Do it yourself: PCI-Express-Grafikkarte über Thunderbolt an einem MacBook Air

Florian Matthey
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Intels schneller Thunderbolt-Anschluss bietet theoretisch zahlreiche Möglichkeiten. In der Praxis ist das Zubehör aber oft zu teuer. Ein Tüftler hat jetzt eine PCI-Express-Grafikkarte für vergleichsweise wenig Geld an sein MacBook Air angeschlossen.

Do it yourself: PCI-Express-Grafikkarte über Thunderbolt an einem MacBook Air

Mac Rumors verweist auf einen Beitrag in dem Forum Tech Inferno, in dem der frühere Google- und Twitter-Mitarbeiter Larry Gadea seine abenteuerliche Konstruktion beschreibt. Mit dieser lasse sich die Grafikleistung eines MacBook Air um das Fünf- bis Siebenfache erhöhen.

Zwar gibt es Thunderbolt-zu-PCI-Express-Boxen, mit denen sich das Ganze auf den ersten Blick recht unkompliziert lösen ließe. Diese “Adapter” sind jedoch recht teuer; gleichzeitig lässt, so Gadea, deren Stromversorgung gelegentlich zu Wünschen übrig. Auch fehlt dem Sonnet-Gerät, das er als Beispiel nennt, ein PCI-Delay-Switch, so dass das Ganze mit Windows meist nicht funktioniert. Der Einsatz unter OS X ist aber meist keine Option: Für die meisten PCI-Express-Grafikkarten werden sich eben nur Windows-Treiber auffinden lassen.

Gadea ging also einige Umwege, um diesen Problemen aus den Weg zu gehen – und gleichzeitig noch etwas Geld zu sparen: Er besorgte sich einen Thunderbolt-auf-ExpressCard-Adapter und schloss an diesen einen ExpressCard-an-PCI-Express-Adapter an. Dieses versah er wiederum mit einem 400-Watt-Netzgerät, mit dem er seine Grafikkarte – eine NVidia GTX 570 – mit Strom versorgen konnte. Auf der Software-Seite half DIY eGPU Setup 1.x, um die Konstruktion mit Windows unter Boot Camp zum Laufen zu bekommen. Insgesamt kostete ihn die Konstruktion rund 250 US-Dollar (circa 190 Euro) – hinzu kommt natürlich noch der Preis für die Grafikkarte.

Diese Lösung funktioniert, wie gesagt, mangels vorhandener Mac-Treiber nur mit Windows und Boot Camp. Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen: Gadea belegt den fünf- bis siebenfachen Leistungszuwachs mit einigen Benchmarks. Das “Experiment” zeigt, dass sich ein stromsparendes Notebook wie ein MacBook Air mit Hilfe von Thunderbolt der Leistungsfähigkeit eines Desktop-Rechners annähern lässt – wenn es denn erschwingliche Lösungen und entsprechende Treiber fürs OS X gäbe. Sony hatte mit dem Dock fürs Vaio Z einst vorgemacht, wie das Ganze aussehen könnte.

Bei uns erfahrt ihr auch, was man beim Fehler “physxloader.dll fehlt” tun kann.

Weitere Themen: Apple Thunderbolt, Apple Watch Special Event 9. März 2015 – Liveblog

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