Unser Leben findet zunehmend im Internet statt und das bedeutet vor allem eins: haufenweise Passwörter merken. Es geht aber auch anders – und sicherer. Mit einem Passwort-Manager muss man sich nur noch ein Kennwort merken, außerdem erstellen die praktischen Tools sichere Kennwörter selbst. GIGA stellt die besten kostenlosen sowie kostenpflichtigen Tools vor und erklärt, worauf man unbedingt achten sollte.

 

Dashlane

Facts 

Zahlreiche Anbieter bieten Passwort-Manager an, oft auch Passwort-Safe oder Passwort-Locker genannt. Die sind mit unterschiedlichen Funktionen ausgestattet und unterscheiden sich auch im Preis. Wir stellen die besten Passwort-Manager laut Stiftung Warentest inklusive Empfehlungen aus der Redaktion vor. Außerdem erklären wir euch, worin sich die einzelnen Anwendungen unterscheiden und wann sich die Nutzung lohnt.

Die besten Passwort-Manager 2020: Die Testsieger im Überblick

Test­sie­ger höch­ste Si­cher­heit kos­ten­lo­se Al­ter­na­ti­ve bes­te Hand­ha­bung für Pu­ris­ten be­währ­te Qua­li­tät
Pro­dukt Kee­per 1Pass­word Kee­Pass Dash­lane Last­Pass Nord­Pass
Preis pro Jahr (ca.) 40 Euro 36 Euro ko­sten­los 40 Euro 35 Euro 36 Euro
Vor­teil op­tio­na­le Zu­satz­funk­tio­nen flexi­bles Fa­mili­en­abo Open-Source VPN in­klu­si­ve gün­sti­ges Fa­mi­lien­abo fai­re Preis­struk­tur
Nach­teil um­ständ­li­che Nut­zung kei­ne deu­tsche An­lei­tung komp­lizier­te Ein­rich­tung ho­her Preis kei­ne Desk­top-App be­schränk­te Ge­rä­te­zahl
An­ge­bot Kee­per Se­cu­ri­ty 1Pass­word Kee­Pass Dash­lane Last­Pass Nord­Pass

Testsieger: Keeper

Zum Anbieter: Keeper

Vorteile

  • optionale Zusatzfunktionen
  • Familienabo
  • kostenlose Version

Nachteile

  • umständliche Installation und Inbetriebnahme
  • Mängel in den Nutzungsbedingungen/AGB

Der Testsieger unter den Passwort-Managern mit einer Endnote von 2,4 (gut) ist Keeper, so Stiftung Warentest. Passwörter werden geräteübergreifend gespeichert und ihr könnt euch auf Webseiten sogar mittels Fingerabdruck oder Gesichtserkennung anmelden. Der Passwort-Manager kostet rund 40 Euro im Jahr und ist damit einer der teuersten Dienste.

Keeper Security bietet darüber hinaus noch weitere Dienste an, die gegen Aufpreis hinzu gebucht werden können. Beispielsweise den Messenger KeeperChat, einen Dateispeicher sowie das Darknet-Überwachungswerkzeug „BreachWatch“. Für sicherheitsbewusste Eltern gibt es außerdem ein Familienabo (bis zu fünf Personen) für knapp 90 Euro im Jahr. Es gibt auch eine kostenlose Version von Keeper – dann beschränkt sich die Nutzung aber auf ein einzelnes Gerät. Die Ausfüllfunktion funktioniert außerdem nur auf Mobilgeräten.

Hinweis zu Mängeln in den Nutzungsbedingungen/AGB: Die Stiftung Warentest hat die Nutzungsbedingungen der jeweiligen Anbieter durch einen Juristen prüfen lassen und dies entsprechend in den Testergebnissen vermerkt. Konkret sind damit Klauseln gemeint, die Nutzer unter Umständen benachteiligen könnten, oder aber unverständlich formulierte AGB, die beispielsweise nur auf Englisch verfügbar sind.

Höchste Sicherheit: 1Password

Zum Anbieter: 1Password

Vorteile

  • für fast alle Plattformen erhältlich
  • flexibles Familienabo

Nachteile

  • keine deutsche Gebrauchsanleitung
  • Mängel in den Nutzungsbedingungen/AGB

Auf dem zweiten Platz mit der Endnote 2,5 (gut) landet bei der Stiftung Warentest der Passwort-Manager 1Password von AgileBits. Als Besonderheit unterstützt der Passwort-Manager neben macOS, iOS, Windows, Android und Linux sogar ChromeOS. Ein derart hohes Maß an plattformübergreifender Kompatibilität bietet sonst kaum ein Konkurrenzdienst.

