Bluetooth-Lautsprecher-Test: Klang & Preise im Vergleich

Flavio Trillo
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Ob für Zuhause oder unterwegs — Bluetooth-Lautsprecher werden kleiner, klingen besser und kosten nicht mehr die Welt. Wir haben ein paar davon getestet und ermöglichen euch mit einer interaktiven Kaufempfehlung, ein passendes Modell zu finden.

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Bluetooth Lautsprecher: Kaufempfehlung

Sieben Vertreter der Kategorie „tragbarer Bluetooth-Lautsprecher“ (sowie zusätzlich ein stationäres Modell) habe ich mit Augen und Ohren begutachtet. Sie erfassen zusammen eine Preisspanne von etwa 70 bis knapp 280 Euro und auch klanglich sind sie recht breit aufgestellt. Von blechern bis bassverwöhnt ist alles dabei. Ich stelle euch die Kandidaten einzeln vor, anschließend folgt ein Fazit und eine Empfehlung. Hier also das Line-Up:

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Bluetooth-Lautsprecher im Test: Acht Kontrahenten

Bevor ich auf die Unterschiede eingehe, ein paar Gemeinsamkeiten: Alle Geräte verfügen über Bluetooth-Konnektivität sowie zusätzliche Anschlussmöglichkeiten für Klinkenstecker. Dies erlaubt, beinahe jedes beliebige Wiedergabegerät, ob iPhone 5s, Samsung Galaxy S4 oder iPad Air, an den Lautsprechern zu betreiben, entweder kabellos oder mit Strippe. Bis auf eines können alle Geräte dank integrierter Akkus auch problemlos unterwegs betrieben werden.

Die Soundfreaq-Lautsprecher sind als einzige zusätzlich mit einem USB-Anschluss zum praktischen Aufladen von iPhone oder Android-Smartphone ausgestattet. Darüber hinaus liegt allen Geräten ein Netzteil bei.

Viele der hier getesteten Lautsprecher äußern sich in irgendeiner Form, wenn sie ein- oder ausgeschaltet werden. Alle, erneut mit Ausnahme der Soundfreaqs, brummen, tuten oder sprechen (!), um ihre Präsenz kundzutun. Falls man also glaubt, die Geräte heimlich still und leise ausschalten zu können, hat man sich getäuscht. Das ist kein echter Nachteil oder Fehler – aber kann einem bisweilen schon mal etwas auf den Zeiger gehen.

Testkandidat 1: Logitech UE Boombox

Mit etwas über 2 Kg ist die Ultimate Ears Boombox von Logitech das zweit schwerste Gerät im Test und der schwerste unter den tragbaren Lautsprechern. Dadurch ist es sehr solide, ohne jedoch klobig zu wirken. Praktisch: Der übergroße Lautstärkeregler an der Seite. Er steuert den geräteeigenen Verstärker und nicht die Lautstärke am Wiedergabegerät.

Vorgestellt auf der IFA 2012 macht das Teil äußerlich einiges her. Logitech hat

bei dem Design dieses Brockens echt einen Treffer gelandet. Aber „chic“ ist nicht alles. Auch wenn es sich bei allen getesteten Geräten sicher nicht um Hifi-Hardware für Audiophile handelt – einigermaßen klingen müssen die Teile schon.

Wie sieht es aber damit aus beim Logitech-Lautsprecher? Nun, das hängt, wie so oft im Audiobereich, stark von Anspruch und bevorzugter Musikrichtung ab. Mit einem recht betonten Bass und vergleichsweise zurückhaltenden Mitten ist die UE Boombox nicht für Klassikfans geeignet. Aber selbst Stücke aus dem Bereich „Indie-Rock“ werden nur mäßig zufriedenstellend wiedergegeben.

Die Macht der tiefen Töne zwingt die höheren leider zumeist so stark in die Knie, dass sie sich nicht mehr durchsetzen können. Das Resultat: Recht dumpfe Mitten und Höhen. Für das eine oder andere Werk aus den Kategorien Hip-Hop, Rap oder Elektro dürfte das allerdings nicht weiter stören. Über eine Freisprechfunktion verfügt der Lautsprecher nicht.

