Das Battle-Royale-Genre bekommt mit Bloodhunt einen weiteren Vertreter und auch ein neues Spiel aus dem „Vampire: The Masquerade“-Universum. Eine geschlossenen Alpha rief zum ersten Mal zur Vampir-Jagd.

 

Vampire: Bloodlines 2

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Vampire: Bloodlines 2

Warzone, Fortnite, Apex Legends, PUBG – das sind nur die bekanntesten Vertreter eines Genres, dem es kaum an Auswahlmöglichkeiten mangelt. Viele Entwickler versuchen das Battle Royale weiterzudenken, etwas Neues daraus zu machen. Entwickler Sharkmob will bei Vampire: The Masquerade – Bloodhunt mit dem Setting überzeugen. In der geschlossenen Alpha zu Bloodhunt gelingt das aber erst mal nur bedingt.

Vampire beim Battle Royale – Winner, winner, bloody dinner

Das grundlegende Battle-Royale-Prinzip gibt es natürlich auch bei Bloodhunt. Spieler kämpfen alleine oder in Teams auf einer immer kleiner werdenden Karte um Waffen, Ausrüstung und natürlich darum, als Letzter noch übrig zu sein.

In der Alpha zu Bloodhunt konnte alleine oder in Trios mit 45 Spielern pro Runde auf der Map Prag gekämpft werden. Für das Genre eher untypisch springt ihr nicht aus einem Flugzeug, Bus oder sonst was ab, sondern wählt einfach einen Spawnpunkt auf der Map. In Kisten, dem Kofferraum oder der Ladefläche von Autos findet ihr Waffen, Munition, Bluttransfusionen, um Lebenspunkte zu heilen oder eine Panzerweste, die euch Schutz vor Schaden gewährt.

Waffen gibt es in drei Seltenheitsstufen – je höher die Stufe, desto mehr Schaden richtet ihr an. Das Arsenal beinhaltet Pistolen, Schrotflinten, Maschinengewehre, Äxte, Armbrüste und noch einiges mehr. Gekämpft wird aus der Third-Person-Perspektive. Ihr könnt zwei Fernkampf- und eine Nahkampfwaffe mit euch herumtragen. Wer zu lange im roten Nebel bleibt, der die spielbare Zone im Laufe der Runde immer weiter einengt, geht unweigerlich drauf.

Bloodhunt – Offizieller Ankündigungstrailer

Bis hierher Battle-Royale-Standard

Das sind alles Zutaten, die auch die meisten Battle-Royale-Spiele zutreffen. Bloodhunt ist aber ein Vampir-Battle-Royale. In der Alpha konnten Spieler aus sechs Archetypen (Charakterklassen) wählen. Diese gehören jeweils einem Clan an, der die Fähigkeiten der Archetypen bestimmt. Jeder Vampir verfügt über zwei aktive und eine passive Fähigkeit.

Die erste Fähigkeit teilen sich alle Mitglieder eines Clans. Saboteur und Animalist etwa gehören beide zum Clan der Nosferatu. Beide haben die Fähigkeit kurzzeitig unsichtbar zu werden und sich schneller zu bewegen. Der Saboteur besitzt jedoch die passive Fähigkeit, unsichtbar zu werden, wenn er geduckt läuft und die aktive Fähigkeit, eine Giftmine zu platzieren. Die passive Fähigkeit des Animalisten erlaubt es ihm hingegen, schwer verwundete Gegner aufzuspüren und kann mit seiner aktiven Fähigkeit eine Fledermaus auf Erkundungsflug schicken.

In der Alpha standen neben dem Animalisten noch fünf weitere Archetypen zur Auswahl. (Bild: Sharkmob)

Die Archetypen haben aber auch viel gemeinsam. Sie alle können die Häuserwände der Stadt hochklettern und sich schnell über die Dächer von Prag bewegen. Bloodhunt bietet im Vergleich zu anderen Battle-Royale-Spielen viel Bewegungsfreiraum in der Vertikalen. Dafür sind die Gebäude der Stadt aber nur vereinzelt zu betreten. In den Straßen trefft ihr auf diverse NPCs. Den normalen Bürgern könnt ihr das Blut aussaugen, was euch für das aktuelle Match einen Buff wie 10 Prozent mehr Nahkampfschaden gewährt, je nachdem, welchen der Bürger ihr aussaugt. Bei Spielern funktioniert das übrigens auch.

Sollten die Stadtbewohner euch als Vampire erkennen, flüchten sie panisch und es kommen Soldaten der KI-Fraktion „Die Instanz“. Deren schwerbewaffnete Kämpfer sind an diversen Orten der Map zu finden und durchaus eine Herausforderung im Kampf. Dafür lohnt sich die Beute, die sie verteidigen, sehr.

