Es gibt Menschen, die beim Rasenmähen super entspannen können. Wenn ihr auch dazu gehört, dann trimmt euren Rasen gerne mit vollem Körpereinsatz weiter. Wem das Rasenmähen aber ungefähr so viel Spaß macht wie die Steuererklärung, der hat vielleicht schon mal überlegt, ob sich ein Mähroboter nicht lohnt. Einen frischen Test von Mährobotern hat Stiftung Warentest 2022 am Start, wir stellen euch zwei Empfehlungen näher vor.

Die wichtigste Botschaft des Vergleichs: Bei der Qualität der Mähroboter ist insgesamt noch viel Luft nach oben. Blind ein Modell kaufen, kann rausgeschmissenes Geld sein. Kein Mähroboter erreicht eine sehr gute oder gute Bewertung, selbst der Testsieger kommt nur mit der Note „befriedigend“ aus dem Test, mäht aber am besten. Außerdem scheint es zwei grundsätzliche Probleme mit den Gartenhelfern zu geben: Oft sind Mähroboter ziemlich träge und können auch eine Gefahr für die Sicherheit sein.

Aber werft jetzt nicht gleich die Flinte ins Korn, Stiftung Warentest hat wie immer hohe Prüfhürden aufgestellt. Für euren Garten könnt ihr trotzdem den passenden Mähroboter finden. Wir zeigen, was ihr dabei beachten müsst und stellen die besten Geräte von Stiftung Warentest 2022 vor.

Mähroboter im Test: Sieger bei Stiftung Warentest (Ausgabe 04/2022)

TestsiegerGünstige Alternative
ProduktHusqvarna Automower 305Gardena Sileno minimo 500
Preisca. 1.100 Euroca. 600 Euro
Gesamtwertungbefriedigend (2,6)befriedigend (2,8)
Vorteilebester Mäher im Test, keine Störungen, schafft auch steile Hänge, kommt mit komplizierten Flächen klar, starke Ausdauer, mäht auch feuchten Rasen, hilfreiche App, auch ohne App programmierbarGesamtplatz 3 im Test, vergleichsweise günstig, selten zu reinigen, besonders leise im Betrieb, beste Handhabung im Test
Nachteilevergleichsweise teuer, verletzt liegende Kinderarme, Reinigung könnte einfacher seinnur für flachere Hänge geeignet, braucht lange, verletzt liegende Kinderarme, Einstellen der Schnitthöhe umständlich, ohne App kaum programmierbar
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Testsieger 2022: Husqvarna Automower 305

Hinweis: Der Husqvarna Automower 305 ist aufgrund der hohen Nachfrage vielerorts ausverkauft (Stand: 26.04.2022).

 

Husqvarna Automower 305
Husqvarna Automower 305
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Die Note „befriedigend“ reicht dem Husqvarna Automower 305 für den Testsieg bei der Stiftung Warentest (Ausgabe 04/2022). Das kann man jetzt negativ sehen oder man schaut etwas genauer hin und erkennt, dass die Note 2,6 fast für „gut“ gereicht hätte. Mit der besten Mäh-Leistung im Test ist der Husqvarna auch schnell unterwegs, kein anderes Modell mäht den 200 Quadratmeter Testgarten schneller. Auch die Anpassung an komplexe Flächen klappt gut, und zwar mit oder ohne App.

Der Testsieger mäht am besten und zeigt vergleichsweise wenig Schwächen, perfekt ist er aber auch nicht. (Bildquelle: Husqvarna)

Auch steile Hänge und feuchter Rasen sind kein großes Problem für den Testsieger, doch das muss man auch bezahlen. Das getestete Modell ist mit rund 1.100 Euro Straßenpreis vergleichsweise teuer und zeigt trotzdem Sicherheitsmängel. Einen liegenden Kinderarm würde der Mähroboter verletzen. Auch die Reinigung könnte der Hersteller noch vereinfachen. Doch unterm Strich gibt es im Testfeld keinen besseren Mähroboter als den Husqvarna Automower 305.