Bestens vorbereitet ist die UE Boombox für den Betrieb an Bluetooth-Geräten aller Art. Bis zu acht verschiedene davon können verbunden werden, drei davon gleichzeitig. Im Inneren sorgen zwei 1,3 cm-Hochtöner, zwei 7,6 cm-Woofer und vier passive 5,1 cm-Reflex-Booster für bis zu 102 dBC Schalldruck.

Dank eines Schalldrucks von bis zu 102 dBC könnte man durchaus die wütenden Nachbarn auf den Plan rufen. Doch eigentlich will man mit solchen Dingern ja in die weite Welt hinaus und nicht in den eigenen vier Wänden hocken.

Die Akkulaufzeit wird vom Hersteller mit „bis zu sechs Stunden“ angegeben. Logitechs UE Boombox erhält man derzeit für knapp 140 Euro im Handel.

Vorteile Nachteile
Einfache Bedienung Etwas zu basslastig
Robustes Design Keine Telefoniefunktionen
Sieht gut aus (subjektiver Vorteil) Andere Geräte können nicht via USB aufgeladen werden

Testkandidat 2: Jawbone Big Jambox

Von Jawbone kommt die Big Jambox. Das Gerät, mit dem die Preis-Fahnenstange unseres Tests ihr oberes Ende findet. Aber zunächst ein Wort zum Äußeren dieses durchaus ansehnlichen Lautsprechers. Die Hülle besteht aus Metall und ist mit einem wabenförmigen Relief versehen. Andere Varianten sind schwarz oder rot, letztere in einer Art Sofapolster-Optik.

Die Buttons an der Oberseite steuern Wiedergabe und Lautstärke. Wie beim Modell von Logitech wird auch hier der integrierte Verstärker geregelt, nicht die Lautstärke des Wiedergabegeräts. Mit der J-Taste werden sowohl Statusinformationen abgerufen als auch Anrufe angenommen.

Wie das klingt, nämlich das Startsignal und die Statusinformationen, das kann man selbst entscheiden. Auf der Jawbone-Webseite stehen nach einer Anmeldung verschiedene Stimmen und Sprachen zur Verfügung. Uneingeschränkt nachvollziehbar ist der tiefere Sinn dieser Auswahlmöglichkeit nicht, aber eine nette Spielerei ist es allemal.

Von einer 8-bit-Version („Classic Arcade“) über einen „Rogue“ mit nicht näher definierbarem

Akzent (er klingt ein wenig wie die Originalstimme von Zap Brannigan aus der Serie „Futurama“), bis hin zu Mandarin, Kantonesisch und Japanisch mangelt es nicht an Auswahl. Die Stimmen kann man kostenlos herunterladen und mit der Big Jambox via USB-Kabel synchronisieren.

Besonders merkwürdig ist übrigens, dass die japanische, kantonesische und Mandarin-Stimme im Gegensatz zu allen anderen klingt, als sei sie von einem schlechten Anrufbeantworter mit einem Tonbandgerät aus den frühen 60er Jahren aufgenommen worden.

Zusätzlich gibt es ein paar „Apps“, kleinere Programme, die man auf das Gerät laden kann, um etwa häufig gewählte Nummern auf die J-Taste zu legen, Voice-Dialing zu aktivieren oder ähnliches. Insgesamt ganz witzig, können diese kleinen Gimmicks aber leider nichts gegen den vergleichsweise höhenlastigen und manchmal fast blechernen Ton der Big Jambox tun. Da fehlt leider für die meisten Musikrichtungen eine gesunde Mitte.

Bei der Akkulaufzeit lehnt Jawbone sich weit aus dem Fenster und verspricht „Bis zu 15 Stunden Dauerbetrieb“ – was sich jedoch nicht auf konstante Musikwiedergabe beziehen dürfte.

