30 Jahre Game Boy: Eure Erinnerungen an den Handheld-Klassiker

Alexander Gehlsdorf
Von Jan S.
Die beste aber zu erst enttäuschendste Erinnerung war an meinem 8. Geburtstag, zu dem ich mir das GameBoy-Spiel „Super Mario Bros. 3“ gewünscht hatte.

Nach mehreren Tagen voller Vorfreude packte ich an meinem Geburtstag das Geschenk aus, mit der festen Überzeugung, es würde sich um besagten Titel handeln. Tatsächlich befand sich darin zwar auch ein GameBoy-Spiel, allerdings nicht das erhoffte, sondern „Wario Land – Super Mario Land 3“. Ich war so enttäuscht, dass ich direkt in Tränen ausbrach.

Was ich zu dem Zeitpunkt aber nicht wusste war, dass es „Super Mario Bros. 3“ aber scheinbar nie für den GameBoy gab und meine Eltern auf der verzweifelten Suche nach dem Titel eben nur „Wario Land – Super Mario Land 3“ fanden, das im Namen zumindest ähnlich klingt und deswegen rückblickend zeigt, wie sehr mir es meine Eltern recht machen wollten. Nachdem ich dem Spiel dann doch eine Chance gab, stellte sich (obwohl ich es schon von meinem Cousin kannte) heraus, dass es letztendlich eines meiner Lieblingsspiele werden sollte.

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Game Boy: 11 überraschende Funktionen, dank denen er noch heute nützlich ist
Von Frank B.

Es war 1991 und ich bin eben erst 11 Jahre alt geworden. Weihnachten war noch in weiter Ferne und der Geburtstag, wie gesagt, kürzlich gelaufen.

Viele meiner Freunde hatten bereits einen Gameboy. Ich lag meinen Eltern tagelang in den Ohren, mir doch bitte auch einen Gameboy zu kaufen und mich von meinem Leid zu erlösen. Pustekuchen! Mein Vater machte mir jedoch einen Vorschlag. Wenn ich alte Spielsachen von mir verkaufen würde, könnte ich genug Geld zusammenbekommen um mir selbst einen Gameboy zu kaufen. Ich fing also an, mein Zimmer auszumisten (was gar nicht so leicht war, denn an vielen Spielsachen hing ich doch noch ganz schön) und mein Vater organisierte uns einen Verkaufsstand auf einem Trödelmarkt. Am darauffolgenden Wochenende stand ich nun dort und verkaufte eine Kofferraumladung Spielzeug. 160,- DM bekam ich zusammen. Montags bin ich direkt zum Spielwarenladen geeilt und habe mir einen nagelneuen Gameboy gekauft, für damals rund 150,- DM.

Den Karton aufgeregt und freudig zugleich in den Händen haltend, ereilte mich plötzlich ein weiteres Gefühl. Ich dachte an all die Spielsachen, die vielen, vielen Spielsachen, die ich verkauft hatte…und an das Geld, das ich dafür bekam. Dann schaute ich wieder auf den kleinen Karton in meinen Händen und dachte bei mir: „DAS hast du für all das Geld bekommen?“. Das hat ehrlich gesessen. Zum ersten Mal in meinem jungen Leben ist mir bewusst geworden, was es bedeutet Geld zu haben und wie es sich anfühlt, wenn man es nicht mehr hat.

Ich habe natürlich trotzdem meinen Spaß mit MEINEM Gameboy gehabt. Selbstverständlich ist mir heute klar, dass mein Vater mir mit dieser Aktion eine Lektion erteilte. So kann ich in gewisser Weise behaupten, mein erster Game Boy hat mich den Wert des Geldes gelehrt.

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