hörspielen und Fernsehsendungen zeigt der edle Winzling, was in ihm steckt und punktet mit seinem transparenten Klang. Verarbeitung und Design sind gelungen: Eine Platzierung auf dem Schreibtisch des Chefs, das steht dem D Solid sicherlich hervorragend.

Klang Sprache/TV: 75 Prozent
Klang Musik: 65 Prozent
Ausstattung: 70 Prozent
Praxis: 70 Prozent
Gesamt: 70 Prozent

Dockin-D-Solid-Wertung

 

Vorteile

  • Edle Verarbeitung, silberfarbenes Metall
  • Solider Klang bei Musik und bemerkenswert gut bei Sprecherprogrammen im Radio
  • Ausreichende Laufzeit von bis zu fünf Stunden

Nachteile

  • Bedienelemente auf der Unterseite
  • Silberne Version ist ein Fingerabdruckmagnet
  • Klangqualität aufgrund der Größe und Bauart stark vom Aufstellungsort abhängig

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