Die Sprachqualität ist annehmbar, für bequeme Telefongespräche zu Hause genügt sie allemal. Die Jawbone Big Jambox kostet derzeit zwischen 260 und 280 Euro.

Vorteile Nachteile
Freisprechfunktion recht hoher Preis
Verspielte Sprachvarianten Klangqualität nicht überzeugend
Gute Wiedergabesteuerung Andere Geräte können nicht via USB aufgeladen werden

Testkandidat 3: Jawbone Mini Jambox

Die Jawbone Mini Jambox, der winzige Bruder der Big Jambox, ist ein echter Augenschmaus. Das aus einem Block Aluminium gefräste Gehäuse in verschieden farbig eloxierten Varianten macht einiges her. Erstaunlich ist, wo dieser kleiner Racker seine Tiefen herbekommt. Ohne großartiges Volumen und bei einem Gewicht von nur knapp über 255 g, schafft er es nur mithilfe eines Passivstrahlers, einen recht knackigen Bass hinzulegen.

jawbone-mini-jambox

Die Kabinettstückchen (ja, die Mini Jambox hat gleich mehrere) sind aber zwei clevere Zusatzfunktionen. Zunächst lassen sich mehrere Jamboxes zusammenschalten. Sie spielen dann entweder gleichzeitig dasselbe Stück (jeweils mono) oder sogar im Stereo-Modus mit einem Lautsprecher für die linke, einem für die rechte Seite.

Sehr nett ist auch „LiveAudio“. So nennt der Hersteller das Öffnen einer eindrucksvollen Klangbühne. Der Ton scheint nicht mehr aus dem Lautsprecher selbst, sondern von irgendwo daneben oder dahinter zu kommen. Damit ist den Ingenieuren bei Jawbone etwas gelungen, dass ich so noch bei keinem Bluetooth-Lautsprecher gehört habe. Einziger Nachteil dieser Funktion: Die maximal mögliche Lautstärke wird verringert, was manchmal dazu führt, dass die Mini Jambox etwas zu leise bleibt.

Hinzu kommt die Möglichkeit, die Mini Jambox als Freisprecheinrichtung zum Telefonieren zu verwenden. Wie auch die Big Jambox lässt sich dieses Gerät mit verschiedenen Stimmen konfigurieren — oder aber stumm schalten. Kleiner Trick: Wer beim Ein- und Ausschalten das laute Gepiepse und Gebrumme auslassen möchte, hält dabei die Minus-Taste gedrückt.

jawbone-mini-jambox-test

Kleiner Wermutstropfen: Der Klang ist zwar für die Größe recht ordentlich, reicht aber leider noch nicht an so manch anderen Kandidaten heran. Dafür wirkt er doch noch ein klein wenig zu blechern, vor allem im Vergleich mit den sehr warmen, ausgewogenen Soundfreaqs oder der druckvollen UE Boom.

Allerdings ist die Akkulaufzeit sehr gut. Die vom Hersteller angegebenen 10 Stunden Dauerbetrieb kann ich zwar nicht durch empirische Studien belegen — nach einigen Wochen regelmäßigen Einsatzes ist dieser Wert aber auf jeden Fall ernst zu nehmen.

Die Jawbone Mini Jambox ist aktuell für ca. 100 Euro in vielen bunten Farben zu haben. Damit befindet sich der Lautsprecher im preislich angenehmen unteren Mittelfeld.

Vorteile Nachteile
Tolles Design, robust und schick Klang könnte besser sein im Vergleich zum Testfeld
LiveAudio Raumklang überzeugt Keine USB-Aufladefunktion für andere Geräte
Gute Akkulaufzeit
Fairer Preis

Testkandidat 4: Logitech UEBoom

Der inzwischen zu Logitech gehörende Hersteller Ultimate Ears hat mit der UE Boom fast alles wieder gut gemacht, was bei der Boombox schief gelaufen ist.