Mit rund 36 Euro pro Jahr ist dieser Passwort-Manager auch etwas günstiger als Keeper. Erfreulicherweise sind viele nützliche Funktionen wie Alarme für gefährdete Websites oder ein sicherer Dokumentenspeicher bereits im Preis inbegriffen. Die Option für ein Familienabo besteht ebenfalls. Eine fünfköpfige Familie zahlt knapp 60 Euro pro Jahr für 1Password. Bei Bedarf können außerdem für einen Aufpreis von einem Euro pro Person weitere Mitglieder zum Abo hinzugefügt werden.

Kostenlose Alternative: KeePass

Zum Anbieter: KeePass

Vorteile

  • komplett kostenlos
  • Open-Source

Nachteile

  • komplizierte Einrichtung
  • umständliche Handhabung
  • offiziell nur für Windows verfügbar

KeePass ist ein kostenloser Passwort-Manager, der außerdem Open-Source ist. Stiftung Warentest vergibt die Note 2,5 (gut), wodurch der Passwort-Manager mindestens genauso gut wie die kostenpflichtige Konkurrenz ist. Dennoch gibt es einen wichtigen Unterschied zu den bisher vorgestellten Passwort-Managern: Die Einrichtung und Handhabung von KeePass setzt etwas mehr technisches Wissen voraus. Außerdem gibt es von offizieller Seite aus nur eine Windows-Anwendung. Um Keepass auch auf anderen Plattformen nutzen zu können, benötigt ihr entsprechende Drittanbieter-Apps. Da diese in der Regel jedoch auch quelloffen verfügbar sind, stellt das kein ernsthaftes Sicherheitsproblem dar. Allerdings muss man sich als KeePass-Nutzer darum kümmern, das Keyfile, in dem die Benutzerdaten verschlüsselt gespeichert sind, auf allen Geräten verfügbar zu machen. Ein Synchronisierungs-Tool wie Dropbox oder Google Drive kann diese Aufgabe übernehmen.

Nutzer profitieren beim KeePass-System nicht nur von der Kostenfreiheit, sondern auch von der Transparenz seitens der Entwickler, da sie ihren Programmcode öffentlich zugänglich machen und er somit jederzeit von Dritten eingesehen werden kann. Auf diese Weise können sowohl interne als auch externe Entwickler zur Verbesserung der Software beitragen.

Beste Handhabung: Dashlane

Dashlane: Wilkommen im Passwort-Paradies.

Zum Anbieter: Dashlane

Vorteile

  • einfache Handhabung
  • VPN inbegriffen
  • Familienabo
  • kostenlose Version

Nachteile

  • hoher Preis
  • Mängel in den Nutzungsbedingungen/AGB

Mit einem Testergebnis von 2,7 (befriedigend) landet Dashlane auf Platz 4 bei der Stiftung Warentest. Besonders gelobt wird die intuitive Handhabung. Mit etwa 40 Euro pro Jahr ist dieser Dienst zwar einer der teuersten in dieser Liste, verfügt dafür aber auch über viele nützliche Extras. Darunter die Dark-Web-Überwachung sowie einen VPN, der euch etwa beim Surfen in öffentlichen WLAN-Netzwerken schützen soll. Die Option für ein Familienabo besteht ebenso – für rund 60 Euro pro Jahr können sich bis zu 6 Mitglieder am Abo beteiligen.

Ich nutze Dashlane bereits seit einigen Jahren privat und bin insgesamt sehr zufrieden mit dem Dienst. Die jeweiligen Apps werden kontinuierlich weiterentwickelt und auch sonst gibt es kein Feature, das ich vermissen würde. Vor allem das automatische Einloggen sowie Abspeichern von Login-Daten hat mir meinen digitalen Alltag unheimlich erleichtert. Bis auf sporadische Aussetzer hier und da gibt es von meiner Seite nichts zu beanstanden. Inzwischen würde ich auch nur ungerne auf den Passwort-Manager verzichten wollen.

Ideal für Puristen: LastPass

Zum Anbieter: LastPass

Vorteile

  • kostenlose Version
  • preiswertes Familienabo

Nachteile

  • reduzierter Funktionsumfang
  • keine lohnenswerte Desktop-App
  • Mängel in den Nutzungsbedingungen/AGB

LastPass but not least: Mit einer Endnote von 2,8 (befriedigend) landet LastPass bei Stiftung Warentest auf Platz 5. Der Passwort-Manager ist in erster Linie als Browser-Erweiterung konzipiert worden. Eine App für Android sowie iOS existiert aber genauso. Wer nach einer App für Mac oder Windows sucht wird in dieser Hinsicht leider enttäuscht. Für letztere Plattform wird zwar eine dedizierte App angeboten, allerdings bietet diese gegenüber der Browser-Erweiterung keinerlei Vorteile. Laut Nutzerwertungen funktioniert sie außerdem nicht zuverlässig.

