Okay, das war schon einmal ziemlich viel Aufwand bis hierhin. Jetzt kommt ein entspannterer Teil, nämlich „Warten“. Denn nach der Eingabe des folgenden Befehls wird der CyanogenMod-Quellcode heruntergeladen. Knappe 15 GB wandern auf die Festplatte, was dauern kann. Wer genau wissen möchte, wie lange das Synchronisieren des Quellcodes dauert, kann auch den Befehl „time repo sync“ benutzen. Danke an Michael Sauer für den Tipp.

repo sync

Quellcode-Repository initialisieren

Wie lange hat es bei euch gedauert? Bei mir war der Download nach etwa einer Stunde abgeschlossen. Bevor es ans Kompilieren geht, fehlen uns aber immer noch ein paar Dateien. Da wären beispielsweise einige vorkompilierte Apps, die wir nach dem Wechsel in den korrekten Ordner über den zweiten folgenden Befehl herunterladen.

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cd ~/android/system/vendor/cm

./get-prebuilts

Jetzt geben wir zwei Mal den Befehl „cd ..“ ein, um wieder in das Ausgangsverzeichnis zu wechseln. Hier bereiten wir den Code vor:

source build/envsetup.sh

lunch

Nach dem zweiten Befehl sehen wir eine lange Liste von Geräten. Das sind die Android-Geräte, für die wir mit dem vorliegenden Code CyanogenMod kompilieren können. Falls euch die Namen nicht bekannt vorkommen, es handelt sich dabei um die Codenamen der Geräte mit etwas Anhägsel. Was diese in Klartext bedeuten, also um welche Geräte es sich handelt, finden wir auf get.cm heraus.

lunch

Wir geben nun die korrekte Gerätenummer ein und bestätigen mit ENTER. Jetzt sollte, wenn alles gutgegangen ist, der gerätespezifische Teil des Quellcodes heruntergeladen werden.

Es ist nun fast geschafft, eine Kleinigkeit fehlt noch: die proprietären Dateien wie beispielsweise Treiber. Diese müssen wir direkt vom Android-Gerät beziehen, für das wir CM kompilieren möchten. Deshalb ist es auch wichtig, dass auf diesem Gerät bereits CM in einer aktuellen Version vorinstalliert ist. Andere Custom Rom-Teams lassen euch diese Dateien direkt mit dem Quellcode herunterladen und erleichtern dem Nutzer die Arbeit. CyanogenMod macht das aus rechtlichen Gründen nicht. Aber da es die populärste Custom Rom ist, müssen wir mit diesem Umstand Vorlieb nehmen.

Wir schließen nun das Android-Gerät über ein USB-Kabel an den PC an und aktivieren USB-Debugging im Android-System. Danach müssen wir über das Terminal in einen anderen Ordner wechseln. Welcher, das hängt vom Gerät ab:

cd device/*Gerätehersteller_in_Kleinbuchstaben_und_Kurzform*/*Codename_des_Geräts* (Beispiel Nexus 4: cd device/lge/mako)

Falls ihr den korrekten Ordner über die Kommandozeile nicht findet, sucht ihn über den Dateimanager und gebt dann die korrekten Daten in das Terminal ein. Jetzt folgt der Extrahierungsbefehl:

./extract-files.sh

Wenn ADB korrekt installiert ist und das Gerät erkannt wurde, werden jetzt die Dateien vom Gerät extrahiert. Gibt es hier Probleme, informiert euch am besten über die Google-Suche darüber, wie ADB und USB-Support unter Linux für euer Gerät eingerichtet werden kann. Anschließend wird mit dem Befehl „croot“ in das Ausgangsverzeichnis unseres Projektordners gewechselt.

Proprietäre Dateien extrahieren