Der zylinderförmige Lautsprecher mit nur wenigen Bedienelementen sieht schick aus und fühlt sich vor allem gut an. Robustes Gummi und angenehmer Stoffüberzug machen einen guten haptischen Eindruck.

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Oben ein Einschalter und der Pairing-Knopf für die Bluetooth-Verbindung. An der Seite zwei sehr große Lautsprecher-Regler, unten Anschlüsse für Klinken- und Micro-USB-Ladekabel. Letztere werden mit der Gummi-Dichtung aus dem Lieferumfang staubdicht.

Außerdem findet sich hier unten ein Standard-Gewinde für Foto-Stative, verdeckt von einer Metallöse. Damit kann man die UE Boom entweder festschrauben oder etwa an einem Rucksack festklemmen. Eine Freisprechanlage bietet der 538g Schwere Lautsprecher ebenfalls. Außerdem kann man zwei Stück zu Doppel-Mono oder Stereoklang zusammenschalten.

Die zugehörige App für Android oder iOS erlaubt ein paar Equalizer-Voreinstellungen auszuwählen. Hier stellen wir auch den Wecker ein — eine nette Zusatzfunktion, die morgens die gewünschten Klänge zur gewünschten Zeit erklingen lässt.

UE BOOM
Entwickler:
Preis: Free
UE BOOM
Preis: Free

Dank seiner Zylinderform ist die Klangabgabe in viele Richtungen gleichzeitig möglich. Dies, zusammen mit dem wirklich hervorragenden Klang und der robusten Bauweise machen die UE Boom zu einem meiner Favoriten in diesem Lineup. Einen (halben) Pluspunkt gibt es auch für die immerhin leise und zurückhaltende Meldung von “Ich bin an” und “Ich bin aus”. Es trommelt nur jeweils kurz.

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Zudem ist dies das einzige Modell, das auch via NFC eine Verbindung zu Smartphones oder Tablets herstellt. Für iPhone-User zwar weniger interessant, für Android-Anwender jedoch schon.

Die Akkulaufzeit konnte ich noch nicht in einem Dauertest ausgiebig testen. Innerhalb der ersten paar Tage häufigen Gebrauchs hat die UE Boom aber zumindest noch kein einziges Mal nach frischem Strom gerufen. Ultimate Ears gibt die Akkulaufzeit mit „bis zu 15 Stunden“ an.

Die UE Boom ist ab sofort in einer von 6 Farbkombinationen für ca. 200 Euro erhältlich. Damit ist dies nicht der teuerste Lautsprecher im Testfeld — aber auf jeden Fall oben mit dabei.

Vorteile Nachteile
Robust, gut verarbeitet Recht hoher Preis
Toller Klang Keine USB-Ladefunktion für andere Geräte
Einziges Gerät im Test mit NFC
Wecker-Funktion

 

Testkandidat 5: Jabra Solemate

Das kleinste und leichteste Eines der kleineren Geräte im Test kommt aus dem Hause Jabra und heißt Solemate (Update: Nach Aufnahme der Jawbone Mini Jambox in diese Reihe nimmt der Solemate diesbezüglich nur noch Rang 2 ein). Die Bluetooth-Spezialisten haben zur IFA 2012 das Solemate vorgestellt. Nur 597 Gramm bringt die Kalauer-Box auf die Waage. Die Anspielung auf das englische Wort für „Seelenverwandter“ (Soulmate) setzt sich im Design des kleinen Überall-Lautsprechers fort.

Erhältlich in schwarz oder weiß, macht der Solemate auf den ersten Blick einen robusten Eindruck. Anders als bei der UE Boombox von Logitech aber nicht durch schiere Masse, sondern gerade durch kompakte Bauweise und die gummierte Sohle. Tatsächlich erkennt man nämlich an der Unterseite des Lautsprechers die Hingabe zu dem Namens-Wortspiel.

