Festplatten fürs NAS – das solltet ihr unbedingt beachten

Robert Schanze 1

Wenn ihr einen NAS-Server habt, solltet ihr unbedingt die richtigen Festplatten einbauen. Das kann euch langfristig eine Menge Nerven, Zeit und Kosten sparen. Wir verraten, worauf ihr bei NAS-Festplatten achten müsst.

Was früher die Bilder-, Musik- und Videosammlung im Fotoalbum, auf MC-Kassette, CD und DVD war, ist heute der eigene Netzwerkspeicher (NAS). Mehr als je zuvor sammeln sich heute viele digitale Daten in privaten Haushalten an. Wer sich dann ein NAS kauft, stellt sich bald die Frage: „Und welche Festplatten brauche ich dafür?“

Netzwerk Tipps.

Festplatten fürs NAS: Desktop-Festplatten sind ungeeignet

Prinzipiell könnt ihr jede Festplatte in einem NAS-Server verwenden Je nach eingestelltem RAID-Typ habt ihr dann eine bestimmte verfügbare Speicherkapazität.

ABER: Desktop-Festplatten eignen sich nicht für den langfristigen NAS-Einsatz. Sie können sehr bald einen Defekt bekommen. Außerdem verfügen nicht alle über die nötigen Bohrlöcher zur Montage in einem NAS. Auch von SSDs raten wir ab. Besser ihr greift zu sogenannten NAS-Festplatten:

  • NAS-Festplatten sind für den Dauereinsatz ausgelegt.
  • NAS-Festplatten haben eine spezielle Firmware, die Vibrationen der Platten minimieren soll.

Es gibt mittlerweile nur noch drei Festplatten-Hersteller auf der Welt: Western Digital, Seagate und Toshiba. Alle anderen Namen sind bloß Marken der drei Hersteller. Das sind die verfügbaren Reihen der NAS-Festplatten (Einsteiger bis Semi-Professionell):

Unser Tipp: Bei Seagate findet ihr oft größere Kapazitäten zu relativ günstigen Preisen. Aus eigener Erfahrung können wir die Festplatten der Reihe Western-Digital-RED empfehlen, da diese nun bereits 3 Jahre ihren Dienst tun ohne Probleme. Die Variante WD Red reicht bei uns völlig aus. Ansonsten gibt es da noch WD Red Pro.

Video | Western Digital Red vs. Red Pro

Welche Größe und Speicherkapazität soll die NAS-Festplatte haben?

In heutigen NAS-Systemen könnt ihr zwar auch die kleineren 2,5-Zoll-Festplatten per Adapter einbauen, wir empfehlen aber die üblichen 3,5-Zoll-Festplatten, da die größeren Varianten in der Regel mehr Kapazität haben, günstiger sind und im NAS selbst auch nicht viel lauter sind.

Bei der Speicherkapazität müsst ihr überlegen: Wenn ihr zukunftssicher sein wollt, sollten es heute beispielsweise in einem NAS mit zwei Festplatteneinschüben schon mindestens 2 x 4-TB-Festplatten sein. Denn wenn ihr den Ausfallschutz RAID 1 aktiviert, bleiben euch da noch 4 TB zur freien Verfügung.

Wer eine sehr große Datensammlung hat oder täglich sehr große Dateien produziert oder bekommt, sollte unter Umständen gleich ein 4-Bay-NAS wählen. Das könnt ihr nach und nach mit mehr Festplatten aufrüsten und euren Speicherplatz so erweitern. Daher müsst ihr dort keine zu großen Festplatten wählen. Ihr könnt beispielsweise 4 x 3-TB-Festplatten nutzen. Dann habt ihr mit RAID 5 immer noch 9 TB verfügbar. Das sollte eine Weile reichen.

Günstige und (nach eigener Erfahrung) zuverlässige NAS-Einsteigermodelle sind:

Ist die Umdrehungsgeschwindigkeit bei NAS-Festplatten wichtig?

NAS-Festplatten haben meistens eine Umdrehungsgeschwindigkeit von 5400 Umdrehungen pro Minute, die etwa in Windows mit maximal rund 120 MB/s übertragen. Bei Desktop-Festplatten sind es öfter 7200 Umdrehungen pro Minute. Der Unterschied fällt aber kaum ins Gewicht, da ihr einen Geschwindigkeitsvorteil nur beim Kopieren von großen Dateien merken würdet, und auch nur dann, wenn euer Netzwerk schneller als 1 Gbit/s wäre (was es aber vermutlich nicht ist). Beim Streamen von Videos hat die erhöhte Umdrehungsgeschwindigkeit keine Bedeutung.

Fazit zu NAS-Festplatten

  • Sucht nach NAS-Festplatten für euren Server.
  • Schätzt ab, wieviel Speicher ihr zukünftig brauchen werdet und beachtet auch, dass ihr bei aktiviertem RAID weniger verfügbaren Speicherplatz habt.
  • Die Umdrehungsgeschwindigkeit von NAS-Festplatten lässt sich insbesondere im Privatbereich vernachlässigen.
  • SSDs bringen so gut wie keine Vorteile in einem NAS und sind recht teuer.

Hier lernt ihr, wie ihr ein Synology-NAS einrichtet oder alte Festplatten in ein größeres NAS einbaut und erweitert.

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