Konkurrenz für AMD und Nvidia: Intel steigt wieder ins Grafikkarten-Geschäft ein

Robert Kohlick 6

Intel expandiert. Statt den Schwerpunkt weiterhin auf die Entwicklung und den Verkauf von Desktop- und Server-Prozessoren zu legen, scheint das Unternehmen nun einen weiteren Hardware-Bereich ausbauen zu wollen: Grafikkarten. Sollten sich AMD und Nvidia anfangen Sorgen zu machen?

Konkurrenz für AMD und Nvidia: Intel steigt wieder ins Grafikkarten-Geschäft ein
Bildquelle: Getty Images / Darwell.

Grafikkarten von Intel: „Team Blau“ erweitert seinen Horizont

Wer den Namen Intel hört, denkt wahrscheinlich in erster Linie an PC-Prozessoren. Dass ist auch nicht verwunderlich, denn laut Angaben von Steam setzen mehr als 82 Prozent der PC-Spieler auf eine CPU von Intel.

Doch Intel ist auch in anderen Technik-Sparten vertreten: 

Intel Go: Computing-Plattform für Fahrzeuge.

Intel investiert: „Grafikkarten-Geschäft auf Weltklasse-Niveau“ im Aufbau

Obwohl der Hardware-Hersteller noch viele weitere Produkte in seinem Portfolio hat, gehören Gaming-Grafikkarten bislang nicht dazu. Doch das könnte sich jetzt ändern. Wie die Online-Plattform der Tageszeitung „Times of India“ berichtet, hat sich Intel größere Teile des Startups Inedy Systems einverleibt.

Das Unternehmen beschäftigt sich eigentlich mit künstlicher Intelligenz, autonomen Fahren und IoT. Es soll Intel ab sofort jedoch in einem anderen Gebiet unterstützen, wie ein Sprecher von Intel bekanntgab:

Diese Transaktion stellt Intel ein erfahrenes SoC-Team (System-on-a-chip) zur Seite, welches ihnen beim Aufbau eines Geschäfts mit diskreten GPUs auf Weltklasse-Niveau unter die Arme greifen wird.

Oder um es kurz zusammenzufassen: Intel arbeitet mit dem Team von Inedy Systems an einer oder mehreren neuen Grafikkarten.

Diskrete GPU von Intel: Müssen sich AMD und Nvidia jetzt Sorgen machen?

Knapp 100 Ingenieure von Inedy Systems werden voraussichtlich in den kommenden Monaten und Jahren an der Entwicklung von Intels eigener Grafikkarte arbeiten. Bislang ist noch nicht bekannt, ob die neue GPU als Gaming-Grafikkarte für PC-Spieler konzipiert wird. Schließlich könnte sie auch in anderen Systemen eingesetzt werden, wie etwa professionellen Workstations, Servern oder Supercomputern.

Aktuell werden diese Bereiche von Nvidias Quadro- und Tesla-, sowie AMDs Radeon-Pro-Karten dominiert. Doch auch Intel hat hier mit der Xeon-Phi-Produktreihe schon einige Erfahrungen sammeln können. Unter anderem kamen die Grafikbeschleuniger des Herstellers im chinesischen Supercomputer TH-2 zum Einsatz, der bis Juni 2016 den Titel des schnellsten Supercomputers der Welt innehatte.

In der Zwischenzeit gehört der TH-2 jedoch fast schon zum alten Eisen. Hier findet ihr die aktuelle Top 10 der Supercomputer: 

Bilderstrecke starten
12 Bilder
Top 10: In diesen Ländern stehen die schnellsten Supercomputer.

Sollte Intel tatsächlich im Gaming-Grafikkarten-Bereich Fuß fassen wollen, dann sollten sie sich aktuell kein Beispiel an Nvidia nehmen. Eine fehlerhafte neue Funktion der RTX-Karten sorgte in den letzten Tagen für einigen Aufruhr unter den PC-Spielern.

Was sagt ihr zu Intels neuer Investition in den Grafikkarten-Sektor? Würdet ihr euch eine Intel-GPU in euren Gaming-Rechner einbauen, wenn der Preis stimmt? Oder bleibt ihr AMD und Nvidia auch weiterhin treu? Schreibt eure Meinung zum Thema gerne in die Kommentare.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung