Licht und Schatten bei Huawei: Folgt nach dem Erfolg der Absturz?

Kaan Gürayer 16

Wie schnell sich das Blatt manchmal wenden kann, erlebt derzeit Huawei: Eben noch als neuer Star am Smartphone-Himmel gefeiert, gerät der Hersteller nun zunehmend in Bedrängnis. Kurios: Die Hauptkritik kommt nicht von der Konkurrenz. 

Licht und Schatten bei Huawei: Folgt nach dem Erfolg der Absturz?
Bildquelle: GIGA.

Ende des vergangenen Jahres ließ Huawei die Korken knallen: 200 Millionen Smartphones konnte das ambitionierte Unternehmen 2018 unter die Leute bringen. Dabei beschränkten sich die Chinesen nicht mehr nur auf die verkaufsträchtige Mittelklasse, sondern brachten mit dem P20 Pro und dem Mate 20 Pro erstmals High-End-Handys auf den Markt, die den Vergleich mit der Konkurrenz von Samsung, Apple und Co. nicht zu fürchten brauchen. Kein Wunder, dass der Konzern dann auch Apple hinter sich ließ und nun auf Platz 2 der größten Smartphone-Hersteller residiert. Aber wo Licht ist, da ist bekanntlich auch Schatten.

Angebliche Spionage: Huawei im Kreuzfeuer der Kritik

Immer mehr gerät Huawei nämlich ins Kreuzfeuer der Kritik. Der Druck kommt dabei verblüffender Weise nicht von der Konkurrenz, sondern allen voran aus der Politik. An diesem Donnerstag, so das Handelsblatt, lädt der Planungsstab des Auswärtigen Amtes die Beamten der Behörde zu einer internen Diskussion ein. Bereits der Name Runde lässt erahnen, dass es für Huawei ungemütlich werden könnte: „Wer hat Angst vor Huawei?“, heißt die Veranstaltung, die am Werderschen Markt in Berlin stattfindet.

Konkret geht es beim Termin um Huaweis Rolle beim 5G-Netzaufbau in Deutschland. In den vergangenen Monaten geriet der Konzern immer öfter in Bedrängnis durch westliche Regierungen, die Huawei eine zu große Nähe zur kommunistischen Staatsführung in China unterstellen. Sogar der Vorwurf der Spionage steht im Raum. Insbesondere die USA üben Druck auf die Verbündeten aus, Huawei beim Netzaufbau der nächsten Mobilfunkgeneration auszuschließen. Beweise für diese Anschuldigungen gibt es bislang allerdings nicht.

Lange hielt die Bundesregierung noch an Huawei als Netzwerkausrüster fest, doch nun findet laut Handelsblatt-Informationen eine Neubewertung der Lage statt. Die Diskussion darüber, wie Huawei vom Aufbau des 5G-Netzes in Deutschland ausgeschlossen werden könne, sei innerhalb der Bundesregierung in vollem Gange. Diesen Weg sind Australien und Neuseeland bereits gegangen und haben den Konzern aufgrund von Sicherheitsbedenken vom 5G-Netzaufbau ausgeschlossen. Norwegen prüft ähnliche Maßnahmen.

Wer schon immer mal wissen wollte, wie man „Huawei“ korrekt ausspricht: 

Wie spricht man Huawei aus?

Firmengründer äußert sich: Huawei weist Anschuldigungen zurück

Huawei selbst weist die Anschuldigungen zurück. Firmengründer Ren Zhengfei zufolge habe das Unternehmen „niemals eine Anfrage von einer Regierung erhalten, regelwidrige Informationen zu übermitteln“, so der ehemalige Major der Volksbefreiungsarmee, der Huawei 1987 gegründet hat. Allerdings bekräftigte Zhengfei auch, dass er die kommunistische Partei unterstütze und sein Land liebe. Trotzdem: „(…) aber ich werde niemals etwas tun, was irgendeinem Land in der Welt schadet“, machte Zhengfei deutlich.

In einer ersten Stellungnahme zum Bericht des Handelsblattes ließ Huawei verlauten, dass man alle Initiativen begrüße, um „künftige 5G-Netze so sicher wie möglich zu bauen und zu betreiben.“ Man sei zuversichtlich, so Huawei gegenüber MobiFlip, alle technologischen Sicherheitsanforderungen bei 5G-Netzen vollumfänglich erfüllen zu können.

Im Frühjahr sollen die 5G-Frequenzen versteigert werden. Dann wird sich zeigen, ob Huawei die Zweifel an der eigenen Verlässlichkeit hat ausräumen können.

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