Günstige Alternative: Gardena Sileno minimo 500

Gardena Rasenmähroboter Sileno minimo
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Platz 3 und gleichzeitig Preistipp, der Gardena Sileno minimo 500 ist mit rund 600 Euro zwar nicht geschenkt, aber deutlich günstiger als der Testsieger. Insgesamt steht auch hier die Note „befriedigend“ und der Schnitt von 2,8 ist gar nicht so weit weg vom Testsieger. An die Mäh-Leistung der Nummer 1 kommt der Gardena aber nicht ran. Er ist nur für flachere Hänge geeignet, braucht recht lange für seine Aufträge und auch das Einstellen der Schnitthöhe ist umständlich. Auch wenn ihr unbedingt einen Mähroboter ohne App wollt, seid ihr hier falsch.

Günstig und vor allem eine Option für kleinere Gärten ist der kompakte Mähroboter von Gardena. (Bildquelle: Gardena)
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Doch insgesamt wird die gute Handhabung im Test von keinem anderen Mähroboter übertroffen. Außerdem müsst ihr den Preistipp nur selten reinigen und er ist besonders leise im Betrieb. Das kann ein Vorteil sein, wenn man öfter im Homeoffice arbeitet. Die 500 im Namen steht übrigens für die maximale Mähfläche. Im Test hat sich aber gezeigt, der Preistipp eignet sich eher für kleinere Gärten.

Mähroboter: So viel bekommt ihr für euer Geld

Das Testfeld ist preislich weit aufgefächert. Stiftung Warentest gibt mittlere Preise von 570 bis 1.750 Euro an, so oder so sind Mähroboter also keine Schnäppchen. Doch der teure Testsieger ist aktuell schon etwas günstiger geworden und für rund 1.100 Euro zu haben. Das ist aber im Vergleich zum Preistipp immer noch doppelt so viel.

Ab rund 650 Euro kriegt ihr die Mähroboter im Test, es gibt aber auch deutlich teurere Modelle. (Bildquelle: Greenworks)

 

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Für recht günstige 650 Euro könnt ihr auch den Greenworks Optimow 4 erwerben. Er landet insgesamt auf Platz 4, zeigt aber im Vergleich zum Gardena schon einen kleinen Respektabstand. Was ihr unbedingt miteinrechnen solltet, ist der Preis für Verschleißteile: Ersatzmesser kosten zwischen 3 und 33 Euro, neue Akkus 55 bis 129 Euro und Ladestationen gar 145 bis 395 Euro.

Sicherheit von Mährobotern

Allzu entspannt zurücklehnen sollte man sich nicht, vor allem wenn Kinder rund um den Mähroboter spielen (Bildquelle: Einhell)

Ein großer Kritikpunkt im Test war die Sicherheit. Dabei wurden mehrere Aspekte berücksichtigt, zum Beispiel spielende Kinder im Garten, aber auch Kleintiere sowie das Verhalten beim bewussten menschlichen Eingriff. Krabbelnde Kinderfüße sind für die Mähroboter im Test kein Problem, hier konnten keine Unfälle provoziert werden. Anders sah es aber bei flach liegenden Kinderarmen aus. Lediglich der Einhell Freelexo hätte im Ernstfall keine Verletzung verursacht. Alle anderen Modelle patzen.

Sicherheitsprobleme im Test

Stopptaste drücken oder anheben sollte den Mähroboter stoppen, im Test klappte das nicht immer. (Bildquelle: Hursqvarna)

Alle Mähroboter im Test kommen mit einer Stopptaste für den Notfall. Das ist sinnvoll und die Mechanismen sollen so funktionieren, dass die Stopptaste den Mähroboter sofort ausschaltet und man ihn manuell wieder einschalten muss, damit es weitergeht. Doch ausgerechnet der bei Kinderunfällen so sichere Einhell und der Worx Landroid halten dieses Notfallprotokoll nicht ein. Der Einhell folgt lieber seinem programmierten Stundenplan.