Eine echte Schuhsohle mit Profil schützt den Solemate vor Stößen und fängt sogar einen Fall aus etwa einem Meter Höhe problemlos ab. Eine schöne Ergänzung zu

dieser Widerstandsfähigkeit gegen gravitationsbedingte Stoßschäden bietet die mitgelieferte Schutzhülle. Damit wird das Gerät nämlich auch spritzwasser- und sandgeschützt, ohne dass dabei die Tonqualität leidet.

Die ist für einen Lautsprecher dieser Größe gar nicht mal schlecht. Ein Reflex-Booster auf der Rückseite kann einigermaßen Bassdruck bringen, die beiden Hoch- und der eine Mitteltöner an der Vorderseite erledigten das Übrige. Nichts für Audiophile, aber für den Einsatz am See, Strand oder sonst wo an der frischen Luft absolut auskömmlich.

An der Oberseite findet man drei Buttons zur Regelung der Lautstärke (des Wiedergabegerätes), der Wiedergabe und zum Annehmen von eingehenden Anrufen. Sie funktionieren genau wie die Schalter am iPhone-Headset. Nettes Detail: In der „Sohle“ versteckt sich ein Audio-Kabel, das dort praktisch verstaut ist, wenn es nicht benötigt wird.

Die Sprachqualität des Jabra-Lautsprechers ist vergleichbar mit der des Modells von Jawbone. Als Freisprechanlage für unterwegs tut der Solemate brav seinen Dienst. Will man etwas über den Ladezustand der Batterie erfahren, genügt ein Druck auf den mittleren Knopf an der Oberseite. Wie bei der Big Jambox teilt auch hier eine Geisterstimme mit, wie viel Saft man noch hat. Jabra verspricht immerhin 8 Stunden Akkulaufzeit.

Den robusten Jabra Solemate gibt es derzeit für etwa 110 Euro.

Vorteile Nachteile
Sehr widerstandsfähig, praktische Schutzhülle liegt bei Andere Geräte können nicht via USB aufgeladen werden
Freisprechfunktion Mäßiges Preis-Leistungsverhältnis
Kompakt, Klangqualität in Ordnung

Testkandidat 6: Soundfreaq SoundKick

Mit dem Soundfreaq SoundKick blicken wir auf den wohl unscheinbarsten Testkandidaten. Das Design ist weder aufregend noch sonderlich unkonventionell. Das ist nicht unbedingt negativ gemeint. Er passt mit seinem zurückhaltenden Äußeren sehr gut in entsprechende Wohnzimmer. Oder auf ähnlich dezente Badetücher.

Das Kunststoffgehäuse macht einen robusten Eindruck, lädt andererseits aber nicht dazu ein, ihn zur Probe einfach mal auf den Boden zu werfen. Stattdessen ist der SoundKick ein utilitaristischer, ein praktischer Gegenstand. Er ist schmal für den Transport und man faltet ihn für den Gebrauch nach hinten auf. Das bringt mehr Volumen für den Ton und einen sicheren Stand.

An der Oberseite finden wir die gewohnte Reihe von Bedienelementen, die bis auf den Standby-Knopf alle auf bloße Berührung reagieren. Darunter auch ein rätselhafter Knopf mit der Beschriftung „UQ3“. Dahinter verbirgt sich laut Hersteller eine „Raumklangverstärkung“, mit der die „Stereoklangbühne für intensiven Sound“ erweitert wird.

In gewisser Weise klingt es auch anders, wenn man den Button drückt. Welche der beiden Einstellungen (an oder

aus) besseren Klang bringt, muss man einfach ausprobieren. Ich konnte nicht immer mit Sicherheit sagen, ob UQ3 nun aktiviert oder deaktiviert war.

Praktisch: Neben den Anschlüssen für Netzteil und Klinkenkabel lädt der SoundKick auch über seinen Akku andere Geräte via USB. Dafür darf die Lautstärke aber maximal auf 66 Prozent gestellt sein. Der Akku hält laut Hersteller 7 Stunden.

