Großer Test der Bluetooth-Lautsprecher: Klang & Preise im Vergleich

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Musikgenuss für unterwegs ist lange nicht mehr die Domäne der schnarrenden, klirrenden Smartphone-Lautsprecher. Seit einiger Zeit gibt es günstige, wohlklingende Alternativen: Bluetooth-Lautsprecher nämlich. Ich haben einige davon getestet und verglichen.

Großer Test der Bluetooth-Lautsprecher: Klang & Preise im Vergleich

Fünf Vertreter der Kategorie „tragbarer Bluetooth-Lautsprecher“ (sowie zusätzlich ein stationäres Modell) habe ich mit Augen und Ohren begutachtet. Sie erfassen zusammen eine Preisspanne von etwa 70 bis knapp 250 Euro und auch klanglich sind sie recht breit aufgestellt. Von blechern bis bassverwöhnt ist alles dabei. Ich stelle euch die Kandidaten einzeln vor, anschließend folgt ein Fazit und eine Empfehlung. Dieses findet ihr auf der zweiten Seite des Artikels. Hier also das Line-Up:

Bluetooth-Lautsprecher im Test: Sechs Kontrahenten

Bevor ich auf die Unterschiede eingehe, ein paar Gemeinsamkeiten: Alle Geräte verfügen über Bluetooth-Konnektivität sowie zusätzliche Anschlussmöglichkeiten für Klinkenstecker. Dies erlaubt, beinahe jedes beliebige Wiedergabegerät, ob iPhone 5s, Samsung Galaxy S4 oder iPad Air, an den Lautsprechern zu betreiben, entweder kabellos oder mit Strippe. Bis auf eines können alle Geräte dank integrierter Akkus auch problemlos unterwegs betrieben werden.

Die Soundfreaq-Lautsprecher sind als einzige zusätzlich mit einem USB-Anschluss zum praktischen Aufladen von iPhone oder Android-Smartphone ausgestattet. Darüber hinaus liegt allen Geräten ein Netzteil bei.

Viele der hier getesteten Lautsprecher äußern sich in irgendeiner Form, wenn sie ein- oder ausgeschaltet werden. Alle, erneut mit Ausnahme der Soundfreaqs, brummen, tuten oder sprechen (!), um ihre Präsenz kundzutun. Falls man also glaubt, die Geräte heimlich still und leise ausschalten zu können, hat man sich getäuscht. Das ist kein echter Nachteil oder Fehler – aber kann einem bisweilen schon mal etwas auf den Zeiger gehen.

Testkandidat 1: Logitech UE Boombox

Mit etwas über 2 Kg ist die Ultimate Ears Boombox von Logitech das zweit schwerste Gerät im Test und der schwerste unter den tragbaren Lautsprechern. Dadurch ist es sehr solide, ohne jedoch klobig zu wirken. Praktisch: Der übergroße Lautstärkeregler an der Seite. Er steuert den geräteeigenen Verstärker und nicht die Lautstärke am Wiedergabegerät.

Vorgestellt auf der IFA 2012 macht das Teil äußerlich einiges her. Logitech hat

bei dem Design dieses Brockens echt einen Treffer gelandet. Aber „chic“ ist nicht alles. Auch wenn es sich bei allen getesteten Geräten sicher nicht um Hifi-Hardware für Audiophile handelt – einigermaßen klingen müssen die Teile schon.

Wie sieht es aber damit aus beim Logitech-Lautsprecher? Nun, das hängt, wie so oft im Audiobereich, stark von Anspruch und bevorzugter Musikrichtung ab. Mit einem recht betonten Bass und vergleichsweise zurückhaltenden Mitten ist die UE Boombox nicht für Klassikfans geeignet. Aber selbst Stücke aus dem Bereich „Indie-Rock“ werden nur mäßig zufriedenstellend wiedergegeben.

