Wer sich für Elektroautos interessiert, hat sicher schon einmal von dem „WLTP“-Testverfahren gehört, dank dem die Reichweite von Stromern einheitlich verglichen werden kann. Zusätzlich gibt es noch „CLTC“, „EPA“ und „NEDC“. Was sich hinter den Abkürzungen versteckt, erfahrt ihr in diesem Ratgeber.

 
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WLTP: Was bedeutet die Abkürzung?

WLTP ist eine Abkürzung für den englischen Begriff „Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure“ und beschreibt ein Messverfahren zur Bestimmung des Abgas-Ausstoßes sowie des Treibstoff- oder Stromverbrauchs von Kfz. WLTP kommt besonders in Europa und Japan zum Einsatz und wurde nach dem VW-Abgas-Skandal 2015 nach und nach von der EU eingeführt.

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Dadurch wurde das veraltete Testverfahren „NEDC“ abgelöst, das bereits seit den 90ern im Einsatz war. Weder die Angaben der NEDC zum Verbrauch noch zur Reichweite waren realitätsnah, ganz im Gegensatz zu WLTP. Letztere zieht Verkehrsaufkommen mit in Betracht und bildet den Verbrauch und die Reichweite von elektrischen Fahrzeugen besser ab. Das erreichen die Tester, indem sie längere Fahr-Zyklen und breitere Geschwindigkeitsdifferenzen verwenden und verschiedene äußere Faktoren mit einberechnen. Dazu gehören beispielsweise Leistungseinbußen aufgrund von Klimaanlage oder anderer Elektronik.

Zu den Nachteilen gehört beispielsweise, dass der Verlust an Reichweite, den elektrische Fahrzeuge bei kaltem Wetter erfahren, nicht mit beachtet wird. Je nach Umgebungstemperatur weicht die tatsächliche Reichweite von Stromern also von der WLTP-Reichweite ab.

Testverfahren: Für was steht EPA?

Die EPA, die „Environmental Protection Agency“, also die Umweltschutzbehörde der USA, verwendet einen eigenen Reichweiten-Test für Stromer. Gemeint ist meist die sogenannte „Multi-Cycle City/Highway Test Procedure“. Die Prozedur verwendet Dynamometer, um den Energieverbrauch sowie die Reichweite zu testen. Dazu wird zunächst die Batterie des Fahrzeugs voll aufgeladen und über Nacht stehen gelassen. Am nächsten Tag wird der Pkw so lange im Stadtverkehr, auf der Autobahn und Landstraßen beansprucht, bis die Batterie aufgibt (Quelle: fueleconomy.gov).

Nach dem Test rechnen die Tester mit einer durchschnittlichen Leistungsabweichung von knapp 30 Prozent ausgehend von der ermittelten Reichweite. Damit beträgt das finale Ergebnis nur 70 Prozent.

CLTC: Die Abkürzung könnte bald wichtiger werden

Die vier Buchstaben hört man besonders im Kontext mit chinesischen Autobauern. Die Reichweitenmessung heißt ausgeschrieben „China Light-Duty Vehicle Test Cycle“. Der Standard soll merklich genauer sein als der zuvor verwendete „NEDC“.

Der Prozess teilt sich in drei Phasen, die sich hinsichtlich der gefahrenen Geschwindigkeit unterscheiden: langsam, medium, schnell. Der ganze Ablauf nimmt nur 30 Minuten in Anspruch, etwa 14,5 Kilometer werden dabei zurückgelegt. Die gefahrene Testgeschwindigkeit ist mit rund 115 Kilometern pro Stunde etwas geringer als bei der WLTP-Testung, da die Werte an die chinesischen Straßenverkehrsregeln angepasst sind. Da die CTLC-Messung zunehmend zum einzigen Standard in China wird und damit stetig an Bedeutung zunimmt, solltet ihr davon schon einmal gehört haben (Quelle: licarco.com)

Hinweis: Am akkuratesten beschreibt die EPA die Reichweite eures Traum-Stromers, die WLTP knapp dahinter. Bis dato weichen die CLTC-Reichweiten am meisten von den tatsächlich erreichbaren Distanzen ab.