Ähnlich wie bei Dashlane habt ihr hier erneut die Wahl zwischen einer abgespeckten kostenlosen und einer kostenpflichtigen Variante für knapp 35 Euro im Jahr mit vollem Funktionsumfang. Zwar finden sich viele Funktionen der Konkurrenzprodukte in LastPass wieder, doch selbst die bezahlte Variante muss auf einige Features wie beispielsweise einen VPN-Dienst verzichten. Dafür können Familien mit bis zu sechs Mitgliedern vom verhältnismäßig günstigen Familienabo für rund 47 Euro pro Jahr profitieren.

Bewährte Qualität: NordPass

Zum Anbieter: NordPass

Hinweis: Im Rahmen des Cyber Month Deals könnt ihr derzeit bis zu 70 Prozent sparen. Entscheidet ihr euch etwa für ein Abo mit zwei Jahren Laufzeit, so zahlt ihr effektiv nur 1,27 Euro pro Monat und somit insgesamt rund 30 Euro für zwei Jahre. Das Angebot gilt solange der Vorrat reicht bis zum 30. November 2020.

Vorteile

  • fairer Preis
  • für fast jede Plattform erhältlich
  • kostenlose Version

Nachteile

  • beschränkte Gerätezahl
  • zusätzliches Abo bei NordVPN für VPN notwendig

Den meisten ist bisher wohl nur NordVPN für den namensgebenden VPN-Client bekannt. Inzwischen hat das Unternehmen seine Dienste erweitert und bietet einen hauseigenen Passwort-Manager an – NordPass. Entscheidet ihr euch für die kostenpflichtige Variante, dann sind entweder 36 Euro pro Jahr oder aber 60 Euro für zwei Jahre fällig. Dadurch ist der Dienst theoretisch der günstigste von allen. Weniger gut gefällt uns die Tatsache, dass kein VPN enthalten ist. Hierfür muss dann ein separates Abo bei NordVPN abgeschlossen werden.

Weiterer Kritikpunkt: Die Nutzung des Abos beschränkt sich jeweils auf maximal 6 Geräte. Das mag für die meisten Nutzer kein Problem darstellen, soll an dieser Stelle aber trotzdem erwähnt werden. Wer sich daran nicht stört, erhält dennoch einen soliden Passwort-Manager, der vor allem durch seine faire Preisgestaltung auf sich aufmerksam macht.

Die besten Passwort-Manager 2020: So wurde getestet

Entscheidet ihr euch für einen Passwort-Manager, so kann das den digitalen Alltag unheimlich erleichtern. Ihr müsst euch nur noch ein einziges Masterpasswort merken – das sollte entsprechend stark sein – und das Programm loggt euch in alle Webdienste ein, erstellt neue sichere Passworter und stellt sicher, dass ihr auf allen Geräten alle Passwörter zur Verfügung habt. Allerdings unterscheiden sich die Anbieter in bestimmten Punkten teils sehr stark voneinander.

Welche Funktionen bietet der Passwort-Manager genau? Welche davon benötige ich und warum? Wie sicher sind die Lösungen und wie intuitiv ist ihre Nutzung? Um euch den bestmöglichen Überblick zu verschaffen, haben wir uns neben externen Testinstitutionen wie Stiftung Warentest gleichermaßen auf unseren eigenen Erfahrungen gestützt.

Passwort-Manager: Darauf solltet ihr unbedingt achten

Es gibt viele Passwort-Manager, die sich eure Passwörter merken und weitere praktische Funktionen haben. Je nachdem wie ernst ihr es mit dem Schutz vor etwaigen Cyber-Angriffen meint, kommt man um kostenpflichtige Dienste kaum herum. Bevor ihr euch für einen Passwort-Manager entscheidet, gibt es einige Dinge zu beachten. Daher folgen nun die wichtigsten Infos.

Wie funktioniert ein Passwort-Manager?

