Bücher unterwegs lesen – hierfür sind E-Book-Reader ideal. Die Reader sind leichter und platzsparender als gedruckte Bücher, zudem schonen sie im Vergleich zu Smartphones Akku und Augen. Dank E-Ink-Technologie kann man die Geräte problemlos im Sonnenschein benutzen, da das Display nicht spiegelt wie bei Tablets. GIGA verrät, welche Modelle empfehlenswert sind.

 

Kaufberatung

Facts 

Mit den Kindles hat Amazon bekannte E-Book-Reader im Programm. Diese Modelle muss man getrennt von anderen Herstellern betrachten, da gekaufte Inhalte (genauer gesagt: Bücher mit Kopierschutz) bei Amazon selbst erworben werden müssen. Doch mit den Tolinos bietet die Konkurrenz für den deutschsprachigen Markt interessante Alternativen. Zudem hat die Stiftung Warentest mit einem Pocketbook ein weiteres gute Lesegerät ausgemacht. Die Preise der Modelle reichen von rund 70 Euro bis über 300 Euro. Was man beim Kauf beachten sollte, warum der Testsieger nicht jedermanns Sache ist und welches Produkt man am besten wählt, klären wir im Folgenden.

Hinweis: Unsere E-Book-Reader-Produktempfehlungen aus dem ursprünglichen Artikel vom Juni 2020 sind weiter gültig. Wir haben den Artikel jedoch neu strukturiert, Preise aktualisiert, einige Informationen hinzugefügt und den Artikel deshalb im September 2020 neu veröffentlicht.

Die besten E-Book-Reader 2020: Alle Testsieger im Überblick

Preis-Leistungs-Tipp (Ama­zon) Preis-Leistungs-Tipp (all­ge­mein) Testsieger (Ama­zon) Testsieger (all­ge­mein)
Pro­dukt Kindle Pa­per­white To­li­no Shine 3 Kindle Oasis To­li­no Epos 2
Preis (ca.) 120 Euro 120 Euro 230 Euro 290 Euro
An­ge­bot Ama­zon Cyber­port Ama­zon Cyber­port

Preis-Leistungs-Sieger für Amazon-Reader: Kindle Paperwhite

Kindle Paperwhite: wasserfest, 6 Zoll, 8 GB - mit Spezialangeboten

Kindle Paperwhite: wasserfest, 6 Zoll, 8 GB - mit Spezialangeboten

Vorteile:

  • Sehr guter Bildschirm
  • Hohe Qualität
  • Viele Funktionen
  • Gute Akkulaufzeit

Nachteile:

  • Keine Onleihe, keine Bücher von anderen Händlern nutzbar
  • Keine Farbtemperaturanpassung

Wer E-Book-Reader über 150 Euro ausklammert, landet unweigerlich beim Kindle Paperwhite von 2019. Der Amazon-Reader übertrifft im normalen Preisbereich mit einer guten Hard- und Software-Qualität die Konkurrenz (siehe: Kindle 2019 im Test). Dass er und nicht der Billig-Kindle unser Preistipp ist, ist dem besser auflösenden Bildschirm geschuldet (300 dpi statt nur 167 dpi), dem Spritzwasserschutz, einem etwas besseren Licht und mehr Speicher.

Wie der Oasis bietet der Kindle Paperwhite viele Funktionen, unter anderem wird der Lesefortschritt mit einem Audible-Abo (kostenloser Probemonat) zwischen E-Book und zugehörigem Hörbuch synchronisiert.

Preis-Leistungs-Tipps E-Reader: Pocketbook und Tolino

Wer einen günstigeren E-Reader in der Standardgröße (ca. 6 Zoll Bildschirmdiagonale) wünscht, der bekommt auch gute Geräte ohne Amazon-Anbindung:

Pocketbook Touch HD 3

PocketBook Touch HD 3

PocketBook Touch HD 3

Vorteile

  • gutes Display mit Beleuchtung (inkl. Farbtemperaturanpassung)
  • hervorragende Akkulaufzeit
  • freie Shopwahl, Onleihe möglich

Nachteile

  • Handhabung mittelmäßig

Der Pocketbook Touch HD 3 liegt im Vergleichstest der Stiftung Warentest knapp hinter dem Tolino Epos 2, mit Note 1,7. Gegenüber den Tolino-Modellen punktet er vor allem mit einer längeren Akkulaufzeit. Dafür ist die Handhabung ein klein wenig schlechter. GIGA hatte den Pocketbook Touch HD 3 noch nicht im Test.

