Tausende Router wurden bereits verschrottet, jetzt soll der Berg an Elektromüll noch größer werden. Wegen Streitigkeiten rund um das Markenrecht von Fritzboxen darf ein Online-Händler keine gebrauchten und wiederaufbereiteten Router von AVM mehr verkaufen. Das Urteil ist umstritten.

 

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Fritzboxen: Lieber verschrotten als verkaufen

Der Online-Händler Woog darf keine gebrauchten Fritzboxen des Herstellers AVM mehr verkaufen. Ein entsprechendes Urteil vom März 2020, das zwei Monate später vom Landgericht München bestätigt wurde, ist nun rechtskräftig. Woog hat seine Berufung gegen das Urteil zurückgezogen – und steht nun vor einem Berg aus Fritzboxen, die eigentlich nur noch Elektroschrott sind, obwohl sie bestens funktionieren.

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Woog hatte sich massenhaft mit älteren Fritzboxen des Typs 6490 Cable aus Beständen von Unitymedia eingedeckt, sie mit neuer Software von AVM aufgepäppelt und dann als gebrauchte Ware weiterverkauft. AVM hat das ganz und gar nicht gefallen und zog vor Gericht. Was jetzt mit den Routern passiert, weiß niemand so recht. Da ein Verkauf nicht möglich ist, müssten sie eigentlich auf den Müll. AVM zeigt sich mittlerweile aber gesprächsbereit und könnte sich vorstellen, die Fritzboxen selbst anzunehmen. Ob Woog daran Interesse hat, wird sich zeigen.

Das Urteil hatte schon vor Monaten viel Kritik auf sich gezogen. Dass das Markenrecht verletzt worden ist, steht dabei außer Frage. Am Ende sei es aber nur um Gewinnoptimierung gegangen, vermutet der bei heise online zitierte Freiburger Rechtsanwalt Morton Douglas. Eine „Veränderung“ an der Fritzbox 6490 Cable durch den Händler Woog sei durchaus geschehen, allerdings nur in dem Umfang, dass sie nun die gleiche Eigenschaft aufweist, „die auch der Markeninhaber dem Produkt beimisst.“

Im Video: So wird noch mehr aus der Fritzbox herausgeholt.

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Fritzboxen: Erste Router bereits verschrottet

„Tausende“ Router von AVM sollen bereits verschrottet worden sein, heißt es. Hierbei handelt es sich allem Anschein nach bisher nur um Exemplare, die noch nicht auf die neueste Software aktualisiert worden seien. Ohne Update seien sie „nicht marktfähig“, heißt es.

Simon Stich
Simon Stich, GIGA-Experte für Smartphones, Mobilfunk und die Gerüchteküche.

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