Android-Malware: Bedrohung steigt, aber nicht für alle Nutzer

Daniel Kuhn 9

Ein beliebtes Argument gegen Android ist die steigende Bedrohung durch Schadsoftware – die Firma Trend Micro hat diese Bedrohung nun näher aufgeschlüsselt und in einer hübschen Infografik verpackt. Die Sicherheitsfirma Lookout hat die globale Verteilung von Malware währenddessen ebenfalls unter die Lupe genommen und kommt zu dem Ergebnis, dass alles halb so schlimm ist – zumindest in unseren Gefilden.

Android-Malware: Bedrohung steigt, aber nicht für alle Nutzer

Folgenden Vergleich hört man immer wieder: Android ist das neue Windows. Was für die Verbreitung auf mobilen Geräten zutrifft, lässt sich leider auch auf die Bedrohung durch Malware übertragen. In der Vergangenheit haben immer wieder besonders heftige Bedrohungen für Schlagzeilen gesorgt, die diesen Vergleich untermauert haben. Die auf Sicherheitssoftware spezialisierte Firma Trend Micro hat in einer Infografik nun die häufigsten Bedrohungen analysiert und aufgeschlüsselt.

Das Ergebnis ist durchaus beunruhigend. So hat sich zum Beispiel die Anzahl der neu entdeckten infizierten Android-Apps vom ersten zum zweiten Quartal dieses Jahres verdoppelt. Allein 17 schadhafte Apps wurden 700.000-mal aus dem Google Play Store heruntergeladen, bevor sie entfernt werden konnten. Das Bedürfnis nach Sicherheit scheint bei Android-Nutzern allerdings nicht sehr hoch zu sein, denn lediglich 20 Prozent nutzen Sicherheitssoftware.

Der Frage, ob diese Maßnahme aber überhaupt nötig ist, hat sich die Firma Lookout angenommen, die ebenfalls auf Sicherheitssoftware spezialisiert ist. Das Ergebnis: Das Ausmaß der Bedrohung hängt stark vom Nutzerverhalten und vom regionalen Standort ab. So besteht für Nutzer in Russland zum Beispiel eine 41,6-prozentige Gefahr, dass das eigene Android-Gerät mit schadhafter Software infiziert ist. Bei deutschen Nutzern ist die Gefahr dagegen mit 0,2 bis 0,4 Prozent verschwindend gering. Zudem steigt die Gefahr entsprechend an, wenn man Apps aus nicht vertrauenswürdigen Quellen installiert. Natürlich gibt es auch im Google Play Store einige mit Malware infizierte Apps, diese sind aber oft relativ schnell als solche zu erkennen. Ein Blick auf den Entwicklernamen oder die Bewertungen bei großen Titeln enttarnt gefälschte Apps ebenso schnell, wie die Prüfung der Zugriffsberechtigungen – sollte eine Taschenrechner-App auf das Telefonbuch zugreifen wollen, kann beispielsweise etwas nicht stimmen.

Lookout bestätigt also den generellen Anstieg an Malware unter Android, allerdings ist das Risiko, einer Malware-Infektion nicht proportional angestiegen. Zudem hat Google mit dem sogenannten Bouncer im Play Store einen ersten Versuch unternommen, das Problem einzudämmen und wird diese Bemühungen künftig sicher auch noch mehr ausbauen. Es besteht also kein Grund zur Panik.

Um auf die Frage zurückzukommen, ob Sicherheitssoftware empfehlenswert oder gar eine Notwendigkeit auf Android-Geräten ist: Diese kann mit einem klaren nein beantwortet werden. Natürlich kann es für sehr vorsichtige Naturen oder draufgängerische App-Installierer nicht schaden, eine der bekannten Sicherheits-Apps zu installieren, wirklich nötig ist es bei vorsichtiger und verantwortungsvoller Auswahl von Android-Apps allerdings nicht – zumindest, wenn man Apps vorzugsweise aus dem Play Store herunterlädt und obskure Quellen vermeidet.

Habt ihr schon Erfahrung mit Malware auf eurem Android-Gerät gemacht? Erfahrungsberichte finden im Kommentarbereich ein offenes Ohr.

Quellen: Trend Micro, Lookout-Pressemeldung

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