Tolino Shine 3

TOLINO shine 3: wasserfest, 6 Zoll, verstellbare Farbtemperatur, 8 GB

TOLINO shine 3: wasserfest, 6 Zoll, verstellbare Farbtemperatur, 8 GB

Vorteile

  • sehr gutes Display mit Beleuchtung (inkl. Farbtemperaturanpassung)
  • freie Shopwahl, Onleihe möglich

Nachteile

  • Bedienung teilweise umständlich

Der Tolino Shine 3 ist unser Preis-Leistungs-Tipp. Bei Stiftung Warentest war dieses Modell nicht im Test, er ist aber unseren Erfahrungen nach noch etwas besser als der Tolino Page 2, welcher mit Note 1,9 ausgezeichnet wurde.

Im Testbericht zum Tolino Shine fanden wir heraus, dass das Gerät qualitativ nicht ganz auf dem Niveau eines Kindle Paperwhite agiert. Sie ist dennoch hoch. In der Ausstattung punktet der E-Book-Reader vor allem mit Spritzwasserschutz und einer Hintergrundbeleuchtung mit Farbanpassung. Nur die Händlerverknüpfung und Buchausleihe ist umständlich. Das ist eben der Freiheit geschuldet, die man bei der Anbieterwahl hat. Zudem war zu unserem Testzeitpunkt die Software nicht fehlerfrei. Dennoch der Tipp für alle, die einfach einen E-Book-Reader für Bücher aus unterschiedlichen Quellen möchten.

Testsieger über alle E-Book-Reader: Tolino Epos 2

Tolino Epos 2 HD

Tolino Epos 2 HD

Vorteile

  • großes und gutes Display mit Beleuchtung (inkl. Farbtemperaturanpassung)
  • robustes Gehäuse
  • freie Shopwahl, Onleihe möglich

Nachteile

  • teuer

Für den Tolino Epos 2 kann man seinen Buchshop frei wählen und zugleich auf Leihinhalte von Büchereien zugreifen. Besonderheit: Der Reader hat eine Bildschirmdiagonale von 8 Zoll. Für klassische E-Book-Reader ist das groß und freut vor allem Leser, die nicht mehr gute Augen haben (und deshalb eine große Schrift einstellen) oder gerne PDFs aufrufen. Hierfür ist der Epos 2 besser als die kleineren Modelle geeignet. Vom A4-Format ist er allerdings noch weit entfernt. In unserem Test stellten wir fest, dass man bei Magazinen ohne hineinzuzoomen und zu scrollen meist nicht weit kommt.

Beeindruckt hat uns das leicht flexible Gehäuse und Display, das einiges aushält, ohne gleich zu brechen. Lesen ist selbst bei Sonnenschein sehr angenehm. So ist es nicht verwunderlich, dass die Stiftung Warentest im Test 5/2020 dem Tolino Epos 2 die Gesamtnote 1,6 verlieh. Damit ist das Lesegerät der Testsieger. Für viele Interessenten dürfte er angesichts der Größe und vor allem des hohen Preises dennoch nicht in Frage kommen.

Kindle Oasis: Testsieger der E-Book-Reader von Amazon

Kindle Oasis: Leselicht mit verstellbarer Farbtemperatur, wasserfest, 8 GB, WLAN, Grafit

Kindle Oasis: Leselicht mit verstellbarer Farbtemperatur, wasserfest, 8 GB, WLAN, Grafit

Vorteile

  • hervorragender Bildschirm und Beleuchtung (inkl. Farbtemperaturanpassung)
  • überzeugende Hard- und Software-Qualität
  • hohe Akkulaufzeit
  • Viele Funktionen
  • optional mit Mobilfunkanbindung für UZnterwegs-Downloads

Nachteile

  • keine Onleihe, keine Bücher von anderen Händlern nutzbar
  • teuer

Der Kindle Oasis schrammt am Titel „Testsieger bei Stiftung Warentest“ deshalb vorbei, weil der Reader offiziell nur einen Buchhändler unterstützt: Amazon. Auch Leihbücher von Büchereien lassen sich nicht öffnen. Immerhin kann man – als PDF oder mobi-Datei – Dokumente ohne Kopierschutz aufrufen.

