Edward J. Snowden

Beschreibung

Edward Joseph Snowden, seines Zeichens ehemaliger technischer Mitarbeiter der US-amerikanischen Geheimdienste CIA und NSA, Whistleblower und vielleicht der am meisten gesuchte Mann der Welt.

Der 30-jährige Amerikaner befindet sich derzeit auf der Flucht und die Gesellschaft streitet sich darüber, ob sein Vorgehen nun ein Gutes oder doch eher etwas Verabscheuungswürdiges sei. Aber warum wird der Mann denn nun eigentlich gejagt, warum ist Snowden in allen Medien und was ist überhaupt ein Whistleblower?

Edward Snowden, Whistleblower

Als Whistleblower bezeichnet man einen Menschen, der geheime Dokumente der Öffentlichkeit preisgibt und sich dadurch ziemlich unbeliebt bei einer staatlichen Einrichtung macht. Meist handelt es sich dabei um die Vereinigten Staaten, die scheinbar eine ganze Menge an diskutierbaren Geheiminformationen hüten.

Das Whistleblowen ist eine Straftat, wird dabei doch die Geheimhaltungspflicht umgangen und meist einer anderen Partei ein „unfaierer“ Vorteil verschafft. Edward Snowden deckte übrigens das streng geheime US-amerikanische Programm zur weltweiten Internetüberwachung auf, auch besser bekannt unter den Titeln PRISM, Tempora oder Boundless Informant.

Der Guardian, besser gesagt Glenn Greenwald, veröffentlichte diese Informationen im Sommer 2013 und sorgte dadurch für einen Riesen-Eklat in der aufstrebenden Internetgesellschaft.

PRISM, die totale Überwachung

Bereits seit 2009 war Snowden für die NSA in einem Büro auf Hawaii mit der Verwaltung streng geheimer Dokumente betraut. 2013 nahm er dann erstmals im Januar mit der Dokumentarfilmerin Laura Poitras Kontakt auf, um ihr Informationen über die Totalüberwachung der weltweiten Internetkommunikation in Form der Programme PRISM und Boundless Informant zukommen zu lassen. Einen Monat später wandte er sich schließlich an den Guardian-Journalisten Greenwald.

Die Daten kopiert und krankgemeldet setzte sich Snowden im Mai nach Hongkong ab und verschickte schließlich die Dokumente an die Washington Post und den Guardian. Am 6. Juni 2013 wurde die Story des Jahrhunderts veröffentlicht, vorerst ohne Snowdens Identität preiszugeben.

Da es aber ohnehin schwer möglich ist, den US-amerikanischen Geheimdiensten zu entgehen – Jason Bourne hat es uns mehrfach gelehrt – stellte sich Snowden einige Tage später der Öffentlichkeit in einem Video-Interview und offenbarte seine Motive.

Die Motive von Edward Snowden

Hollywood spickt ihre Agenten-Thriller stets mit einer Prise Wahrheit (der Rest ist Klamauk und sündhaft teure Spezialeffekte plus eine abgedroschene Love-Story). So wissen wir, dass die guten Agenten irgendwann einmal an den Punkt kommen, an dem Zweifel an ihrer Arbeit aufkeimen.

Bei Edward Snowden keimte es bereits seit seiner Dienstzeit beim CIA 2007 in Genf. Schon damals war der damals 24-Jährige mit Geheimdokumenten betraut, deren Inhalte er für höchst fraglich hielt.

>> Ich erkannte, dass ich Teil von etwas geworden war, das viel mehr Schaden anrichtete als Nutzen brachte. <<

Einzig die Wahl Barack Obamas zum Präsidenten schenkte ihm neue Hoffnung auf Besserung. Die „fragwürdigen“ Praktiken der Geheimdienste wurden allerdings nicht durch die von Snowden gewünschten Reformen plattgewalzt und so tickte tief im System die menschliche Zeitbombe.

Gegen Edward Snowden wurde ein Haftbefehl ausgesprochen und derzeit strebt er politisches Asyl in Ecuador an. Am 27. Juni drohte der Senatsausschuss für auswärtige Angelegenheiten Ecuador mit der Streichung von Handelserleichterungen. Ecuador lehnte die Drohungen dankend “unilateral und unwiderruflich” ab.

Zum Original-Artikel: Edward Snowden: The whistleblower behind the NSA surveillance revelations

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