Vorsicht vor Ping Calls! Hier sollte man nicht zurückrufen

Martin Maciej

Ein Vorteil von modernen Telefonen ist, dass man bei eingehenden Anrufen sofort auf dem Bildschirm die Nummer sehen kann. Sollte eine unbekannte Nummer dort auftauchen, empfiehlt es sich zu zögern, bevor man abnimmt oder gar zurückruft. Die Polizei warnt derzeit vor sogenannten „Ping Calls“.

Diese Ping-Calls werden aktuell vermehrt mit Rufnummern aus Tunesien und anderen afrikanischen Ländern durchgeführt. Erkennbar sind diese Anrufe an der Vorwahl. Im Falle einer tunesischen Rufnummer steht hier etwa „+216“. Wie ihr unerwünschte Anrufer blockiert, erfahrt ihr in unserem Video:

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iOS 7 Tipp: Anrufer und Kontakte Blockieren

Unbekannter Anruf aus Tunesien (+216): Nicht zurückrufen!

  • Andere Anrufe lassen sich nach Burundi, Tansania, Benin, Marokko, Guinea oder in die Seychellen zurückführen.
  • Meist wird nur kurz klingeln gelassen, so dass ein Rückruf provoziert werden soll.
  • Die Anrufe werden von Computern durchgeführt und sind in der Regel so kurz, dass ein Abnehmen unmöglich ist.
  • Die Telefonnummern der Angerufenen stammen aus geklauten Datensätzen. Auch Fake-Gewinnspiele im Internet können Quellen für das Abgreifen von privaten Kontaktdaten sein.

Achtung, bei diesen unbekannten Anrufen sollte man seiner Neugier Einhalt gebieten und unter keinen Umständen zurückrufen:

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  • Hinter diesen „Ping Calls“ steckt eine Betrugsmasche.
  • Der Angerufene wird zum Rückruf verleitet. Dieser Anruf kann dann jedoch mehrere Euro pro Minute kosten.
  • Natürlich sind solche Anrufe nicht erlaubt.

Die Polizei warnt, der entsprechende Beitrag wurde tausendfach kommentiert und geteilt:

Vor allem bei Anrufen aus folgenden Bereichen sollte man nicht zurückrufen, wenn man nicht gerade weiß, dass sich Bekannte und Verwandte in diesen Ländern aufhalten:

  • +216: Tunesien
  • +257: Burundi
  • +212: Marokko
  • +229: Benin
  • +255: Tansania
  • +248: Seychellen

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In unserer Bilderstrecke seht ihr, wie noch betrogen wird:

Phishing 2017: Die fiesesten Tricks der Betrüger

Ping Calls sperren: So klappt’s

Grundsätzlich sollte man bei unbekannten Anrufen aus dem Ausland skeptisch sein und vor dem Rangehen oder Zurückrufen zwei Mal überlegen, wer dahinter stecken könnte. Auch eine Suche im Netz nach der Nummer oder zumindest der Vorwahl kann bereits helfen, den Ursprung zu ermitteln. Bei der Bundesnetzagentur findet man eine Liste mit Nummern, die bereits zu missbräuchlichen Anrufen genutzt und dementsprechend gesperrt wurde. Beispiele für solche Nummern sind +216 59 726 988 oder 00248265187.

Um Störungen zu vermeiden, könnt ihr Nummern in der Telefon-App des Handys blockieren. Die Nummern der Betrüger wechseln jedoch regelmäßig. Ganze Vorwahlbereiche lassen sich in der Regel nicht einfach sperren. Hier kann man auf zusätzliche Apps zurückgreifen.

Bei einer Vielzahl dieser Nummern gilt zudem ein „Verbot der Rechnungslegung und Inkassierung“. Der Mobilfunkanbieter darf Anrufe zu dieser Nummer dementsprechend nicht berechnen. Sollte bei euch ein Anruf aus Tunesien oder einem anderen fernen Land auf der Handyrechnung auftauchen, beruft euch auf die Liste der Bundesnetzagentur, um den Betrag von der Rechnung streichen zu können. Befindet sich eine verdächtige Nummer noch nicht auf der Liste, kann man diese direkt bei der Bundesnetzagentur melden.

 

 

 

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