Ansonsten ist der Kindle Oasis einer der besten E-Book-Reader überhaupt, unserer Meinung nach besser als die Tolino-Modelle. Im Test auf GIGA erreichte das 7-Zoll-Gerät in der Wertung stolze 90 Prozent. Hier stimmt so ziemlich alles: Das Schriftbild ist sehr gut, eine bessere Hintergrundbeleuchtung inklusive Farbanpassung und automatische Helligkeitsanpassung ist uns nicht bekannt. Bücher lassen sich somit sehr komfortabel lesen. Im Alltag punktet die Hardware nicht nur mit der hohen Qualität, sondern durch ein leichtes und schlankes Gehäuse mit Spritzwasserschutz. Für einen E-Book-Reader bietet der Kindle Oasis viele Funktionen, die Software läuft sehr zuverlässig, auch sie punktet gegenüber dem Tolino. Das Gerät bereitet allerdings nur Freude, wenn man sich gerne im Amazon-Universum bewegt.

E-Book-Reader im Test: Auswahl und Fazit

In der obigen Aufstellung besprechen wir Testsieger von Stiftung Warentest 5/2020. Zudem hat GIGA in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder neue E-Book-Reader einzeln getestet. Aus unseren Erfahrungen stammen die Preis-Leistungs-Tipps und Bewertungen.

Alle oben genannten Modelle sind gut, alle lassen sich per Touchscreen bedienen und bieten ...

  • Bildschirmbeleuchtung (außer dem Paperwhite sogar mit Farbtemperaturanpassung Warmweiß/Kaltweiß)
  • Spritzwasserschutz
  • WLAN
  • Synchronisation des Lesefortschritts (z.B. mit Smartphone-App)
  • genug Speicher für zahlreiche Bücher.

Ob man ein Premium-Modell oder guten Kompromiss möchte, ist nicht zuletzt Geschmacksache. Folgende Überlegung sollte man aber vor dem Kauf treffen:

E-Book-Reader kaufen: Was man dazu wissen sollte

E-Book-Reader: Was ihr vor dem Kauf wissen müsst

Wer sich einen E-Book-Reader kaufen möchte, muss sich zunächst überlegen: Soll er mit Amazon oder mit anderen Händlern und Diensten funktionieren? Amazon kocht sein eigenes Süppchen, sprich: nutzt einen eigenen Kopierschutz für Bücher. Amazon-eBooks kann man deshalb z.B. auf Tolinos nicht lesen. Umgekehrt kann man auf einem Amazon Kindle nur Bücher von Amazon oder komplett ohne Kopierschutz öffnen.

Nach dieser Entscheidung fällt die Wahl auf ein konkretes Modell. Wer selbst noch tiefer in die Recherche einsteigen möchte, bekommt hier noch wichtige Infos und Tipps:

Kobo, Sony, TrekStor – welche weiteren Marken gibt es?

Natürlich gibt es nicht nur E-Book-Reader von Tolino und Kindle. Weitere Hersteller und Modelle:

  • Kobo: Bei Kobo und Tolino handelt es sich um die selbe Hardware, da beide Marken mittlerweile zum japanischen Hersteller Rakuten gehören.
  • Sony: Die PRS-Reader von Sony waren auch in Deutschland bekannt. Seit 2014 entwickelt das Unternehmen aber keine E-Book-Reader mehr.
  • TrekStor: Hierzulande spielen TrekStor-Reader keine Rolle mehr, seit die deutschen Buchhandlungen die Tolino-Allianz gegründet haben.

Bildschirm und Beleuchtung – was ist beim E-Reader hier wichtig?

