Passbook

Beschreibung

Wer heutzutage eine Reise antritt, wird geradezu mit Tickets der verschiedenen beteiligten Unternehmen überschüttet. Sobald man mit mehr als einem Anbieter unterwegs ist, macht es auch keinen großen Unterschied mehr, ob alle Tickets und Bordkarten in digitaler Form vorliegen. Das gesuchte Ticket schnell zu finden ist nahezu unmöglich. Genau hier soll Passbook aus iOS 6 helfen.

Mit Passbook hatte Apple auf der WWDC im Juni bereits einen Blick in die Fähigkeiten der App erlaubt. Konkret geht es um die zentrale Verwaltung von digitalen Tickets jeglicher Art. Dies können zum Beispiel Bordkarten für den nächsten Flug in den Süden oder die Guthabenkarte des Cafés um die Ecke sein. Aber auch Kinos können ihre Tickets in Zukunft in Passbook ablegen.

Hinter den Kulissen

Die App weiß jederzeit wo du gerade bist und kann daher beispielsweise automatisch beim Betreten des Flughafens die Bordkarte auf dem Sperrbildschirm anzeigen. Der Aussteller des Passes kann mehrere Koordinaten angeben, bei denen der Pass angezeigt werden soll. Je nach Passtyp variiert der Radius um diese Koordinaten. Eine Bordkarte für den Flieger benötigt einen größeren Spielraum als der Supermarkt. Eine weitere Einschränkung ist die Angabe eines Datums, an dem das Ticket relevant ist.

Ändern sich die Flugdaten, kann die Fluggesellschaft aus der Ferne das Gate auf dem digitalen Ticket mit Hilfe einer Push-Benachrichtigung ändern. Der Nutzer wird dann von Passbook auf die Änderung hingewiesen.

Ob man derartige Updates erhalten will, kann auf der Rückseite jedes Passes eingestellt werden. Dort können auch weitere Informationen zu dem Pass, etwa Reisepass-Daten, Nutzungsbestimmungen oder der Link zu einer iOS-App, hinterlegt werden.

Apple unterstützt derzeit fünf verschiedene Passtypen. Schließlich sieht eine Bordkarte anders aus als ein Ticket für das Kino oder die Couponkarte für den Blumenladen. Aktuell gibt es Designs für Coupons, Store Cards, Boarding-Pässe, Event-Tickets und einen generischen Pass. Das Design der Pässe erlaubt eine schnelle Erkennung des gesuchten Tickets. Wichtige Daten, wie etwa das Abflug-Gate oder die Zugnummer, werden etwa bereits in der Übersichtsansicht der App angezeigt.

Nach der Auswahl eines gespeicherten Passes werden die weitergehenden Informationen, zum Beispiel Name, Sitzplatz, etc. angezeigt.

Zur Identifikation wird auf den Tickets ein 2D-Barcode dargestellt. Unterstützt werden die Formate PDF417, Aztec- oder QR-Code. Der Anbieter selbst muss nur die gewünschte Nachricht angeben, der Barcode wird dann von der App erzeugt. Apple rät dazu einen PDF417-Barcode zu nutzen, da dieser nicht so hoch ist wie etwa ein QR-Code und daher auf dem Pass besser aussieht. Optional kann noch eine Textzeile unterhalb des Codes angezeigt werden.

So kommt man an den Pass

Nach all diesen technischen Details stellt ihr euch nun wahrscheinlich die Frage, wie ihr überhaupt ein Ticket für Passbook bekommt? Die einfachste Variante ist die Zustellung via E-Mail, die im Anhang eine .pkpass-Datei enthält. Diese werden automatisch von Mail.app in iOS 6 erkannt.

Die zweite Variante ist die Angabe einer URL, die mit Safari auf iPhone oder iPod touch geöffnet werden kann. Die dritte Möglichkeit ist die Verteilung der Pässe über eine eigene iOS-App des Anbieters.

Außerdem kann man ein Ticket auch am Mac mit Safari unter OS X Mountain Lion einen Passbook-Pass herunterladen. Beim Klick auf einen Pass, hier ein Testpass erstellt mit Hilfe von PassSource, in Safari wird das Ticket ans iPhone übertragen. Voraussetzung ist die aktivierte Passbook-Funktion in iCloud auf dem Smartphone.

Wer wird Passbook unterstützen?

Die schönste Technologie hilft einem jedoch nicht weiter, wenn sie von keinem Unternehmen unterstützt wird. Unter diesem Schicksal leidet derzeit etwa Googles NFC-Implementation, mit Hilfe derer etwa im Taxi oder Supermarkt bezahlt werden kann. Aber selbst im Silicon Valley wird diese nur von wenigen Besitzern genutzt.

Zum Glück für Apple sieht es bei Passbook derzeit besser aus. So haben erste große Unternehmen bereits ihre Unterstützung angekündigt. Auf Anfrage sagte etwa die Lufthansa, dass man Passbook unterstützen werde:

 

Andere Fluggesellschaften wie etwa Virgin Australia haben ihre Unterstützung ebenfalls fest angekündigt:

 

Ähnlich sieht es auch bei Delta und American Airlines aus. Beide Unternehmen arbeiten laut PC Magazine an Apps, die die neue iOS-6-Funktion unterstützen sollen.

Wer kann Passbook nutzen?

Passbook ist Bestandteil von iOS 6 für iPod touch und iPhone. Da das Scannen eines iPad in vielen Fällen umständlich – um es vorsichtig auszudrücken – sein würde, wird das große Tablet nicht unterstützt.

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