Darth Vader, Indiana Jones, James Bond & Co: 8 unerhörte Geschichten hinter den Namen legendärer Filmhelden

Tobias Heidemann 12

Eine versteckte Botschaft, eine kulturelle Referenz, eine liebevolle Hommage oder ein früher Hinweis auf das dramatische Finale einer Saga - wenn es um Namen geht, geben sich Hollywoods Filmemacher und Drehbuchautoren gerne besonders clever. Manchmal funktioniert das. Manchmal wird ihnen ihre eigene Cleverness zum Verhängnis. Meistens aber, und darum soll es hier gehen, meistens stehen hinter den Namen der legendären Filmfiguren überraschend schlichte Wahrheiten. Dass das selbst für die ikonischsten Figuren der Filmgeschichte gilt, das hat uns selbst ein bisschen überrascht. Hier sind die ungehörten Entstehungsgeschichten der Namen von Darth Vader, Indiana Jones, James Bond & Co.

Darth Vader, Indiana Jones, James Bond & Co: 8 unerhörte Geschichten hinter den Namen legendärer Filmhelden

Darth Vader: Je größer die Lüge…

In der leidenschaftlichen Fanbase von „Star Wars“ halten sich Mythen besonders hartnäckig. So erzählt man sich hier zum Beispiel immer noch gern das Märchen vom traurigen Tischler, der unbedingt Schauspieler werden wollte. Glaubt man der Legende, dann sah George Lucas den jungen Tischler Harrison Ford am Set von Star Wars männlich vor sich hin hämmern, bis er ihn wenig später in der ikonische Rolle des Han Solo zum Weltstar machte. Das ist natürlich kompletter Humbug – Ford und Lucas hatten bereits in „American Graffiti“ zusammengearbeitet. Aber so ist das mit Geschichten, die die Realität ein bisschen interessanter machen - sie sind verdammt schwer zu entsorgen.

Eine dieser Geschichten ist die Saga von Darth Vader. Dessen Name soll „Dunkler Vater“ auf Niederländisch heißen. Was ja bedeuten würde, dass George Lucas, so wie er es auch mehrfach betont hat, tatsächlich von Anfang an wusste, dass Vader sich im Laufe der Saga einmal als Lukes Vater entpuppen würde. Doch leider war hier nicht Lucas` vorahnende Genialität die Quelle für den Namen des Dunklen Lord, sondern vielmehr etwas ganz Banales.

So zeigen die ersten Script-Entwürfe ganz klar, dass Vader am Anfang noch ein winzig kleines, imperiales Licht mit geringer Relevanz für die Handlung war. Sein Titel „Dunkler Lord“ kam zudem erst in den späteren Überarbeitungen des Scripts dazu. Die eigentliche Herkunft des Names liegt hingen in seinem Drehbuch-Auftritt begründet. „Vader“ ist nämlich schlichtweg die Abkürzung für „Invader“, was wiederum das ist, was die Figur bei ihrem ersten Erscheinen tut: Sie fällt in eine gekaperte Fregatte der Rebellen ein. „Darth“ wiederum ist ein Kofferwort aus „Dark Lord of the Sith“. Tja, es wäre auch zu schön gewesen.

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Marvel Charaktere: Der erste Buchstabe zählt

Stephen Strange, Sue Storm, Pepper Potts, Happy Hogan, Reed Richards, Bucky Barnes, Peter Parker, Matt Murdock, Bruce Banner – naaaaaa? Fällt euch was auf? Genau, Marvel mag die Alliteration, also die Verwendung von gleichen Anfangslauten bei der Namensvergabe. Zurückzuführen ist diese Stilentscheidung dabei nicht allein auf den gefälligen Wortklang.