Das Modell Robomow kassiert darüber hinaus sogar ein „mangelhaft“, weil er nach einem Stopp durch den Hebesensor, also wenn das Gerät länger als 10 Sekunden angehoben wird, selbständig wieder anfährt. Das kann gefährlich sein, wenn man zum Beispiel Schnittgut entfernen will.

Mähroboter mit und ohne App

Die meisten Mähroboter bringen eine App mit und lassen sich darüber am besten bedienen. (Bildquelle: Gardena)

Mähroboter sind Hightech, aber es gibt noch die Wahl, ob man Modelle mit oder ohne App nutzen möchte. Doch das Modell von Stihl ist das einzige im Testfeld, das ohne App auskommt. Der Testsieger erlaubt aber eine komfortable Bedienung mit oder ohne App. Der Trend geht aber klar Richtung App-Steuerung, vor allem wenn es um Feinheiten wie Mähzeit oder Flächenanpassung geht.

So testet die Stiftung Warentest Mähroboter

Ein Mähroboter, der den Rasen nicht richtig kürzt, taugt nichts. Das spiegelt sich auch im Test wider, denn das Mähen macht 55 Prozent der Gesamtnote aus. Hier wird die Mähdauer auf einem 200 Quadratmeter Grundstück gemessen und auch die maximal von den Herstellern angegebene Fläche getestet. Auch Herausforderungen wie Hänge oder Hindernisse bauen die Tester ein. Mit 35 Prozent in der Bewertung war auch die Handhabung wichtig. Installation, Programmierung mit und ohne App sowie Geräuschentwicklung und Reinigung stehen auf dem Testprotokoll. Mit immerhin noch 10 Prozent ist die Sicherheit im Test vertreten. Mehr zu den Testkriterien erläutert die Stiftung Warentest auf einer eigenen Seite.

Verlierer im Test

Ein Gerät im Test wurde auf „mangelhaft“ abgewertet. (Bildquelle: Robomow)

Obwohl die Ergebnisse der Mähroboter durchweg nicht überragend sind, gibt es nur einmal die Note „mangelhaft“. Der Robomow RT700 kassiert diese Abwertung, weil der Hebesensor nicht richtig stoppt. Hier droht Verletzungsgefahr, etwa beim Reinigen. Auch die Android-App funkt unverschlüsselt und bei Unfällen verursacht die feststehende Klinge tiefe Verletzungen.

Unterschiede Mähroboter

Mähroboter ist nicht gleich Mähroboter, es gibt verschiedene Unterschiede, die ihr kennen solltet:

  • Maximale Mähfläche: Ist euer Garten richtig groß oder passt nur ein Handtuch rein? Die maximale Mähfläche ist eine wichtige Größe. Sie liegt im Test der verschiedenen Modelle zwischen 450 und 800 Quadratmetern.
  • Maximale Steigung: Liegt euer Garten am Hang, solltet ihr ein Auge auf die maximale Steigung werfen, die der Mähroboter schafft. Im Test sind hier 25 Prozent die untere Grenze, maximal sind 40 Prozent Steigung drin.
  • Messer: Die meisten Modelle im Test verwenden Fliehkraftmesser. Dabei handelt es sich um eine rotierende Scheibe, an der drei frei rotierende Klingen angebracht sind. Durch die Rotation der Scheibe drücken die Fliehkräfte die Klingen nach außen. Die Alternative dazu ist eine feststehende Klinge.

Mähroboter kaufen: Darauf solltet ihr achten

Für größere Gärten lohnen sich Mähroboter. (Bildquelle: Gardena)

Der Preis ist natürlich ein wichtiges Kriterium, aber vorher solltet ihr noch auf die Größe eures Gartens schauen. Ein flacher Minigarten braucht keinen Mäher, der 800 Quadratmeter abschnippeln kann und gleichzeitig Berge erklimmt. Andersrum solltet ihr Spezialanforderungen berücksichtigen, etwa viele Hindernisse. Habt ihr Modelle ausgesucht, die zum Garten passen, dann könnt ihr nach der Mäh-Leistung gehen. Modelle wie der Testsieger, die gute Werte erzielen, bieten echten Mehrwert.