Die Macht der tiefen Töne zwingt die höheren leider zumeist so stark in die Knie, dass sie sich nicht mehr durchsetzen können. Das Resultat: Recht dumpfe Mitten und Höhen. Für das eine oder andere Werk aus den Kategorien Hip-Hop, Rap oder Elektro dürfte das allerdings nicht weiter stören. Über eine Freisprechfunktion verfügt der Lautsprecher nicht.

Bestens vorbereitet ist die UE Boombox für den Betrieb an Bluetooth-Geräten aller Art. Bis zu acht verschiedene davon können verbunden werden, drei davon gleichzeitig. Im Inneren sorgen zwei 1,3-cm-Hochtöner, zwei 7,6-cm-Woofer und vier passive 5,1-cm-Reflex-Booster für bis zu 102 dBC Schalldruck.

Dank eines Schalldrucks von bis zu 102 dBC könnte man durchaus die wütenden Nachbarn auf den Plan rufen. Doch eigentlich will man mit solchen Dingern ja in die weite Welt hinaus und nicht in den eigenen vier Wänden hocken.

Die Akkulaufzeit wird vom Hersteller mit „bis zu sechs Stunden“ angegeben. Logitechs UE Boombox erhält man derzeit für knapp 100 Euro im Handel.

Vorteile


+ Einfache Bedienung
+ Robustes Design
+ Sieht gut aus (nur ein subjektiver Vorteil)

Nachteile
- Etwas zu basslastig
- Keine Telefoniefunktionen
- Andere Geräte können nicht via USB aufgeladen werden

Testkandidat 2: Jawbone Big Jambox

Von Jawbone kommt die Big Jambox. Das Gerät, mit dem die Preis-Fahnenstange unseres Tests ihr oberes Ende findet. Aber zunächst ein Wort zum Äußeren dieses durchaus ansehnlichen Lautsprechers. Die Hülle besteht aus Metall und ist mit einem wabenförmigen Relief versehen. Andere Varianten sind schwarz oder rot, letztere in einer Art Sofapolster-Optik.

Die Buttons an der Oberseite steuern Wiedergabe und Lautstärke. Wie beim Modell von Logitech wird auch hier der integrierte Verstärker geregelt, nicht die Lautstärke des Wiedergabegeräts. Mit der J-Taste werden sowohl Statusinformationen abgerufen als auch Anrufe angenommen.

Wie das klingt, nämlich das Startsignal und die Statusinformationen, das kann man selbst entscheiden. Auf der Jawbone-Webseite stehen nach einer Anmeldung verschiedene Stimmen und Sprachen zur Verfügung. Uneingeschränkt nachvollziehbar ist der tiefere Sinn dieser Auswahlmöglichkeit nicht, aber eine nette Spielerei ist es allemal.

Von einer 8-bit-Version („Classic Arcade“) über einen „Rogue“ mit nicht näher definierbarem

Akzent (er klingt ein wenig wie die Originalstimme von Zap Brannigan aus der Serie „Futurama“), bis hin zu Mandarin, Kantonesisch und Japanisch mangelt es nicht an Auswahl. Die Stimmen kann man kostenlos herunterladen und mit der Big Jambox via USB-Kabel synchronisieren.

Besonders merkwürdig ist übrigens, dass die japanische, kantonesische und Mandarin-Stimme im Gegensatz zu allen anderen klingt, als sei sie von einem schlechten Anrufbeantworter mit einem Tonbandgerät aus den frühen 60er Jahren aufgenommen worden.

Zusätzlich gibt es ein paar „Apps“, kleinere Programme, die man auf das Gerät laden kann, um etwa häufig gewählte Nummern auf die J-Taste zu legen, Voice-Dialing zu aktivieren oder ähnliches. Insgesamt ganz witzig, können diese kleinen Gimmicks aber leider nichts gegen den vergleichsweise höhenlastigen und manchmal fast blechernen Ton der Big Jambox tun. Da fehlt leider für die meisten Musikrichtungen eine gesunde Mitte.