Glaubt man den Biographen von Stan Lee dann ist auch diese Namensherkunft auf etwas ganz Profanes zurückzuführen: Einprägsamkeit. Und zwar nicht bei den Lesern, die sich in den 60 Jahren für die bunten Comic-Hefte begeisterten, sondern bei den Schöpfern der Marvel-Figuren. Um bei der Vielzahl von neuen Charakteren, die damals im Marvel Verlag Woche um Woche das Licht der Welt erblickten, den Überblick zu behalten, verwendeten Stan Lee und seine Autoren die Alliteration als die denkbar schlichteste Eselsbrücke. Heute ist das natürlich längst ein popkultureller Treppenwitz der Comic-Geschichte geworden, der ein ums andere Mal als Hommage aufgekocht wird. Siehe Kamala Khan, Miles Morales oder auch die „Heroes“ Hauptrolle Peter Petrelli.

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Snake Plissken: Larry und die Klapperschlange

Snake Plissken. Was für ein Name! Was für ein Sound. Nicht nur Spieleentwickler Hideo Kojima hat sich in den verruchten Klang dieses Namens verliebt. Der Mann mit der Augenbinde scharrt bis heute eine treue Fanbase um seine trockene Coolness. Klar, dass ein derartig ungewöhnlicher Actionheld-Name, ein Name, der quasi wöchentlich eine neue Hommage oder Referenz provoziert, auch eine außergewöhnliche Entstehungsgeschichte hat.

Sollte man meinen. Ist aber nicht so. Regisseur John Carpenter offenbarte Jahre später in einem Interview, dass er den ultra-kühlen Anti-Helden nach „ so einem Typen aus Cleveland“ benannt hat. Larry “die Schlange“ Plissken, soll dieser Mann geheißen haben. Wer sich also schon immer gefragt hat, warum das unsägliche Sequel „Escape from L.A.“ so viele komische Hinweise auf die Stadt Cleveland hat – das sind alles ziemlich flache Insider-Gangs von Carpenter.

 

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Dom Cobb In Inception: Offensichtlich einfach

Das Internet liebt Fan-Theorien. „Lost“ ist schuld. Dass gefühlte 99% der verbreiteten Theorien dieser Tage aus ausgemachtem Schwachsinn bestehen, das scheint die meisten Menschen da draußen nicht wirklich zu interessieren. Und so wird eben immer weiter produziert.

Zum Beispiel zu Christopher Nolans populärem Traum-Epos „Inception“. Hier gibt es überraschend vielen Fan-Theorien zur vermeintlich mysteriösen Namensgebung von „Dom Cobb“. Von geheimen, etymologischen Verbindungen zum Wortstamm der „Verdrängung“ und anderen versteckten Doppelsinnen ist da mitunter die Rede. Dass Regissseur Christopher Nolan einfach den Namen der Hauptfigur aus „The Following“, seinem Erstlingswerk aus dem Jahr 1998, für „Inception“ ein zweites Mal verwendet hat, das scheint bei diesen Theorien irgendwie keine Rolle zu spielen. Fragt sich, wie viele der selbsternannten Nolan-Fans das kleine Schwarz-Weiß-Werk überhaupt gesehen haben. Naja.

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Matrix: Oder wie Captain Obivious die Welt rettete

Dass der Smashhit „Matrix“ mit seiner feisten Vermengung von Fernost-Philosophie, Manga, Klassenkampf und Martial Arts einen Nerv getroffen hat, wollen wir hier gar nicht in Abrede stellen. Das Ding ging vollkommen zu Recht durch die Action-Decke. Warum die Wachowskis sich aber bei der Namensgebung ihrer Figuren so kreativ wie ein Eimer Wackelpudding gaben, das muss ins im Nachhinein dann doch nochmal jemand erklären.

Gehen wir die illustre Truppe mal durch: „NEO“, unser Held und Befreier, ist ein Anagramm von „One“. Er ist der erste Hauptcharakter, der Auserwählte. Verstanden? Eins? Gut, weiter. „Morpheus“ ist im griechischen Pantheon der „Gott der Träume“. Na? Wow! Wie tiefgründig. „Trinity“ ist der dritte Hauptcharakter. Hui. Dreifaltigkeit. Das fliegen ja förmlich die Funken. Vom “Merowinger“ und den “Zwillingen“ (Spoiler, es sind zwei) wollen wir besser gar nicht anfangen. Setzen sechs!

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