Android Wear & Wear OS: Googles Betriebssystem für Smartwatches

Robert Kägler 2

Android Wear (jetzt Wear OS) ist Googles Software-Plattform für Wearables und Smartwatches, die im März 2014 angekündigt und im Zuge der Google I/O im Juni 2014 offiziell vorgestellt wurde. Neben Benachrichtigungen liefern Smartwatches auch weiterführende Informationen und Interaktionsmöglichkeiten per Touch- und Sprachsteuerung ans Handgelenk.

In diesem kurzen Video seht ihr, wie Android Wear (Wear OS) auf einer Smartwatch funktioniert:

Android Wear 2.0: Mache das Beste aus jedem Schritt.

Android Wear-Geräte sollen das Smartphone ergänzen, nicht ersetzen

Mit Android Wear hat Google sich zur Aufgabe gemacht, eine Plattform für Wearables zu gestalten, die Menschen das Leben in der digitalen Welt erleichtern und darüber hinaus die soziale Interaktion zwischen Menschen fördern soll, so Android-Chefdesigner Matias Duarte. Ziel von Android Wear ist es, das Smartphone in der Tasche behalten zu können und den Nutzer mit einem Blick aufs Handgelenk über eingehende Benachrichtigungen informiert zu halten, sodass eine Distanzierung von der Außenwelt nicht erforderlich ist und dem Nutzer mehr Zeit für die „wichtigen Dinge“ im Leben bleiben.

Um dies zu bewerkstelligen, wird nicht etwa die komplette Nutzeroberfläche des Smartphones auf Smartwatch-Größe reduziert. Auf dem kleineren Screen des Wearables werden hingegen lediglich relevante Informationen im Kartenstil à la Google Now und im Material Design angezeigt.

Funktionen von Android Wear

Abgesehen von der Anzeige von Benachrichtigungen ist es mithilfe von angepassten Anwendungen beispielsweise möglich, den Musik-Player des Smartphones zu steuern, sich eine Pizza oder andere Dinge vom Handgelenk aus zu bestellen und sogar zu bezahlen. Für Android Wear müssen Anwendungen nicht komplett neu programmiert, sondern bereits existierende Apps lediglich angepasst werden.

Jede App, die unter Android Benachrichtigungen ausgibt, kann mittels weniger weiterer zusätzlicher Code-Zeilen auf Android Wear Informationen anzeigen. Durch ein wenig Mehraufwand beziehungsweise das Hinzufügen weniger weiterer Codezeilen könne man sogar noch bessere Benachrichtigungen auf Smartwatches und Co. bringen, die sich über mehrere Seiten erstrecken und leicht per Scrollbewegung betrachten lassen.

Auch wenn Smartwatches sich auch via Touchscreen und diverse Gesten bedienen lassen, soll die Spracheingabe der elementare Teil der Steuerung sein. Beispielsweise können Notizen via Google Keep eingesprochen und in einer Liste auf dem Display des Wearable-Geräts, optional simultan auf dem Smartphone, angezeigt werden. Ebenso kann der Nutzer sich per Google Maps eine Adresse anzeigen lassen und sogar die Route dorthin auf der Uhr verfolgen.

Android Wear-Smartwatches ersetzen teils auch Activity Tracker, da man mit ihnen auch zurückgelegte Strecken festhalten kann. Mit manchen Geräten kann sogar der Pulsschlag gemessen werden.

Die ersten Android Wear-Smartwatches

Als Google im März 2014 sein Wearable-OS vorstellte, haben zwei Hersteller ihre ersten Produkte basierend auf Android Wear bereits vorgestellt: LG präsentierte seine G Watch, Motorola die Moto 360. Letztere erinnert durch ihre kreisrunde Grundform mehr an eine klassische Armbanduhr als die eckige G Watch. Android Wear besitzt nativ Unterstützung für runde Displays.

Etwa gleichzeitig zur LG G Watch kam im Juli 2014 Samsungs Gear Live auf den Markt. Diese lehnt sich im Design stark an die bereits erhältlichen Gear-Modelle, die auf Tizen-OS basieren. Lediglich der für Android Wear nicht benötigte Homebutton wurde gestrichen.

Android Wear 2.0 und Namensänderung zu Wear OS

Nach einigen Smartwatches und mäßiger Beliebtheit von Googles Betriebssystem für Uhren, kündigte man während der Entwicklerkonferenz Google I/O 2016 ein größeres Update mit dem Namen Android Wear 2.0 an. Neben einem erneut überarbeitetem UI, das besonders für runde Uhren optimiert wurde, machte Google das Betriebssystem unabhängiger von dem gekoppelten Smartphone.

Vor Android Wear 2.0 waren die Uhren darauf angewiesen, dass ein Android-Gerät mit ihnen gekoppelt war, um uneingeschränkt zu funktionieren. Mit dem Update auf die Version 2.0 können auch Apps aus dem Google Play Store heruntergeladen werden, die selbstständig auf der Uhr aufrufbar sind. Zudem wurde auch eine kleine Tastatur und Handschrifterkennung hinzugefügt, um die Bedienung der separat funktionierenden Apps zu erleichtern. Auch der Google Assistent kann nun direkt von der Uhr aufgerufen werden. Über erweiterte Zifferblätter lassen sich außerdem zusätzliche Informationen permanent anzeigen.

Namensänderung in Wear OS

Am 15. März 2018 veröffentlichte Google einen Blog-Eintrag, in dem das Unternehmen eine Namensänderung des Betriebssystems für smarte Uhren bekannt gab. Neben dem neuen Namen „Wear OS by Google“ wurde auch die Webseite entsprechend umgestaltet. Große Änderung am System selbst wurden nicht vorgenommen. Der neue Name soll Smartwatches deutlicher vom Smartphone-Betriebssystem Android abgrenzen, da auch iPhone-Nutzer zur Zielgruppe gehören. Google verdeutlich hier die Strategie, die sie mit dem Android Wear 2.0 Update angestoßen haben: Ein unabhängiges OS für Uhren, die mit jedem Handy oder alleine verwendet werden können.

Uhren mit Wear OS

Anders als die Apple Watch, kann jeder Hersteller eine Smartwatch mit Wear OS entwickeln. Einige beliebte Uhren sind zum Beispiel:

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