Bei der Akkulaufzeit lehnt Jawbone sich weit aus dem Fenster und verspricht „Bis zu 15 Stunden Dauerbetrieb“ – was sich jedoch nicht auf konstante Musikwiedergabe beziehen dürfte.

Die Sprachqualität ist annehmbar, für bequeme Telefongespräche zu Hause genügt sie allemal. Die Jawbone Big Jambox kostet derzeit zwischen 250 und 275 Euro.

Vorteile
+ Freisprechfunktion
+ Verspielte Sprachvarianten
+ Gute Wiedergabesteuerung

Nachteile
- recht hoher Preis
- Klangqualität nicht überzeugend
- Andere Geräte können nicht via USB aufgeladen werden

Testkandidat 3: Jabra Solemate

Das kleinste und leichteste Gerät im Test kommt aus dem Hause Jabra und heißt Solemate. Die Bluetooth-Spezialisten haben zur IFA 2012 das Solemate vorgestellt. Nur 597 Gramm bringt die Kalauer-Box auf die Waage. Die Anspielung auf das englische Wort für „Seelenverwandter“ (Soulmate) setzt sich im Design des kleinen Überall-Lautsprechers fort.

Erhältlich in schwarz oder weiß, macht der Solemate auf den ersten Blick einen robusten Eindruck. Anders als bei der UE Boombox von Logitech aber nicht durch schiere Masse, sondern gerade durch kompakte Bauweise und die gummierte Sohle. Tatsächlich erkennt man nämlich an der Unterseite des Lautsprechers die Hingabe zu dem Namens-Wortspiel.

Eine echte Schuhsohle mit Profil schützt den Solemate vor Stößen und fängt sogar einen Fall aus etwa einem Meter Höhe problemlos ab. Eine schöne Ergänzung zu

dieser Widerstandsfähigkeit gegen gravitationsbedingte Einflüsse bietet die mitgelieferte Schutzhülle. Damit wird das Gerät nämlich auch Spritzwasser- und Sandgeschützt, ohne dass dabei die Tonqualität leidet.

Die ist für einen Lautsprecher dieser Größe gar nicht mal schlecht. Ein Reflex-Booster auf der Rückseite kann einigermaßen Bassdruck bringen, die beiden Hoch- und der eine Mitteltöner an der Vorderseite erledigten das Übrige. Nichts für Audiophile, aber für den Einsatz am See, Strand oder sonst wo an der frischen Luft absolut auskömmlich.

An der Oberseite findet man drei Buttons zur Regelung der Lautstärke (des Wiedergabegerätes), der Wiedergabe und zum Annehmen von eingehenden Anrufen. Sie funktionieren genau wie die Schalter am iPhone-Headset. Nettes Detail: In der „Sohle“ versteckt sich ein Audio-Kabel, das dort praktisch verstaut ist, wenn es nicht benötigt wird.

Die Sprachqualität des Jabra-Lautsprechers ist vergleichbar mit der des Modells von Jawbone. Als Freisprechanlage für unterwegs tut der Solemate brav seinen Dienst. Will man etwas über den Ladezustand der Batterie erfahren, genügt ein Druck auf den mittleren Knopf an der Oberseite. Wie bei der Big Jambox teilt auch hier eine Geisterstimme mit, wie viel Saft man noch hat.

Den robusten Jabra Solemate gibt es derzeit für etwa 93 Euro bei .

Vorteile


+ Sehr widerstandsfähig, praktische Schutzhülle liegt bei
+ Freisprechfunktion
+ Kompakt, Klangqualität in Ordnung

Nachteile
- Andere Geräte können nicht via USB aufgeladen werden
- Mäßiges Preis-Leistungsverhältnis

Auf Seite 2 geht’s weiter mit drei weiteren Kandidaten und dem Testfazit…

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Weitere Themen: iPad Air, Samsung Galaxy S4, Soundfreaq SFQ-01, Bluetooth


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