Nach Huawei warnen die USA nun auch vor chinesischen Drohnen. Insbesondere der Marktführer DJI könnte bald schon auf die „Schwarze Liste“ gesetzt werden. Dem US-Heimatschutz zufolge könnten sensible Daten in den Händen der chinesischen Regierung landen. Steht DJI jetzt vor dem Aus?

Möglicher Datenklau: USA warnen vor chinesischen Drohnen

Das United States Departement of Homeland Security (DHS) hat eine Warnung bezüglich chinesischer Drohnen herausgegeben. Drohnen könnten „ein potenzielles Risiko für die Informationen einer Organisation“ sein. Es sei möglich, dass sie „Daten kompromittieren und Ihre Informationen auf einem Server freigeben könnten, auf den außerhalb des Unternehmens zugegriffen werden könnte“, berichtet CNN. Der weltweite Marktführer aus China, DJI, wird zwar nicht namentlich genannt, doch es sollte klar sein, an wen sich die Warnung richtet. 74 Prozent aller sich im Einsatz befindlichen Drohnen stammen von dem Konzern, der seinen Sitz im chinesischen Shenzhen hat. In den USA und Kanada soll der Marktanteil von DJI sogar bei 79 Prozent liegen. Der Konzern konnte im letzten Jahr einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro vorweisen.

DJI und andere chinesische Hersteller könnten von der US-Regierung schon bald auf die „Schwarze Liste“ gesetzt werden. Vor wenigen Tagen hatte es Huawei getroffen. Amerikanische Unternehmen dürfen mit Huawei keine Geschäfte mehr machen. Auch Google mit seinem mobilen Betriebssystem Android ist davon betroffen. Ein generelles Verkaufsverbot von DJI-Drohnen in den USA wurde zwar nicht ausgesprochen, könnte aber bald schon Realität werden.

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DHS: Chinas Geheimdienst erhält US-Daten

Das DHS sieht bei Drohnen, die Daten während des Fluges Daten speichern, ein Sicherheitsrisiko für die USA: „Die US-Regierung ist sehr besorgt über technische Produkte, die amerikanische Daten in das Hoheitsgebiet eines autoritären Staates übertragen, der seinen Geheimdiensten uneingeschränkten Zugriff auf diese Daten erlaubt oder in anderer Weise einen Missbrauch gestattet“.

In der US-Armee ist der Einsatz von DJI-Drohnen bereits seit 2017 streng verboten. DJI soll der chinesischen Regierung Daten zur Armee-Infrastruktur geliefert haben, heißt es. Als Antwort darauf stellte DJI einen neuen Privatsphäre-Modus vor, bei dem während der Flüge kein Internet-Traffic mehr anfällt. Warum die US-Armee überhaupt chinesische Drohnen einsetzte, die für den Gebrauch durch private Konsumenten konzipiert waren, bleibt weiter unklar.

Was Drohnen so alles aufnehmen, könnt ihr euch in der Bilderstrecke ansehen:

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22 verstörende Fotos, die von Drohnen aufgenommen wurden

Bereits ein Jahr zuvor hatte DJI laut FAZ zugegeben, Daten an chinesische Institutionen „bei berechtigtem Interesse“ weiterzugeben. In China ansässige Unternehmen sind dazu laut Gesetz verpflichtet. Das betrifft auch andere Elektronik-Hersteller wie zum Beispiel Huawei.

Simon Stich
Simon Stich, GIGA-Experte für Smartphones, Mobilfunk und die Gerüchteküche.

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