Bei all den virtuellen Gefahren rund um Viren, Trojaner und Phishing-Mails liegt es nahe, dass sich auch iPhone Besitzer Gedanken über die Sicherheit des Geräts machen. Während Android-User schon seit längerem mit virtuellen Bedrohungen rechnen müssen, ist ein iPhone-Virus aufgrund von Apples geschlossenem iOS-System bis jetzt noch kaum verbreitet. Ein kleines Restrisiko bleibt aber auch für iPhone-MNutzer.

Das geschlossene System des Apple Stores in einiger Hinsicht auf Kritik stoßen. Durch die Kontrolle der angebotenen Apps wird jedoch sichergestellt, dass keine Apps und Programme mit schadhaften Inhalten angeboten werden. Zudem ist es durch das geschlossene Dateisystem für Hacker nur unter sehr schwerem Aufwand möglich, einen iPhone-Virus in das iOS-System einzuschleusen.

iPhone Virus: Gefahr für gejailbreakte Geräte

Habt ihr euer iPhone jedoch gejailbreakt, sieht es im Hinblick auf die Virengefahr für das iPhone schon ganz anders aus. Zwar mögen sich beim jailbreaken einige Vorteile bei der Benutzung des iOS-Geräts ergeben. Trojanern und Viren wird auf diesem Wege auf dem iPhone jedoch Tür und Angel geöffnet. Besonders iPhones mit aktivierter SSH-Verbindung sind gefährdet. Mit einem iPhone-Jailbreak lassen sich Apps auf dem Gerät installieren, die nicht durch die Kontrolle Apples gegangen sind. In nicht überprüften Anwendungen kann sich ein iPhone-Virus verstecken. So gab es in der Vergangenheit immer wieder Schädlinge, die sich auch auf Apples mobilen Geräten festgesetzt haben:

  • Ein früher iPhone-Virus war der iKee-Wurm. Dieser  tauchte 2009 auf und wurde auf eben jenen gejailbreakten Geräten ausgeführt. Bei dem ersten iPhone-Virus handelte es sich jedoch noch um einen Gag, schließlich wurden keine Inhalte und Daten gestohlen oder zerstört. Der Bildschirm-Hintergrund wurde lediglich mit einem Bild von Rick Astley ersetzt und mit dem Schriftzug „iKee is never going to give you up“ ausgestattet.
  • 2017 konnten über den Safari-Browser eingeschleuste Viren das iPhone zum Absturz bringen.
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Zusätzlich könnt ihr euch einen Virus auf dem iPhone einfangen, wenn ihr Dateien aus unzuverlässiger Quelle, zum Beispiel einer Cloud, SMS oder E-Mail öffnet. Dieser Virus mag auf dem iPhone vielleicht nichts bewirken. Bei der nächsten Synchronisation und Erstellung eines Backups auf dem Computer wird dieser jedoch auf euren Rechner übertragen und kann dort seinen Dienst verrichten. Das iPhone ist damit nicht Ziel des Virus, sondern lediglich das Hintertürchen, um euren PC oder Mac mit Schadsoftware zu infizieren. Nicht nur aus diesem Grund ist eine sichere und aktualisierte Antivirensoftware auf jedem Computer unverzichtbar.

Schutz vor einem Virus auf dem iPhone

Eine weitere Gefahr für iOS-Nutzer steckt in Fake-Warnungen, die durch die Browser-App ausgespielt werden. Entsprechende Meldungen zeigen dann zum Beispiel angeblich sicherheitsrelevante Probleme am Handy an, die sofort behoben werden müssen. Folgt man dem vorgeschlagenen Link, lädt man sich eine gefährliche App herunter oder schließt unwissentlich ein teures und vor allem unnötiges Abo für unnütze Sicherheitspakete ab. Hierbei handelt es sich um keine Viren im klassischen Sinne, sondern um Werbeeinblendungen im „Ransomware„-Stil. In der Regel lassen sich solche vermeintlichen Warnungen einfach beseitigen, indem man eine bestimmte, infiltrierte Webseite im Safari-Browser wieder schließt. Zudem sollte man sich nicht mit der Apple-ID auf angeblichen, unbekannten Sicherheits-Seiten anmelden. Hier stecken oft Hacker dahinter, die per Phishing an die Login-Daten gelangen wollen.

Wer partout nicht um das Jailbreaken herumkommt und eine SSH-Verbindung aktiviert, sollte im ersten Schritt das von Apple eingerichtete Root-Passwort ändern. Zudem sollten Dateien, Apps und E-Mails aus unbekannten Quellen nur unter Vorsicht, oder gar nicht geöffnet werden. Auch offiziell angebotene Apps sind teilweise nicht vor Viren gefeit. Beim Herunterladen von Spielen und Apps sollte darauf geachtet werden, welche Rechte die Anwendung verlangt. Ein Spiel benötigt zum Beispiel in den seltensten Fällen Zugriff auf das Adressbuch oder GPS-Daten. Antivirensoftware, ganz gleich ob kostenlos oder Bezahlversionen finden sich im App Store nicht. Beim Surfen mit dem iOS-Gerät sollte man vor allem bei zwielichtigen Streaming- oder DDL-Seiten darauf achten, nicht auf Werbe-Anzeigen mit einer angeblichen Virus-Warnung hereinzufallen.

Das Gerät reagiert nicht: Ist das ein iPhone Virus?

In einigen Fällen kommt es vor, dass das iPhone nach dem Öffnen einer Datei oder der Installation einer App nicht, bzw. nur träge reagiert. Hierbei handelt es sich im Regelfall jedoch lediglich um eine Funktionsstörung des Geräts. Nach einer kurzen Wartezeit oder einem Neustart des iPhones sollte das Smartphone in diesem Fall wieder ordnungsgemäß funktionieren. Eine kostenpflichtige Anti-Virus-App ist für das iPhone in der Regel nicht nötig. Um sicher mit dem iOS-Gerät unterwegs zu sein, sollte man das mobile Betriebssystem und alle Apps stets aktuell halten. Ein Jailbreak ist nur etwas für sichere und versierte Nutzer und Links sollte man nur folgen, wenn man die Seiten kennt.

Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass man sich einen Virus auf das iPhone herunterlädt. Virtuelle Gefahren lauern aber trotzdem im Netz. Besonders durch gefälschte Webseiten gelangen Cyber-Kriminelle etwa immer wieder an Login- und Kreditkartendaten. Das Sicherheitsproblem lauert also nicht in Form einer Malware-App auf dem iPhone, sondern in gefälschten Webseiten. Login- und Bezahldaten sollte man immer direkt über die entsprechenden Apps wie PayPal oder aber durch ein gezieltes Aufrufen der entsprechenden Webseite und niemals über Links aus E-Mails eingeben.