Klanglich ist das Modell von Soundfreaq seinen Kollegen überlegen. Ob mit oder ohne UQ3 — trotz seiner Größe lässt der SoundKick alle anderen in Sachen Tonqualität weit hinter sich. Keine überladenen Bässe, keinen übersteuerten Höhen und sogar die Mitten kommen einigermaßen zum Zug. Da kommt Freude auf.

Vor allem, wenn man bedenkt, dass es sich hierbei um das preisgünstigste Gerät im Test handelt. Mit einer UVP von ca. 120 Euro und einem Straßenpreis von derzeit gut 90 Euro bietet der Soundfreaq SoundKick ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Und das, obwohl er nicht unbedingt als Schönheit durchgeht und eine Freisprechfunktion gänzlich fehlt.

Vorteile Nachteile
Hervorragender Klang für die Größe Keine Freisprechfunktion
Guter Preis Kunststoffgehäuse wirkt weniger hochwertig als bei der Konkurrenz
USB-Ladefunktion

Testkandidat 7: Soundfreaq Sound Spot

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Noch ein kleiner Soundfreaq. Der Spot ist etwa halb so groß wie der Sound Kick (siehe oben). Er bietet in etwa die gleichen Funktionen wie sein großer Bruder, wiegt aber weniger und lässt sich besser verstauen.

Er ist nur 6 cm tief und knapp 13,5 cm hoch und breit. Die Musikwiedergabe ist für so ein kleines Ding recht ordentlich, etwas weniger rund als beim Sound Kick, was auch am geringeren Volumen liegen dürfte. Da kann auch die UQ3-Option wenig dran ändern.

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Eine Freisprecheinrichtung suchen wir hier vergeblich. Dafür gibt es aber, Soundfreaq-typisch, einen separaten USB-Anschluss. Hieran kann das Smartphone oder Tablet aus dem internen Akku des Sound Spot aufgeladen werden. Dieser hält laut Hersteller 7 Stunden lang.

Noch ein nettes Feature: Zwei oder mehrere Sound Spots lassen sich koppeln, dafür steht eine Line-Out-Anschluss zur Verfügung. Lautstärke und UQ3-Ton steuern wir entweder über die Soundfreaq App oder natürlich am Gerät selbst.

Soundfreaq Remote
Entwickler: Soundfreaq
Preis: Free

Hierzulande gibt es den Sound Spot in zwei Varianten, schwarz oder weiß mit „Holz-Optik“ (nur Kunststoff, sieht aber nicht billig aus). Leider haben es die vielen freundlich bunten Versionen noch nicht auf den hiesigen Markt geschafft.

Den zweit kleinsten unter unseren Testkandidaten bekommt man derzeit für etwa 70 Euro.

Vorteile Nachteile
Guter Preis Keine Freisprechfunktion
USB-Ladefunktion
Koppelung mehrerer Sound Spots möglich

Testkandidat 8: Soundfreaq Sound Platform 2

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Zugegeben, dieser ums weitere von Soundfreaq stammende Kandidat läuft eigentlich außer Konkurrenz. Nicht nur ist er sehr viel größer als die übrigen Bluetooth-Lautsprecher in diesem Test, er ist mit 3 kg auch deutlich schwerer und überhaupt nicht für unterwegs gedacht. Außerdem gibt es ihn leider zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Deutschland zu kaufen (dafür aber in UK, dazu später).

Als waschechter Bluetooth-Lautsprecher gehört er aber trotzdem irgendwie dazu. Außerdem möchte ich ihn euch nicht vorenthalten, er hat nämlich wirklich einiges auf dem Kasten.

Zunächst der Klang: Sehr gut. Für einen Lautsprecher seiner Größe gibt er Höhen, Mitten und Tiefen äußerst sauber wieder und verfügt über erstaunliches Volumen bei den Bässen. Nicht aufdringlich, aber präsent.

An seinen zwei USB-Anschlüssen könnt ihr zwei Smartdevices gleichzeitig aufladen. Zumindest eines davon findet Platz auf der „Universal-Ladeschale“, die vorne aus dem Lautsprecher ausfährt. Kabel

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verschwinden diskret in einem Schacht und laufen nach hinten zu den USB-Ports. Auch dieses Modell lässt sich per Soundfreaq-App vom Smartphone steuern.