Entscheidet dann noch, ob ihr App-Bedienung oder Steuerung am Gerät bevorzugt. Im Optimalfall kann ein Mähroboter beides. Die Handhabung ist ohnehin nicht das Problem, im Test gibt es hier einige gute Modelle. Für die Sicherheit müsst ihr aber selbst sorgen. Wenn Kinder im Garten spielen, sollte der Mähroboter Pause machen.

Herausforderungen Hang und Regen

Kleine, ebene Gärten sind keine großen Herausforderungen für Mähroboter. (Bildquelle: Gardena)

Was im Test zu sehen war: kleine, ebene Rasenflächen sind kein großes Problem für Mähroboter. Der 200 Quadratmeter Testgarten wurde bis auf ein Modell von allen Mährobotern gut gepflegt, auch wenn das teilweise bis zu 40 Wochenstunden Arbeitszeit in Anspruch nahm. Doch wenn es in Richtung Maximalfläche geht und noch Hindernisse und Engstellen auftreten, sieht es anders aus. Dann stecken manche Helfer fest, besuchen bestimmte Stellen zu selten oder kommen mit der Arbeit nicht hinterher.

Besonders an Hängen gab es öfter Schwierigkeiten, etwa wenn die Hindernissensoren aus Versehen auslösen. Maximale Steigungen schaffen viele Modelle auch nicht direkt, sondern nur im Zickzack. Der Testsieger ist hier die beste Wahl. Das gilt übrigens auch für Regen. Manche Mähroboter folgen ihrem Regensensor und bleiben bei Niederschlägen in der Garage stehen. Blöd nur, dass das Gras auch noch nach dem Regenfall ein paar Stunden nass ist.

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Schnelle Antworten auf wichtige Fragen

Wer ist der beste Mähroboter?

Der beste Mähroboter laut Stiftung Warentest ist der Husqvarna Automower 305, der zu Preisen ab rund 1.100 Euro im Handel zu finden ist.

Für wen lohnt sich ein Rasenroboter?

Mähroboter nehmen, einmal installiert und eingestellt, lästige Arbeit ab. Wer aber nur 15 oder 20 Quadratmeter Garten hat, der kann auch mit einem einfachen Spindelmäher ein paar Minuten pro Woche investieren und dann passt der Rasen auch. Ein Mähroboter wäre in diesen Fällen nur zu empfehlen, wenn ihr grundsätzlich von Technik begeistert seid und euch die hohen Preise nicht abschrecken. Anders sieht es bei größeren Gärten aus, deren Pflege euch wichtige Freizeitstunden kostet. Wenn euch die Arbeit im Garten dann keinen Spaß macht, ist die Investition in einen Mähroboter für euch das Richtige.

Wie funktionieren Rasenroboter ohne Begrenzungskabel?

Die Mähroboter im Test müssen alle durch einen Draht im Zaum gehalten werden. Das bedeutet, ihr müsst vorab am Rand der Rasenfläche ein Begrenzungskabel verlegen und mit Nägeln fixieren. In diesen Grenzen bewegen sich dann die Mähroboter. Wichtig ist, den minimalen Mähabstand zu beachten, er liegt bei den Modellen im Test zwischen 12 und 100 Zentimetern. Mähroboter ohne Begrenzungskabel haben in der Regel Sensoren verbaut, die die Berührung von Grashalmen erkennen und so selbst bemerken, wo noch Rasen ist.

Wie sicher sind Mähroboter?

Laut Stiftung Warentest ist und bleibt die Sicherheit ein Problem von Mährobotern. Zwar mähen die Helfer nicht alles blind nieder, es gibt aber durchaus Testszenarien, die die Schwächen zeigen, etwa ein flach liegender Kinderarm oder nicht funktionierende Stoppsensoren. Auch Kleintiere wie Igel können durch Mähroboter verletzt werden.