Der Start des 9-Euro-Tickets steht vor der Tür. Die Verkehrsunternehmen rechnen in den kommenden drei Monaten mit viel mehr Fahrgästen, bei der Deutschen Bahn bereitet man sich auf einen nie gesehenen Ansturm vor. Doch der kommt zur Unzeit, denn auf der Strecke läuft es nicht rund. Verspätungen hatte es seit Jahren nicht gegeben.

Verspätungen bei der DB: Unpünktlich wie seit 7 Jahren nicht

Die Deutsche Bahn hat es derzeit nicht leicht. Im April 2022 waren 69,1 Prozent der Fernzüge ICE und IC pünktlich – was im Jargon der DB bedeutet, sie fuhren höchstens 6 Minuten später ab als geplant. Alle anderen und demnach über 30 Prozent hatten mit deutlichen Verspätungen zu kämpfen. Seit 2015 hat es laut DB nicht mehr so eine schlechte Quote gegeben (Quelle: Focus).

Im Cargo-Geschäft soll die Situation besonders extrem sein, wie Vorstandsmitglied Ralf Kloß in einem internen Video an die Belegschaft verkündete. Dort spricht der Manager von einer „Situation, die ist fast schon nicht mehr beschreiblich“ (Quelle: Wirtschaftswoche). Es müssten bereits die Transportmengen um 25 bis 30 Prozent reduziert werden.

Grund für die Einschränkungen sind vor allem Baustellen. Die Bahn investiert im laufenden Jahr 13,6 Milliarden Euro ins Schienennetz. Im April soll gerade an viel befahrenen Strecken gebaut worden sein. Die starken Verspätungen beziehen sich zwar auf den Fernverkehr, dessen Züge gerade nicht im 9-Euro-Ticket enthalten sind. Trotzdem dürfte die Situation im Fernverkehr auch den Nahverkehr beeinflussen.

Das müsst ihr über das 9-Euro-Ticket wissen:

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Verspätungen bei der Bahn treffen auch 9-Euro-Ticket-Besitzer

Einerseits ist es nicht unüblich, wenn sich Fahrgäste bei besonders langen Verspätungen nach alternativen Routen umsehen. Das könnte die Züge des Nah- und Regionalverkehrs weiter füllen. Auch ohne dieses Plus wird es zwischen Anfang Juni und Ende August mit einiger Sicherheit voll werden.

Doch die Bauarbeiten im Fernverkehrsnetz werden sich noch anders bemerkbar machen. So werden nicht selten Züge des Fernverkehrs umgeleitet, während auf ihrer Strecke gebaut wird, die „Verspätung wegen eines vorausfahrenden Zuges“ etwa, lässt grüßen. So werden die späten IC, ICE und Co. auch auf anderer Strecke zum Problem – und für uns Passagiere heißt es dann wieder einmal ausharren. Bleibt zu hoffen, dass die Pläne der DB zum 9-Euro-Ticket aufgehen.