Die Runden laufen mit hohem Tempo ab und anders als in Warzone wird nicht lange gelootet, sondern sofort gekämpft. Campen ist Bloodhunt schwer, denn durch die hohe Bewegungsfreiheit können Gegner von überall kommen. Ich seid ständig in Bewegung und sammelt nur hier und da Ausrüstung ein, es ist nun mal eine Jagd. Zwar versucht ihr die NPCs nicht aufzuschrecken, doch wer erwartet, aus dem Verborgenen zu agieren, ist bei Bloodhunt falsch.

Ihr füllt nicht nur eure Lebenspunkte auf, wenn ihr einen anderen Spieler konsumiert, sondern erhaltet auch einen der Buffs. (Bild: Sharkmob)

Release und Preis

Einen Release-Termin hat Vampire: The Masquerade – Bloodhunt noch nicht, geplant ist aber noch das Jahr 2021. Es wird allerdings in einem Free2Play-Modell auf Steam erscheinen. Die Monetarisierung erfolgt dann über Ingame-Käufe die laut Sharkmob aber rein kosmetischer Natur sein werden.

Diese Free2Play-Spiele gehören nicht in eure Steam-Bibliothek: 

Mein Fazit zu Bloodhunt

Das Spiel drückt von Anfang an aufs Gaspedal und das gefällt mir gut. Ich kann einfach einen Punkt auf der Karte auswählen und eine Straße weiter wartet der erste Gegner. Durch das Erklimmen von Dächern bekommt Bloodhunt eine echte Dynamik und jemanden vorbei an Schornsteinen und Dachgiebeln zu jagen, gibt mir genau das, was ich von dem Spiel erwartet habe: Ich bin auf der Jagd nach Blut.

Die kleine Map und die 45 Spieler sorgen für schnelle Runden und mit diesem Tempo und dieser Dynamik entsteht für mich gleichzeitig eines der größten Probleme, das Bloodhunt in der Alpha hat. Obwohl das Spiel die ganze Zeit Gas geben will, wirft es ständig kleine Anker ab, die mich kurz ins Stocken bringen. Da wäre das Verspeisen von NPCs und anderen Spielern. Das ist zwar sehr Vampir-mäßig, ist aber auch immer eine Animation, in der ich für mein Gefühl viel zulange festhänge. Das Spiel um mich herum geht nämlich weiter. Gleiches gilt für das Trinken der Bluttransfusionen oder das Anlegen der ziemlich nützlichen Rüstung, die Auseinandersetzungen mit den NPC-Soldaten und dann hab ich noch meine Cooldowns für meine Fähigkeiten. Diese Dinge sind einzeln nicht tragisch, bremsen mich aber in Summe aus und passen meiner Meinung nach nicht zum eigentlich hohen Spieltempo.

Euren Charakter könnt ihr in Bloodhunt anpassen. Hier werdet ihr auch einige der im Spiel käuflichen kosmetischen Gegenstände finden. (Bild: Sharkmob)

Ein weiteres Problem ist das Balancing der Klassen – vor allem im Solo-Modus. Archetypen, die eher auf das Unterstützen ausgelegt sind, fallen ein wenig aus der Rolle, weil es nun mal niemanden zum Unterstützen gibt. Der Animalist schien mir deutlich zu stark zu sein, da er eines der Kern-Elemente des Battle-Royale-Genres dominiert: Informationen. Zu wissen, wo der Gegner ist und dafür zu sorgen, dass der Gegner einen selbst nicht finden kann, ist häufig schon die halbe Miete. Zudem kann er sich unsichtbar machen, verwundete Gegner aufspüren und mit seiner Fledermaus auch Gegner in Deckung finden. Das sind gute Voraussetzungen, um in einem Battle Royale erfolgreich zu sein.

Ich habe Bloodhunt in einer Alpha-Version gespielt, es kann sich also noch einiges an den genannten Problemen tun. Das wäre nur noch die Erwartungshaltung, mit der ihr in das Spiel geht. Für ein Vampir-Spiel wird hier sehr viel geballert, dessen solltet ihr euch bewusst sein.

Was die Redaktion in euch auf jeden Fall empfehlen kann, sind diese Spiele hier:

Unterm Strich spielt sich Bloodhunt schon ganz gut und macht mit seinem hohen Tempo echt Freude. Die Entwickler sollten allerdings mehr aus dem Vampir-Setting auf spielerischer Ebene rausholen. Bei Vampiren denken die meisten wohl eher nicht daran, Leute mir einer Tommy Gun vom Dach aus abzuballern – weniger Kugeln, mehr Fangzähne!