Ungewöhnliche Strategie: So will Apple den HomePod doch noch zum Erfolg machen

Florian Matthey 1

Die Verkaufszahlen des HomePod scheinen nicht sonderlich gut zu sein. Doch offenbar hat Apple einen Plan, um die Verkäufe des smarten Lautsprechers anzukurbeln – allerdings erst für Ende dieses Jahres.

Ungewöhnliche Strategie: So will Apple den HomePod doch noch zum Erfolg machen
Bildquelle: GIGA/Holger Eilhard.

HomePod-Verkaufszahlen: Weitere Negativmeldungen aus Asien

Nach einem ordentlichen Verkaufsstart sollen die Verkaufszahlen des HomePod in den letzten Wochen deutlich nachgelassen haben. Erst gestern berichtete Bloomberg, dass Apple für die kommenden Wochen und Monate weniger Exemplare bei Partnern in Asien in Auftrag gegeben habe als zunächst geplant.

Auch die Zeitung China Times berichtet, dass die Verkaufszahlen des HomePod vergleichsweise schwach sind – und beruft sich ebenfalls auf die Zahl der Bestellungen bei Zulieferern. Zwar sind solche mit Vorsicht zu genießen, da Apple auch einfach mehr Komponenten bei anderen Zulieferern in Auftrag geben könnte, die die Quellen vielleicht nicht berücksichtigen. Außerdem ist es normal, dass die Produktion nach der Veröffentlichung eines neuen Produkts erst einmal nachlässt.

Doch selbst wenn man diese Faktoren berücksichtigt, sprechen die Zahlen doch dafür, dass der HomePod zumindest kein Erfolg ist. Denn der HomePod muss in den meisten Ländern ja erst noch erscheinen, sodass für diese ebenfalls genügend Exemplare zur Verfügung stehen müssen – in Deutschland und Frankreich soll der Verkauf des Lautsprechers bekanntlich noch im Frühjahr starten. Außerdem berichten die Quellen, dass Apple ursprüngliche Pläne nach unten korrigiert haben soll – es geht also nicht nur um geringere Stückzahlen als zum Verkaufsbeginn in den USA, Großbritannien und Australien, sondern um geringere Stückzahlen als diejenigen, die Apple zunächst für die weiteren Monate in Auftrag gegeben hatte.

HomePod: Günstigeres Modell als Rettung?

Die China Times hat aber auch ein weiteres interessantes Detail zu berichten: Apple plant den Quellen der Zeitung zufolge ein günstigeres Modell des Lautsprechers, das im vierten Quartal erscheinen soll. Für Apple eine zweifellos ungewöhnliche Strategie, auf schwache Verkaufszahlen mit einem günstigeren Modell zu kontern. Möglicherweise wird es sich um eine „Mini“-Variante handeln, wie sie in dieser Bilderstrecke zu sehen ist:

Bilderstrecke starten
6 Bilder
HomePod: So schön könnten weitere smarte Apple-Lautsprecher aussehen.

Der vergleichsweise hohe Preis von 349 US-Dollar – in Deutschland rechnen wir angesichts des britischen Preises in Höhe von 319 Pfund mit rund 369 Euro – dürfte ein Faktor sein, der dem HomePod im Weg steht. Gleichzeitig beschweren sich Besitzer aber auch über die mangelnde Vielseitigkeit des Gerätes, das beispielsweise Streaming nur für Apple Music unterstützt und keinen Audio-Eingang hat. Hinzu kommt, dass die sehr eingeschränkte Funktionalität von Siri die Frage aufwirft, wie „smart“ der Lautsprecher wirklich ist. Unsere HomePod-Eindrücke könnt ihr im ausführlichen Test nachlesen.

Eine Preissenkung – beziehungsweise ein günstigeres Modell – dürfte daher wohl nicht reichen, um die Kritiker verstummen zu lassen. Apple selbst hat sich derweil zu den Verkaufszahlen noch nicht geäußert – und wird es wohl auch bei der Bekanntgabe des nächsten Quartalsergebnisses nicht tun, sondern den HomePod einfach in der Kategorie „andere“ aufführen. Beim HomePod-Vorgänger iPod Hi-Fi, den wir kürzlich noch einmal vorgestellt haben, wurde derweil schon nach anderthalb Jahren deutlich, dass es sich um einen Flop handelte: Apple nahm das Gerät einfach komplett aus dem Sortiment.

Quelle: China Times via MacRumors

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

Weitere Themen

* Werbung