Ein besonderer Clou der Sound Platform 2: Zwei ihrer Sorte können via Bluetooth zusammengeschaltet werden. Einer von beiden ist nun für die „linke“ Tonspur, der andere für die „rechte“ zuständig — Stereo-Sound via Bluetooth, ziemlich cool! Soundfreaq nennt das „DSS“, Dual System Streaming.

Nachteil: Es gibt die Sound Platform 2 nicht als Set, man muss also den Einzelpreis tatsächlich zwei Mal zahlen, wenn man das DSS nutzen möchte. Da man den Lautsprecher leider aktuell nicht in Deutschland kaufen kann, muss man auf Amazon UK zurückgreifen. Inzwischen gibt es das gute Stück auch in Deutschland: Inklusive Versand beläuft sich der Preis pro Sound Platform auf 150 Euro.

Immer noch günstiger als die Modelle von Jawbone — und besser klingen tun sie außerdem. Man bekommt also etwas für sein Geld und mit etwas Geduld gibt es die guten Stücke bald vielleicht auch zu einem etwas niedrigeren Preis bei uns zu kaufen.

Vorteile Nachteile
Sehr guter Klang Keine Freisprechfunktion
USB-Ladefunktion
Koppelung via Bluetooth für Stereo-Klang

Das Fazit

Jetzt, da wir uns einen Überblick über das Testfeld verschafft haben, bleibt die Frage: Welches soll ich mir denn jetzt kaufen? Eine absolute, allgemeingültige Kaufempfehlung kann ich natürlich nicht geben.

Daher vielleicht nur folgende Hinweise: Die Modelle von Soundfreaq und die UE Boom und Jawbone haben der Konkurrenz gegenüber einen erheblichen klanglichen Vorteil. Der Bluetooth-Lautsprecher von Ultimate Ears ist darüber hinaus für den Einsatz am Strand oder beim Klettern geeignet — auch wenn er nicht der leichteste im Feld ist.

Rein optisch hat Jawbone mit der Mini Jambox die kleine Alu-Nase weit vorn. Den stellt man sich auch gern einfach ins Regal und schaut ihn ab und zu mal an. Das führt dazu, dass er den Jurypreis in der Kategorie „Hingucker“ gewinnt.

Der Jabra Solemate ist einfach cool. Er ist nicht der Klangstärkste, er ist nicht der günstigste, aber der „Kleine“ hat irgendwie die Fähigkeit, Sympathien zu wecken. Und da der Preis im Handel stetig zu sinken scheint, ist er vielleicht bald sogar in Sphären angelangt, die ihn in die Nähe eines Vernunftkaufes bringen.

Mein persönlicher Favorit ist die UE Boom, die einfach wegen ihres tollen Klangs und des robusten, aber ganz und gar nicht funktional-hässlichen Äußeren überzeugt. Leider reicht es aber hier nicht für den ersten Rang als Preis-Leistungssieger.

Der gebührt den Soundfreaqs. Ob Kick, Spot oder Platform — sie klingen gut, haben praktische Zusatz-Funktionen und sind dabei auch noch erstaunlich günstig im Vergleich zur Konkurrenz. Die USB-Ladefunktion und die Tatsache, dass sie beim Ein- und Ausschalten den Schnabel halten, bringen in meinen Augen weit mehr „Gummipunkte“ ein, als alle grotesken Stimmen-Downloads dieser Welt.

Dieser Artikel wurde am 7. November 2012 veröffentlicht und am 4. Februar 2014, sowie am 14. Juli 2014 aktualisiert und ergänzt.

Weitere Themen: Bluetooth: Geschwindigkeit, Reichweite & grundlegende Infos zur Funktechnik, Apple iPad Air, Samsung Galaxy S4, Soundfreaq SFQ-01