Das Grundprinzip ist bei fast allen Passwort-Managern gleich: Eure Login-Daten inklusive des Passworts werden zentral an einem Ort gespeichert, meist in der Cloud. Um eure Passwörtern zu schützen, vergebt ihr am Anfang ein sogenanntes Masterpasswort, mit dem der Passwortmanager auch alle gespeicherten Passwörter verschlüsselt – sodass nur auf sie zugreifen könnt. Beim Öffnen des Passwort-Managers gebt ihr dann nur noch euer Masterpasswort ein und erhaltet im Anschluss Zugriff auf alle anderen Passwörter.

Die meisten Lösungen beinhalten zusätzlich einen Passwortgenerator, der automatisch sichere Passwörter erstellt. Sicher bedeutet in diesem Zusammenhang, dass es mindestens acht Zeichen lang ist und idealerweise sowohl Groß-/Kleinbuchstaben als auch Zahlen sowie Sonderzeichen enthält. Je länger und komplexer das Passwort, desto besser. Das gilt insbesondere für euer Masterpasswort.

Da ihr automatisch auf Websites oder in Apps eingeloggt werdet, müsst ihr euch keines dieser Passwörter merken. Lediglich das Masterpasswort solltet ihr stets parat haben. Merkt euch das Passwort also gut! Solltet ihr es vergessen, verliert ihr unter Umständen Zugriff auf sämtliche anderen Passwörter. Informiert euch im Idealfall vorher, ob der Anbieter des Passwort-Managers euch bei einem vergessenen Masterpasswort aushelfen und beispielsweise ein neues Masterpasswort setzen kann.

Wie sicher sind solche Tools?

Sowohl euer Masterpasswort als auch alle anderen Passwörter werden durch mehrere Methoden verschlüsselt, um so für für maximale Sicherheit zu sorgen. Bekannte Verschlüsselungsmethoden sind der „Advanced Encryption Standard“ (AES) und die „Password-Based Key Derivation Function 2“ (PBKDF2). Eure Passwörter werden also nie im Klartext, sondern als zufallsgenerierte Abfolge von Buchstaben, Zeichen und Ziffern abgespeichert und sind somit theoretisch unknackbar. Wie ihr euch selbst sichere Passwörter ausdenkt, verraten wir euch im folgenden Video:

Nie wieder dumme Passwörter! – TECHfacts

Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, werden diese verschlüsselten Passwörter nur lokal und auf abgesicherten Servern des Anbieters gespeichert, damit sie zwischen euren Geräten synchronisiert werden können. Einzige Ausnahme bildet das Masterpasswort, dieses wird aus Sicherheitsgründen nie in irgendeiner Form gespeichert oder übermittelt.

Stellt euch also stets die Frage: Wie sicher ist mein Passwort? Zusätzlich lassen sich viele Passwort-Manager auch noch mit biometrischen Authentifizierungsmethoden kombinieren, also einem Fingerabdruck oder Gesichtserkennung, sodass ihr insbesondere am Smartphone ohne hakelige Tastatureingaben Zugriff auf eure Logins habt.

Wann sollte ich einen Passwort-Manager verwenden?

Angenommen ihr kauft euch ein teures Fahrrad und möchtet es vor Diebstahl schützen. Im Idealfall greift ihr also zu einem qualitativ hochwertigen Schloss. Das Schloss allein reicht aber nicht, denn es ist ebenso wichtig, dass ihr das Fahrrad vernünftig absperrt. Ähnlich verhält es sich mit Passwörtern, die unser digitales Leben vor Betrug oder anderem Missbrauch schützen sollen. Hier sind nochmal die größten Vorteile von Passwort-Managern in Kürze zusammengefasst:

  • nur noch ein Master-Passwort merken
  • automatische Anmeldung auf Websites und Apps
  • Autoversvollständigen von Formularen und Zahlungsdaten
  • integrierter Passwortgenerator
  • geräteübergreifender Passwortspeicher
  • VPN für sicheres Surfen im Internet
  • Darknet-Überwachung und Alarme bei Sicherheitsverstößen
  • sicherer Dateispeicher

Solche Tools können aber auch ihre Tücken haben, was vor einer Kaufentscheidung unbedingt berücksichtigt werden sollte. Zunächst macht ihr euch zu einem gewissen Grad von der Software abhängig, sofern ihr einen kompletten Umstieg wagt. Unmittelbar damit verbunden ist außerdem ein erheblicher Mehraufwand bei der Ersteinrichtung. Ein möglicher Verlust des Masterpassworts könnte außerdem dazu führen, dass ihr euch digital aussperrt. Schließlich sind einige der Programme entweder kostenpflichtig oder nur eingeschränkt nutzbar, wenn man die jeweilige kostenlose Variante nutzt.