Neue Statistik beweist: Twitch war 2017 erfolgreicher als YouTube

Marcel-André Wuttig

Das amerikanische Forschungsunternehmen SuperData hat eine Auswertung zur Videospielbranche im letzten Jahr veröffentlicht. Sie zeigt, dass Twitch im Streaming-Bereich die Nase vorn hatte – zumindestens im Hinblick auf Umsätze.

In der statistischen Auswertung des Forschungsunternehmens standen neben Videospielen, Plattformen und Publishern auch der sogenannte Influencer-Markt im Fokus. Hierzu gehören in der Gaming-Branche sämtliche Streamer und Let’s Player, die auf Streaming-Seiten wie YouTube und Twitch ihre Videos veröffentlichen.

Die Daten lassen annehmen, dass Twitch ein erfolgreicheres Business-Modell als YouTube besitzt. Obwohl gerade einmal halb so viele Spieler Gaming-Inhalte auf Twitch schauen, ist die Streaming-Seite mehr als doppelt so umsatzstark wie YouTube. Insgesamt wurden 2017 mehr als 3,2 Milliarden US Dollar mit Gaming-Videoinhalten eingenommen. Davon wurden 1,7 Milliarden US Dollar auf Twitch erwirtschaftet. Das entspricht einem Marktanteil von 54%.

YouTube befindet sich weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz mit einem Marktanteil von 22%, was einem Umsatz von o,7 Milliarden US Dollar entspricht.

Twitchs Erfolg lässt sich direkt auf das Business-Modell der Plattform zurückführen. So werden über 51% der Einnahmen auf Twitch mit Zuschauer-Abos erzielt. Für entweder $4,99, $9,99 oder $24,99 im Monat können User ihre Lieblings-Streamer direkt unterstützen. Und das ist nur eine von vielen Möglichkeiten, wie Twitch-Streamer Geld verdienen können.

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So verdienen Twitch-Streamer ihr Geld.

Im Vergleich dazu machen direkte Spenden von Usern bei YouTube gerade einmal 20% der Einnahmen aus. Der Rest wird über Werbung und Sponsoren erzielt.

Twitch hat im letzten Jahr immer wieder Maßnahmen vorgestellt, die es auch kleineren Streamern erleichtern sollten, mit ihren Videos Geld zu verdienen. Die Statistik zeigt, dass das nicht nur bei den Videoproduzenten sondern auch bei den Verbrauchern gut angekommen zu sein scheint.

Das Video gibt einen guten Einblick darin, wie es ist, bei Twitch zu arbeiten. 

A Look Inside Working At Twitch.

YouTube hat hingegen immer wieder mit Skandalen seiner Videoproduzenten zu kämpfen gehabt. Sponsoren und Werbekunden fanden das gar nicht gut, weswegen das Unternehmen einen Algorithmus veröffentlichte, der kontroverse Videoinhalte automatisch erkennen sollte. Die umstrittene Software sperrte fälschlicherweise jedoch immer wieder auch unschuldige Inhalte, was zu Unmut bei Videoproduzenten, Zuschauern und Werbekunden führte.

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