Das 9-Euro-Ticket soll fortgesetzt werden, zumindest wenn es nach dem Willen vieler Beteiligter geht. Doch bisher winkt die Bundesregierung ab, das Ende am 31. August steht. Soll es einen Nachfolger geben, muss schnell Klarheit her, fordern die Verkehrsunternehmen.

Nachfolger für 9-Euro-Ticket: Die Zeit drängt

Millionen verkaufter Tickets, volle Züge, ein günstiger Preis, in ganz Deutschland gültig – das 9-Euro-Ticket ist zu einem echten Erfolg geworden, den sich auch die Ampel-Koalition auf die Fahnen schreiben kann. Einer Weiterführung stehen Bundeskanzler Scholz, Finanzminister Lindner und Verkehrsminister Wissing allerdings kritisch gegenüber. Dabei drängt die Zeit.

Die Entscheidung für eine Nachfolge müsse so schnell wie möglich getroffen werden, heißt es etwa vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB). „Je früher es Klarheit gibt, umso früher können sich die Verkehrsunternehmen und die Verkehrsverbünde darauf einstellen und die Maßnahmen umsetzen“ (Quelle: Welt).

Was genau schnell heißt, machen die Kollegen der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) deutlich: „Wenn es ein Ticket wird, das jeweils für einen Kalendermonat zu kaufen ist – ähnlich dem 9-Euro-Ticket – ist ein Vorlauf von mindestens vier Wochen realistisch. Bei anderen Modellen, etwa als Abo, würde die Umsetzung mehr Zeit in Anspruch nehmen.“

Eine nahtlose Weiterführung des 9-Euro-Tickets hatte zuletzt der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) ins Spiel gebracht. Nach dem Vorschlag soll das 9-Euro-Ticket zu den bisherigen Konditionen bis Ende Oktober weiter angeboten werden.

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Wie die Einschätzungen aus München und Berlin-Brandenburg zeigen, gibt es bald ein Zeitproblem: Entscheiden sich die Verantwortlichen für einen Nachfolger, der nicht nach dem bisherigen Schema funktioniert, ist die Zeit praktisch schon jetzt zu knapp, um es bis Ende August schaffen zu können.

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Kunden müssen sich daher auf eine Enttäuschung gefasst machen, wenn sie auch im September auf günstige Fahrten hoffen. Zumal derzeit ohnehin noch völlig offen ist, ob die Politik überhaupt einen Nachfolger auf den Weg bringen wird. Sollte es dazu kommen, wird dieser aber später dran sein. Verkehrsminister Volker Wissing ging zuletzt von Anfang 2023 aus.

Bis dahin wird es erst einmal teurer: Viele Verkehrsunternehmen werden nach Ende des 9-Euro-Tickets wieder zu ihren vorigen Preisen zurückkehren. Bis zum Jahresende stehen etwa im Rhein-Main-Gebiet, in Berlin-Brandenburg und München zusätzlich zum Ende des 9-Euro-Tickets die regulären Preisanpassungen an. Pendler und Bahn-Fans der letzten Wochen müssen sich auf kostspielige Fahrten einstellen.