Wie gut lässt es sich auf einem E-Book-Reader lesen? Hierüber entscheidet vor allem die Bildschirmqualität. Die Pixeldichte sollte bei 300 dpi (oder höher) liegen, was für ein scharfes Schriftbild sorgt. Die Technologie E-Ink Carta sorgt für einen hohen Kontrast und fast kein Ghosting. So bezeichnet man das Nachscheinen der zuletzt angesehenen Seite nach dem Umblättern.

Eine Bildschirmbeleuchtung ist mittlerweile Standard. Angenehme Ergänzung ist hier die Anpassung der Farbtemperatur: Hiermit kann man die Hintergrundbeleuchtung von einem neutralen Weiß in ein warmweißes oder sogar gelbes Licht ändern. Das kann am Abend und bei warmem Umgebungslicht angenehm wirken.

Hülle, Ladegerät – welches Zubehör benötigt man für einen E-Book-Reader?

Im Lieferumfang vieler E-Book-Reader liegt meist nur ein Ladekabel bei. Einen USB-Ladeport benötigt man also selbst. Man kann hierfür den Ladestecker des Smartphones nutzen, einen vernünftigen USB-Anschluss am Computer oder einen Stecker kaufen. Auch für das Auto gibt es USB-Ladestecker. Zum Glück ist die Akkulaufzeit von E-Book-Readern sehr ausdauernd. Selbst Vielleser müssen nicht jede Woche nachladen.

Außerdem ist ein Case oder eine Tasche als Schutz sinnvoll. Für die populären E-Book-Reader gibt es passend zugeschnittene Hüllen. Im Notfall hilft auch mal eine wiederverschließbare Gefriertüte aus dem Supermarkt weiter.

Reader-Hüllen bei Amazon ansehen

DRM-freie E-Books auf Kindle-Geräten

Besitzer der Kindle-Geräte von Amazon sollten wissen: Mithilfe der kostenlosen Open-Source-Software Calibre (Download) lassen sich eBooks verschiedener Formate und PDF-Dateien direkt per USB-Kabel in Sekunden auf den Kindle laden.

Spezialangebote beim Kindle – was bedeutet das?

Amazon bietet seine Kindles am günstigsten in der Ausführung „mit Spezialangeboten“ an. Bei diesen Modellen blendet der Händler im Sperrbildschirm und auf der Startseite Buchangebote ein – also Werbung. Das Lesen wird nicht durch Anzeigen gestört.

Kindle Paperwhite mit oder ohne Spezialangebote

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Tolino Vision 5, Shine 3, Epos 2 und Page 2 im Vergleich: Unterschiede der neuen E-Book-Reader

E-Book-Reader: Reicht eine App für Android, iOS und Windows?

Wer will, kann seine E-Books auch auf einem Smartphone oder Tablet lesen. Amazon bietet Kindle-Apps für die wichtigsten Systeme, und auch von Tolino gibt es eine Anwendung für iOS und Android. Für Medien ohne Kopierschutz ist die Auswahl an verfügbaren Apps groß. Beliebt ist der Moon Reader für Android, der unter Anderem auch PDFs optimiert anzeigen kann. Funktional weiß auch die Google-Play-Bücher-App für Android und iOS und Android zu überzeugen. Der Clou: Man lädt DRM-freie eBooks in die Google-Cloud und hat dann auf allen Geräten mit der App und im Browser Zugriff darauf – inklusive synchronisiertem Lesefortschritt. Über Google Play kann man natürlich auch E-Books kaufen.

Fleißige Bücherleser werden auf E-Book-Reader-Apps nur im Notfall zurückgreifen. Auf dem spiegelnden Display liest es sich nun mal nicht so angenehm wie auf einem Reader und die Akkulaufzeit ist geringer. Wer es trotzdem probieren möchte: Wir empfehlen, auf einem Smartphone oder Tablet mit AMOLED-Display zu lesen und die Farben invertieren (Weiße Schrift auf schwarzem Grund) – dies ist unserer Erfahrung nach deutlich angenehmer fürs Auge und schont den Akku.